Sommertour 2025: Die Arolsen Archives

Bad Arolsen(pm). Die heimische Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer(SPD) hatte für die diesjährige Sommertour unter dem Motto „DENKMAL“ eingeladen. Gemeinsam mit ihren Sommertourgäste besuchte sie in Bad Arolsen die Arolsen Archives. Zunächst begrüßte der Bürgermeister von Bad Arolsen Marco Lambion die Gäste vor Ort, bevor die Ausstellung erkundet wurde. Die Arolsen Archives geben Auskünfte über NS-Verfolgte, sichern den Erhalt des Archivs für die nächsten Generationen und nehmen viele weitere wichtige Aufgaben wahr. Diese Arbeit ist facettenreich und die Geschichte bewegt: Schon länger, als es die Bundesrepublik gibt, sind die Arolsen Archivs fester Bestandteil der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Geschichte und ihrer Auswirkungen im internationalen Kontext. Die Sommertourgäste haben zunächst die Ausstellung ein „Ein Denkmal aus Papier“ erkundet. Die Dauerausstellung über die Geschichte der Arolsen Archives stellt das Papier in den Mittelpunkt, weil so drei zentrale Perspektiven adressiert werden können: Wie findet man Vermisste, wenn Millionen auf der Suche sind und das Geschehene immer weiter in die Ferne rückt? Wie entstand das Archiv? Wer nutzte es, und wem stand es offen? Was bedeutet ein Archiv für die Aufarbeitung von Schuld und Entschädigung? Diesen Fragen sind die Gäste in der Dauerausstellung „Ein Denkmal aus Papier nachgegangen und haben die Geschichten, die die Arolsen Archives lebendig halten, erleben können.

Im Anschluss hatten die Sommertourgäste einen Einblick in die Archive selbst, die mit der Dokumentensammlung Betroffenen, ihren Familien und Forschern bei der Suche nach persönlichen Daten, Überlebensgeschichten oder Verfolgungsgeschichten helfen. Die Archives sammeln vielfältige Daten, darunter Dokumente wie Personalausweise, Lagerakten, Fotos, Briefe und andere Aufzeichnungen, die Aufschluss über das Leben und die Verfolgung der Menschen während des Nationalsozialismus geben. „Die Arolsen Archives setzen ein ganz besonderes Denkmal, erinnern an die grausamen Verbrechen der Nationalsozialisten und zeigen Schicksale von Menschen und Familien. Die Arolsen Archives sind ein wichtiges Institut, da sie wichtige historische Informationen bewahren, die Erinnerung an die Opfer lebendig halten und Familien bei der Suche nach vermissten Angehörigen unterstützen. Sie tragen somit wesentlich zur Aufklärung, Erinnerungskultur und Gedenkarbeit bei,“ so die Landtagsabgeordnete Daniela Sommer.

Sie verweist darüber hinaus auf die Aktion „Every name Counts“ hin. Unter https://everynamecounts.arolsen-archives.org/ kann jede/r mithelfen und Namen und Daten von Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus erfassen. Die Dokumente in dem Archiv, die Schicksale von 17,5 Millionen Menschen belegen, sind bereits eingescannt. Um sie aber in den Online-Archiv weltweit auffindbar und sichtbar zu machen, müssen die Informationen in eine Datenbank eingetragen – also digitalisiert – werden. Bislang haben über 365.000 Freiwillige geholfen. Mehr als 10 Millionen Dokumente wurden bereits schon bearbeitet. Man braucht dafür einen Internetzugang und einen Bildschirm.