Traditionelles Stolpersteine putzen: Oskar Schindler im Fokus

Frankenberg(pm). Die Jusos Frankenberg und die Landtagsvizepräsidentin und heimische Abgeordnete, Dr. Daniela Sommer(SPD), hatten am Tag der Pogromnacht, am 9.11.2024 zum Kaffeeplausch mit Tiefgang zu Oskar Schindler und zum anschließenden Stolpersteine putzen eingeladen. Der Kaffeeplausch mit Tiefgang rückte Oskar Schindler in den Fokus, da sich in diesem Jahr sein 50ster Todestag jährte. Dr. Sommer nutzte gemeinsam mit den Jusos und den Gästen die Gelegenheit, sein Leben und seine Taten zu reflektieren. Schindler sei bekannt, so Sommer, für seine Rolle während des Zweiten Weltkriegs, als er mehr als tausend jüdische Menschen vor der Verfolgung und dem Tod in den Konzentrationslagern rettete, indem er sie in seiner Fabrik beschäftigte. Mit dem Gedenken wurde das Bewusstsein für den Holocaust und den noch heute existenten Antisemitismus geschärft, die Bedeutung von Zivilcourage und Menschlichkeit in schwierigen Zeiten hervorgehoben und das Vermächtnis derjenigen geehrt, die gegen das Unrecht angekämpft haben. Sommer zeigte einen Ausschnitt des Gedenktages an Schindler im Hessischen Landtag. Dort hatte Michel Friedman eine Rede gehalten. Friedman hat Schindler noch persönlich gut gekannt. Der erst durch den Steven-Spielberg-Film „Schindlers Liste“ posthum in seiner Heimat bekannt gewordene Unternehmer hatte auch Mitglieder der Familie von Friedman, darunter auch seine Großmutter, vor dem Holocaust und dem Tod in deutschen Vernichtungslagern gerettet. Friedman forderte auf, dem Hass keine Stimme zu geben und zu tun, zu handeln, nicht wegzuschauen, sondern gegen den Hass und für Menschlichkeit einzutreten.

Daniela Sommer sagt: „Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung sind nach wie vor präsent. Schindlers Geschichte erinnert uns daran, dass wir aktiv gegen Vorurteile und Ungerechtigkeiten eintreten müssen, Zivilcourage vorleben und uns damit in unserer eigenen Gemeinschaft und Welt aktiv für Gerechtigkeit und Menschlichkeit einsetzen müssen. Die Erinnerung an die Schrecken des Holocaust ist entscheidend, um sicherzustellen, dass zukünftige Generationen aus der Geschichte lernen. Die Erzählung von Schindlers Taten fördert das Bewusstsein und die Sensibilität gegenüber historischen Ungerechtigkeiten. Wir wollen in einer Welt leben, wo Menschlichkeit und nicht Hass herrscht, deswegen setzen wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten auch immer wieder ein Zeichen dafür.“

Im Anschluss an den Kaffeeplausch wurden die Stolperstein anlässlich der Pogromnacht geputzt. Die Pogromnacht, auch bekannt als „Reichskristallnacht“, fand in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 statt und markiert einen Wendepunkt in der nationalsozialistischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und Österreich. In dieser Nacht wurden landesweit jüdische Geschäfte, Synagogen und Wohnungen angegriffen, vandalisiert und zerstört. Die Gewalt wurde durch die Ermordung des deutschen Diplomaten Ernst vom Rath durch den jüdischen Jugendlichen Herschel Grynszpan ausgelöst, dessen Familie deportiert werden sollte. Die NS-Regierung nutzte diesen Vorfall als Vorwand für die koordinierten Angriffe. Die Pogromnacht ist ein düsteres Kapitel in der Geschichte und wird als ein entscheidender Moment in der Eskalation der antisemitischen Gewalt unter dem Nationalsozialismus betrachtet. Der Kaffeeplausch und das Putzen der Stolpersteine erinnern an die Gräueltaten, um das Bewusstsein für die Gefahren von Antisemitismus und Diskriminierung zu schärfen. Jeder Stolperstein, der in Frankenberg und in anderen Städten verlegt ist, ist ein kleiner, quadratischer Gedenkstein, der an die Opfer mit ihrem Namen, dem Geburts- und Todesdatum erinnert und die Schicksalsgeschichte der betroffenen Person manifestiert. Die Juso-Vorsitzende, Jessica Heß, sagte: „Die Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere an Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, politisch Verfolgte und andere Minderheiten, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. Es sind all jene, die Oskar Schindler und andere nicht retten konnte. Die Stolpersteine sind ein bewegendes und eindringliches Mittel, um das Gedächtnis an die Opfer zu bewahren und die Gesellschaft zu sensibilisieren. Nicht nur an der Pogromnacht, aber insbesondere an diese düstere Nacht in der Geschichte als entscheidender Moment in der Eskalation der antisemitischen Gewalt unter dem Nationalsozialismus, wollen wir gemeinsam den Opfern gedenken! Nie wieder gilt jeden Tag!“