Artenvielfalt ist Partnerin des Klimaschutzes

NABU Hessen ruft zur Teilnahme am globalen Klimastreik am 3. März auf

Wetzlar(pm). Der NABU Hessen ruft dazu auf, sich am globalen Klimastreik von Fridays for Future am 3. März zu beteiligen. In zahlreichen hessischen Städten gehen am Welttag des Artenschutzes Menschen auf die Straße, um sich für den Schutz unserer Lebensgrundlagen einzusetzen. „Der Klimastreik am Tag des Artenschutzes zeigt, dass der Schutz von Klima und biologischer Vielfalt stets zusammengedacht werden muss. Wer das eine gegen das andere ausspielen will, hat nicht verstanden, dass beide großen Umweltkrisen nur gemeinsam gelöst werden können“, erklärt der NABU-Landesvorsitzende Gerhard Eppler.

Es werde immer deutlicher, dass sich beide Umweltkrisen gegenseitig verstärken und dadurch noch gefährlichere Auswirkungen auf eine lebenswerte Zukunft haben. „Durch die intensive Landwirtschaft sind die Bestände unserer Wiesenvögel in den letzten Jahrzehnten drastisch zurückgegangen. Die immer trockeneren Sommer sorgen nun dafür, dass es für die selten gewordenen Vögel der Feuchtwiesen wie Kiebitz, Brachvogel, Uferschnepfe und Bekassine immer schwerer wird, einen geeigneten Lebensraum zu finden“, so der Biologe Eppler. Auch der Vogel des Jahres, das Braunkehlchen, zählt zu den Klimaverlierern. Früher vielerorts in Hessen zu Hause, findet es sich heute fast nur noch in den hessischen Berglagen. „Ohne einen erfolgreichen Klimaschutz wird sich die heimische Tier- und Pflanzenwelt stark verändert. Es ist zu befürchten, dass wir viele Arten, die an kleine Gewässer und kühl-feuchte Lebensräume gebunden sind, verlieren. Dazu gehören besonders auch Amphibien, Libellen und Pflanzen der feuchten Bergwiesen wie Arnika und Trollblume“, so Eppler. Etwa die Hälfte der potenziellen Klimaverlierer steht schon heute auf der Hessen-Liste von Arten, für die das Land eine besondere Verantwortung trägt.

Naturschutz ist Klimaschutz

Der Schutz der biologischen Vielfalt kann aber auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. So haben intakte Wälder, Feuchtgebiete und Moore eine große Bedeutung als natürliche CO2-Speicher. Werden jedoch Wälder abgeholzt, Moore entwässert oder Grünland umgebrochen, gelangen die Treibhausgase schnell wieder in die Atmosphäre. „Für den Klimaschutz brauchen wir mehr naturnahe Wälder und Wildnisgebiete in Hessen. Sie binden nicht nur klimaschädliche Gase, sondern sichern gleichzeitig die Artenvielfalt“, erläutert Eppler. Das Land Hessen habe hier noch einiges nachzuholen. Mit 0,6 % Wildnisgebieten ist das Land noch weit entfernt von den geforderten 2,0 % Prozent der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung. Auch dem Schutz der Moore kommt eine große Bedeutung zu. Mit dem Niedermoor-Projekt, bei dem hessische Moorgebiete dauerhaft gesichert werden sollen, beteiligt sich die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe seit mehreren Jahren am praktischen Klimaschutz. „Ob Wälder, Feuchtgebiete oder Moore: Natur und Klimaschutz sind zwei Seiten einer Medaille“, so Eppler. In Hessen findet der globale Klimastreik an vielen Orten statt, so in Kassel, Fritzlar, Bad Hersfeld, Fulda, Marburg, Gießen, Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Hanau, Michelstadt und Bensheim. Weitere Infos gibt es unter https://mitmachen.nabu.de/de/klimastreik und www.klima-streik.org.

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