Zwischen Idylle und Eigengefährdung: Auf dem Standortübungsplatz Frankenberg lauern Gefahren

Warum der Standortübungsplatz nicht ohne weiteres betreten werden sollte

Frankenberg(pm). Unberührte Natur, bekannt für seinen Reichtum an Fauna und Flora, ein ausgemustertes Panzerwrack als Besuchermagnet: Der Übungsplatz der Bundeswehr
im Burgwald lockt mit zahlreichen Erlebnissen. Der Reiz, einen Ausflug in das militärische Sperrgebiet während der Übungszeiten zu wagen, ist hoch. Doch gerade dann ist das Betreten des Übungsplatzes aus guten Gründen streng verboten. Presseoffizier Hauptmann Friedhelm Brandau erklärt, warum das so ist. Auch ohne scharfen Schuss kann die vermeintlich sichere – aber dennoch verbotene Tour auf dem Standortübungsgelände gefährlich sein Für Spaziergänger besteht durch die übende Truppe eine nicht zu unterschätzende Unfallgefahr. Dem Besucher ist es nicht bewusst, dass er sich selbst verschuldet in diese Gefahr begibt, so der Presseoffizier der Burgwaldkaserne. Der Standortübungsplatz wird ständig zur militärischen Ausbildung und Übung genutzt. Durch die Rückkehr zur Landes- und Bündnisverteidigung ist die Nutzung erheblich gestiegen. Während des Übungsbetriebes kann sowohl Übungsmunition, als auch pyrotechnische Munition zum Einsatz kommen. Durch militärischen Fahrzeugverkehr, teilausgebauter Stellungen und anderer Ausbildungseinrichtungen sind zusätzlich weitere Gefahren auf dem Standortübungsplatz vorhanden. Nicht zu unterschätzen ist auch das Sturmholz, welches großes Gefahrenpotential für die Tagesausflügler, Jogger und Reiter in sich birgt.

Panzerwrack auf dem Übungsplatz. Foto: Bundeswehr Frankenberg
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Der Standortübungsplatz im Burgwald ist Militärischer Bereich
Die Hinweisschilder entlang der Platzgrenzen weisen bereits auf den „Militärischen Bereich – Grenze des Standortübungsplatzes“ hin. Das ausgewiesene Gebiet ist seit Jahren – außerhalb des Übungsbetriebes der Bundeswehr – für die Zivilbevölkerung zugänglich und wird gerade an Wochenenden für Spaziergänge, zum Laufen oder zum Radfahren und Reiten genutzt. An den
Hauptzufahrten zum Standortübungsplatz Frankenberg befinden sich Flaggenmasten und Schranken, die während des Übungsbetriebes geschlossen sind. Rote Flaggen signalisieren, dass der Standortübungsplatz nicht betreten werden darf.
„Glücklicherweise ist es bis heute zu keinem Unfall gekommen!“
Verstöße gegen das Betretungsverbot während Übungen, bei denen Munition, pyrotechnische Mittel und unbeleuchtete, getarnte Gefechtsfahrzeuge eingesetzt werden, können schwerwiegende, aber auch gesundheitliche Folgen haben. Gerade wenn die festen Wege verlassen und gesperrte Bereiche betreten werden, steigt das Verletzungsrisiko erheblich, so Brandau.
Lebensgefahr beim Umgang mit Munition oder Munitionsteilen
Es wird davor gewarnt, Fundgegenstände, insbesondere Munition oder Munitionsteile zu berühren, aufzunehmen oder zu entwenden. Es ist verboten und es besteht Lebensgefahr beim Umgang mit diesen Fundsachen! Insbesondere Kinder sollten durch ihre Eltern besonders darauf hingewiesen werden, so der Presseoffizier.

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Panzerwrack lockt zahlreiche Schaulustige an
Leider, so der Pressesprecher am Bundeswehrstandort Frankenberg, kommt es in letzter Zeit zunehmend zu Vandalismus, Sachbeschädigung und Müllentsorgung in diesem Bereich. Man appelliert ausdrücklich an die Vernunft der Besucher und bittet hier zukünftig um angemessenes Verhalten und Rücksichtnahme. Das Entsorgen von Müll stellt ohnehin eine Ordnungswidrigkeit dar und wird zukünftig zur Anzeige gebracht werden. „Handlungsspielraum bei der strafrechtlichen Verfolgung bei einem Verstoß gegen das Verbot des Betretens, gibt es nicht!“, so der Kommandeur und Standortälteste der Burgwaldkaserne, Oberstleutnant Daniel Renkl. Bei Fragen oder Beschwerden können sich Bürgerinnen und Bürger unter der
Rufnummer 06451 – 740 2050 an das Unterstützungspersonal des Standortältesten wenden.

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