Sommerfest auf der Kugelsburg in Volkmarsen
Volkmarsen. Die Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg e.V. (VdW) hat am 18. Juni ihr traditionelles Sommerfest gefeiert. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad kamen rund 60 Unternehmer und Unternehmerinnen plus Partner zur Kugelsburg in Volksmarsen. Neben dem persönlichen Austausch prägte ein Vortrag von Karl Nitzge den Abend. Das Mitglied des Vereins „Gegen das Vergessen“ nahm die interessierten Gäste mit auf eine Reise durch die Wirtschafts- und Entwicklungsgeschichte Volkmarsens. Bevor es in die Vergangenheit ging, richtete Carsten Rohlfs, Vorsitzender der VdW, seinen Blick in die Gegenwart. Er betonte, dass es gerade für mittelständische Unternehmen entscheidend sei, dass die praktischen Auswirkungen politischer Entscheidungen gehört würden. Die finale Abkehr von der 1000-Euro-Energieprämie für Mitarbeiter mache deutlich, dass die öffentliche Debatte und die klare Benennung von Fehlentwicklungen und Belastungen eine wichtige Rolle spielten. Rohlfs wörtlich: „Deshalb werden wir uns auch künftig als Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg konstruktiv, sachlich und mit klarer Haltung in wirtschaftspolitische Fragen einbringen.“ Rohlfs sagte in seiner Begrüßung, dass die Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg e.V. vom Austausch, von Partnerschaften und von Menschen lebe, die Verantwortung übernähmen – für ihre Betriebe, ihre Mitarbeitenden und ihre Heimat. Gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen sei ein starkes Netzwerk wichtiger denn je. Der Abend auf der Kugelsburg wäre die ideale Gelegenheit für gute Gespräche, neue Kontakte und den Austausch von Ideen. Oft entständen die besten Projekte, Kooperationen und Innovationen genau dort, wo Menschen in entspannter Atmosphäre miteinander ins Gespräch kämen.
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Reise durch die Volkmarser Geschichte
Karl Nitzge vom Verein „Gegen das Vergessen“ berichtete anschließend über die Wirtschafts- und Entwicklungsgeschichte Volkmarsens und zeigte anhand von Bildern, Dokumenten und Anekdoten, wie eng Lage, Verkehrswege, natürliche Ressourcen, Handwerk, Handel und gesellschaftlicher Zusammenhalt miteinander verbunden waren. Die Präsentation spannte zunächst den Bogen von den ersten Siedlungsspuren in der Jungstein- und Bronzezeit über die Errichtung der Kugelsburg Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts bis zur erstmaligen Erwähnung als Stadt im Jahr 1233. Nitzge machte deutlich, dass die lokale Wirtschaft dieser Zeit von Landwirtschaft, Handel, Handwerk und Notariat geprägt gewesen sei. Als Ressourcen hätten dafür die landwirtschaftlich nutzbaren Böden, Wasser, Kalk, Lehm, Sand, Torf sowie Eisen zur Verfügung gestanden. Er erläuterte, dass Volkmarsen 1277 über zwei Münzstätten verfügt habe, in denen die Volkmarser Pfennige entstanden seien.
Nach dem Blick auf die Zerstörung der Stadt und die zwischen 1477 und 1503 vorherrschende hessische Besatzung sowie das große Leid der Bevölkerung im 30-jährigen Krieg ging Nitzge danach ausführlich auf die Geschichte der letzten beiden Jahrhunderte ein. Er erzählte, dass Volkmarsen zwischen 1802 und 1866 achtmal den Besitzer gewechselt, ehe es 1866 endgültig zu Preußen gehört habe. Von Bedeutung für die lokale Wirtschaft seien in dieser Zeit vor allem die Eröffnung der Eisenbahnstrecke nach Arolsen und lokaler Unternehmen wie zum Beispiel die Firma Schneider oder der Almerer Mühle gewesen. Ein erinnerungswürdiges Geschichtsereignis stellte im 20. Jahrhundert das Volkmarser Flüchtlingslager dar, das zwischen 1945 und 1958 rund 280.000 Menschen durchlaufen hätten. 1972 entschieden sich die Volkmarser in freier Wahl für den Landkreis Waldeck.
Austausch und Networking
Nach dem spannenden und eindrücklichen Vortrag stellte die Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg e.V. noch ihre neue Homepage vor und lud die Anwesenden ein, sich dort zu präsentieren. Zudem wurden neue Mitglieder begrüßt und ihre Unternehmen vorgestellt. Der Abschluss des Abends war wie immer geprägt von persönlichem Austausch und Gesprächen über lokale Wirtschaft und Unternehmertum.
Über die Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg e. V.
Die Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg e.V., 1962 gegründet als „Arbeitskreis für Kommunalfragen der Waldeckischen Wirtschaft“, umfasst über 100 aktive Mitglieder aus Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistungen und freien Berufen mit zusammen mehr als 12.500 Beschäftigten. Offen für Unternehmen im Landkreis Waldeck-Frankenberg, fördert sie Austausch, Unterstützung und gemeinsames Wachstum. Als unabhängige, überparteiliche und überkonfessionelle Vermittlerin zwischen lokaler Wirtschaft und Politik strebt die VdW nach zukunftsorientierter Standort- und Strukturpolitik. Sie engagiert sich für die Entwicklung ihrer Mitglieder, fördert strategische Partnerschaften und bietet Plattformen für den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit. https://vdw-waldeck-frankenberg.de/.

