Demokratiekonferenz diskutierte Erhalt und Stärkung der Demokratie

Waldeck(pm). „Wie soll es weitergehen nach der Europa-Wahl, nach den vielen Demonstrationen und Aktionen für Demokratie?“ um diese Frage zu beantworten, lud das Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg engagierte Kooperationspartner zum Vernetzungstreffen am 18.06. ein. Nach den Veröffentlichungen der Deportationspläne rechtsextremer Akteure durch das investigative Medienhaus Correctiv gab es deutschlandweit große Demonstrationen für den Erhalt der Demokratie. Auch im Landkreis gingen mehrere Tausend Menschen auf die Straße. So bemerkenswert es ist, dass die Demonstrationen im ganzen Landkreis verteilt stattgefunden haben und weiterhin stattfinden sollen, stellt sich die Frage, ob das alles ist, was zur Entwicklung eines wieder aktiven Demokratieverständnisses möglich und nötig ist, und mit welchen konkreten Mitteln die Demokratie gestärkt und wieder zur allgemeingültigen Grundlage unserer Gesellschaft werden kann. Nach einer Begrüßung durch den Waldecker Bürgermeister Jürgen Vollbracht, der das Dorfgemeinschaftshaus kostenfrei für das Treffen zur Verfügung gestellt hatte, tauschten sich die Teilnehmenden zu verschiedenen Fragestellungen aus und reflektieren die bisherigen Aktionen, und was mit ihnen erreicht und was nicht erreicht werden konnte.
Dr. Wolfgang Werner, Vorsitzender des Vereins Rückblende gegen das Vergessen e.V., einer der Teilnehmer des Treffens, äußert sich sehr zufrieden über die vielfältigen Aktionen im Landkreis: „An eine so große politische Bewegung im Landkreis kann ich mich nur vor 40 Jahren erinnern, als gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Frankenberg-Wangershausen demonstriert wurde.“ Andere Teilnehmer zeigten sich kritischer. Helmut Schmidt-Biermann von der neu gegründeten Bad Wildunger Initiative für Demokratie, Toleranz und Vielfalt forderte, dass sich die etablierten demokratischen Parteien endlich über alle Parteigrenzen hinweg eindeutig und aktiv gegen extremistische Tendenzen stellen. Dies wünschte er sich auch von allen politischen Entscheidungsträger.


„Das Treffen diente dazu eine Zwischenbilanz zu ziehen und den Aktiven den Rücken zu stärken. Dabei sind weit mehr Menschen aktiv als heute hier sind. Diese wollen wir miteinander vernetzen, um Synergien zu schaffen“, erklärt Helena Heider, Koordinatorin des Netzwerks für Toleranz. Ihre Kollegin Violetta Bat ergänzt: „Es ist wichtig die geleistete ehrenamtliche Arbeit für den Erhalt unserer Freiheit zu würdigen und wertzuschätzen. Ziel des Netzwerks ist es die Engagierten zu fördern und sie zu unterstützen.“ Ein weiteres Treffen soll nach den Sommerferien stattfinden. In der zweiten Jahreshälfte sind weitere vielfältige Veranstaltungen für Vielfalt und Toleranz im Landkreis geplant. Zum Beispiel die Woche für Demokratie vom 09. – 16.11 November in Waldeck mit Musik, Diskussionen und Vorträgen oder das Demokratiefest in Lichtenfels am 25.08. Mehr Informationen gibt es beim Netzwerk für Toleranz www.toleranzwafkb.de. Das Netzwerk für Toleranz wird als Partnerschaft für Demokratie im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesfamilienministerium und im Rahmen des Landesprogramms „Hessen aktiv für Demokratie, gegen Extremismus“ vom Land Hessen gefördert.