Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage

Gedenktag an die Opfer des Holocaust

Waldeck-Frankenberg(pm). Am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus gestalten die „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ im Landkreis Waldeck-Frankenberg ein gemeinsames Erinnerungsprojekt. Unter Koordination des Netzwerks für Toleranz setzen die Schülerinnen und Schüler ein aktives Zeichen gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerungskultur.
Im Zentrum der Veranstaltung steht ein symbolischer, großformatiger „Stolperstein“. Darauf bringen die Jugendlichen ihre Antworten auf vier zentrale Fragen an:
 Warum lohnt es sich, an den Holocaust zu erinnern?
 Welche Gefühle kommen in mir auf?
 Was hat das mit mir zu tun?
 Wie können wir uns in Zukunft erinnern?
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich so nicht nur intellektuell, sondern auch emotional und persönlich mit dem Holocaust auseinander. Darüber hinaus beteiligen sich die Schulen an der internationalen Challenge #everynamecounts der Arolsen Archives. Ziel dieser Initiative ist es, die Namen und Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus digital sichtbar und für kommende
Generationen zugänglich zu machen. Für den Gedenktag wurden Dokumente aus den Sammellagern Drancy nahe Paris und dem belgischen Lager Mechelen (Malines) ausgewählt. Die auf diesen Dokumenten verzeichnete Personen wurden überwiegend nach Auschwitz deportiert oder standen kurz vor der Deportation. Ergänzt wird das Programm des Gedenktages durch einen Fachvortrag, welcher den Schülern vertiefende Einblicke zur Arbeit der Arolsen Archives gibt.


Im Anschluss setzt jede teilnehmende Schule ein eigenes Zeichen der Erinnerung – sei es durch interaktive Workshops, stille Gedenkaktionen am jüdischen Friedhof oder schulinterne Veranstaltungen. Damit wird die gemeinsame Auseinandersetzung in die jeweilige Schulgemeinschaft getragen. Ziel des Gedenktages ist es, jungen Menschen zu zeigen, dass jüdisches Leben schon immer ein selbstverständlicher Teil der deutschen Gesellschaft war und ist. Erinnerungskultur soll nicht nur Geschichte vermitteln, sondern auch Perspektiven für eine offene und tolerante Zukunft eröffnen“, betont das Netzwerk für Toleranz, die lokale Partnerschaft für Demokratie, finanziert aus Fördermitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und Landesmitteln im Rahmen von „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“. Das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist das größte Schulnetzwerk
in Deutschland. Über 4.000 Schulen haben sich bundesweit verpflichtet, aktiv gegen Diskriminierung, Rassismus und jede Form von Gewalt einzutreten. Die teilnehmenden Schulen setzen eigene Projekte um, um ein respektvolles und solidarisches Miteinander zu fördern. In Waldeck-Frankenberg haben sich folgende Schulen diesem Netzwerk angeschlossen und bekennen sich damit zu Courage, Toleranz und Demokratie: Berufliche Schulen Korbach und Bad Arolsen, Ederseeschule Herzhausen, Enseschule, Gustav-Stresemann-Gymansium und Mathias-Bauer-Schule aus Bad Wildungen, Schlossbergschule Rhoden und Uplandschule in Willingen.


Mit der gemeinsamen Aktion am 27. Januar unterstreichen beteiligten Beruflichen Schulen Korbach und Bad Arolsen, das Gustav-Stresemann-Gymnasium Bad Wildungen und die Schlossbergschule Rhoden die Verantwortung, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und zugleich in die Gegenwart und Zukunft zu tragen.