Frankenberg(od). Die Bundesregierung will die die Steuervergünstigung für die Landwirtschaft bei Agrardiesel streichen. Ebenso soll Kfz-Steuer Vergünstigung wegfallen. Mit einer angemeldeten Trecker-Demonstration in Frankenberg machten die Landwirte aus Waldeck-Frankenberg ihrem Unmut Luft. 170 Fahrzeuge fuhren in kleinen Trupps kreuz und quer durch die Frankenberger Innenstadt. Auch wenn mache Autofahrer genervt auf die Hupe drückten, insgesamt zeigt man Verständnis. „Denn es geht um mehr als nur um die Landwirte, es geht auch um den Mittelstand und die Verbraucher“, so der Frankenberger Kreislandwirt Olaf Fackiner bei der Abschlusskundgebung, „es ist ein Angriff auf den ländlichen Raum.“
Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg, Matthias Eckel wies darauf hin, dass es die finanziellen Auswirkungen nicht nur Landwirte und landwirtschaftliche Lohnunternehmer direkt betreffen. Tierfutter wird teurerer, nicht nur für die Landwirte, auch für die Menschen, die sich Haustiere halten, der Vertragsnaturschutz und die Landschaftspflege wird kommunalen Kassen zusätzlich belasten und letztlich werden auch im Inland erzeugte Lebensmittel im Preis steigen. Das betrifft besonders Biolandwirte und deren Erzeugnisse, da Biolandlandwirte ihre Flächen mechanisch pflegen und die öfter durchfahren müssen. Im europäischen Wettbewerb fallen deutsche Landwirte noch weiter zurück, da andere Länder deutlich mehr Erleichterungen für die Landwirtschaft haben. So können in einigen EU-Ländern Landwirte ihre Maschinen mit Heizöl fahren, sind von Grundsteuer auf landwirtschaftlichen Flächen befreit, haben ein gedeckelten Einkommenssteuersatz oder sind komplett von der Kfz-Steuer befreit. Fackiner kündigte an, dass die Proteste weitergehen, man wird am Montag nach Berlin fahren um dort zu protestieren.

