Korbach. Mit etwas weniger Arbeitslosen als im Vorjahr zeigt sich der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Korbach vor Beginn der Ferienzeit. In den beiden zugehörigen Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren im Juni 8410 Menschen arbeitslos gemeldet, 36 weniger als im Mai (minus 0,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote im Bezirk Korbach stagniert bei 4,5 Prozent. Gegenüber Juni 2025 ist aber ein merklicher Rückgang zu verzeichnen – um 230 Arbeitslose bzw. 2,7 Prozent. Die Quote betrug vor einem Jahr 4,6 Prozent. „Die Arbeitslosigkeit ist von Mai auf Juni nur leicht gesunken, weniger als in den vergangenen fünf Jahren“, so der Korbacher Agenturleiter Volker Breustedt. „Der Arbeitsmarkt verhält sich weiter träge – da spiegeln sich die vielfältigen Herausforderungen wider, vor denen etliche Branchen angesichts der konjunkturellen Schwäche und der weltweiten Unsicherheiten stehen.“ Interessant sei in diesem Jahr insbesondere der Vergleich mit dem Vorjahr: Insgesamt sei die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk seit Juni 2025 gesunken, dies gehe allerdings auf die Jobcenter zurück. Breustedt: „Die gegensätzliche Entwicklung zwischen Arbeitsagentur und Jobcenter setzt sich fort. Die Agentur hat im Jahresvergleich mehr Arbeitslose zu verzeichnen, hier sehen wir die Auswirkungen der schwachen Konjunktur. Bei den beiden Jobcentern im Agenturbezirk ist die Arbeitslosenzahl innerhalb eines Jahres gesunken, dabei verzeichnet die Personengruppe der Ausländer den höchsten Rückgang. Hier macht sich deutlich bemerkbar, dass Geflüchtete nach dem Abschluss von Sprach- und Integrationskursen zunehmend in den Arbeitsmarkt integriert werden können.“
Bei allen Personengruppen ist im Jahresvergleich die Arbeitslosigkeit zurückgegangen, am stärksten bei den Ausländern (minus 270 Personen, minus 9,1 Prozent) und den Jüngeren bis 25 Jahren (minus 89, minus 7,8 Prozent), gefolgt von Frauen (minus 104, minus 2,8 Prozent), Männern (minus 126, minus 2,5 Prozent) und Älteren ab 50 Jahren (minus 39, minus 1,3 Prozent). 2477 Langzeitarbeitslose waren im Juni gemeldet, das waren 36 mehr als im Mai (plus 1,5 Prozent) und 116 mehr als vor einem Jahr (plus 4,9 Prozent).
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Beide Rechtskreise weisen seit Mai leicht rückläufige Arbeitslosenzahlen auf: Bei der Arbeitsagentur (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III) waren 3661 Arbeitslose gemeldet, 29 weniger als im Mai (minus 0,8 Prozent). Bei den Jobcentern in den beiden Landkreisen (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II) waren 4749 Arbeitslose registriert (minus 7, minus 0,1 Prozent). Im Jahresvergleich war bei der Arbeitsagentur seit Juni 2025 ein Anstieg um 112 Arbeitslose zu verzeichnen (plus 3,2 Prozent), demgegenüber gab es bei den Jobcentern einen Rückgang um 342 (minus 6,7 Prozent). Als positiv bewertet Breustedt, dass die Zahl der Teilnehmenden in beruflicher Weiterbildung gegenüber dem Vorjahr mit 898 unverändert ist, „Weiterbildung bleibt die beste Garantie gegen Arbeitslosigkeit“. 2186 offene Stellen waren zum Stichtag im Agenturbezirk gemeldet, das sind 35 mehr als im Mai und 131 weniger als im Juni 2025. Im Agenturbezirk haben bis zum 24. Juni 5 Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, von der maximal 155 Beschäftigte betroffen sein können. Vor einem Jahr waren es 4 Betriebe mit bis zu 132 betroffenen Mitarbeitenden.
Die Arbeitsmarktzahlen in den Landkreisen
In Waldeck-Frankenberg waren im Juni 3900 Menschen arbeitslos gemeldet, 10 mehr als im Mai (plus 0,3 Prozent) und 286 weniger als vor einem Jahr (minus 6,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag unverändert gegenüber Mai bei 4,4 Prozent, vor einem Jahr hatte sie 4,7 Prozent betragen. Der Bestand an offenen Stellen hat sich seit Mai um 51 auf 1313 erhöht, das sind 56 weniger als vor einem Jahr.
Korbach mit Bad Wildungen. 1647 Personen ohne Arbeit waren im Juni in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 21 mehr als im Mai (plus 1,3 Prozent) und 153 weniger als vor einem Jahr (minus 8,5 Prozent). Die Quote stagnierte bei 3,9 Prozent, das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als im Juni 2025.
Geschäftsstelle Frankenberg. 1344 Arbeitslose verzeichnete die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, 24 weniger als im Mai (minus 1,8 Prozent) und 144 weniger als vor einem Jahr (minus 9,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank von 4,8 auf 4,7 Prozent, vor einem Jahr hatte sie 5,1 Prozent betragen.
Geschäftsstelle Bad Arolsen. In der Geschäftsstelle Bad Arolsen ist die Zahl der Arbeitslosen um 13 auf 909 gestiegen (plus 1,5 Prozent), das sind 11 mehr als vor einem Jahr (plus 1,2 Prozent). Die Quote lag mit 5,1 Prozent jeweils um 0,1 Prozentpunkte höher als im Mai 2026 und als im Juni des Vorjahres.
Im Schwalm-Eder-Kreis waren im Juni 4510 Arbeitslose registriert, 46 weniger als im Mai (minus 1,0 Prozent) und 56 mehr als im Vorjahresmonat (plus 1,3 Prozent). Die Quote beträgt wie im Mai 4,5 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,6 Prozent gelegen. 873 offene Stellen waren im Schwalm-Eder-Kreis gemeldet, 16 weniger als im Mai 2026 und 75 weniger als vor einem Jahr.
Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 2263 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, 8 weniger als im Mai (minus 0,4 Prozent) und 170 mehr als vor einem Jahr (plus 8,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote verringerte sich seit Mai von 4,8 auf 4,7 Prozent, das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.
Geschäftsstelle Melsungen. Die Geschäftsstelle Melsungen verzeichnete innerhalb eines Monats einen Rückgang um 38 Arbeitslose auf 1162 (minus 3,2 Prozent), das waren 76 weniger als im Juni 2025 (minus 6,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank binnen eines Monats von 4,7 auf 4,5 Prozent, vor einem Jahr hatte 4,8 Prozent betragen.
Geschäftsstelle Schwalmstadt. 1085 Menschen auf Jobsuche zeigte die Juni-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, genauso viele wie im Mai und 38 weniger als im Juni des Vorjahres (minus 3,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 4,0 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr.

