Neuartiges Rettungskonzept für den Nationalpark fertiggestellt

Das Rettungskonzept für den Nationalpark Kellerwald-Edersee befindet sich in der Praxisphase

 Bad Wildungen(pm). Unter der Federführung von Gerd Windhausen, technischer Leiter der Bergwacht in Bad Wildungen, und Achim Frede, Leiter der Abteilung Forschung und Planung, konnte das Projekt „Rettungskonzept für den Nationalpark Kellerwald-Edersee“ nach mehrjähriger enger Kooperation erfolgreich abgeschlossen werden. Seitdem befindet sich das für Schutzgebiete wohl einzigartige Konzept in der Praxisphase. Mit Hilfe dieses Systems können verunglückte Personen im Nationalpark besser gefunden und gerettet werden. Zuvor war das Vorhaben mit allen an einem eventuellen Rettungseinsatz Beteiligten und Mitarbeitern des Nationalparks abgestimmt und eine speziell für Rettungskräfte entwickelte Rettungskarte überreicht worden.

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Das neuartige Rettungskonzept für den Nationalpark Kellerwald-Edersee konnte nach mehrjähriger enger Kooperation des Nationalparks mit der Bergwacht Bad Wildungen abgeschlossen werden. Seitdem befindet sich das Konzept in der Praxisphase und wird kontinuierlich aktualisiert, damit Rettungskräfte einen einheitlichen und aktuellen Informationsstand haben und im Ernstfall angemessen reagieren können. Ein wichtiger Meilenstein vor Abschluss des Projekts war das Treffen im Juni dieses Jahres. Dort trafen sich alle an einem eventuellen Rettungseinsatz Beteiligten, wie Feuerwehr, Polizei, Notdienste und Mitarbeiter des Nationalparks im Nationalparkamt in Bad Wildungen, um die wichtigsten Inhalte des Konzepts kennenzulernen. Gerd Windhausen stellte einen Erstentwurf des Rettungskonzeptes vor und das Nationalparkamt händigte allen Anwesenden eine speziell für die Rettungskräfte entwickelte Rettungskarte aus. Mit Hilfe dieser Karte kann in Zukunft verunglückten oder erkrankten Besuchern des Nationalparks effektiver und schneller geholfen werden.

 Wie alles begann

Harald Wieck, ehemaliger Revierleiter im Nationalpark und Gerd Windhausen hatten schon vor einigen Jahren das Fundament für das Rettungskonzept gelegt. Die werdende Wildnis und die dadurch erschwerte Befahrbarkeit mancher Wege im Schutzgebiet deuteten schon früh darauf hin, dass für das bewährte forstliche Rettungskonzept Anpassungsbedarf bestand. „Das was einmal als kleiner Gedanke vor 3 Jahren begann, ist zu einem großen Projekt geworden“, sagt Werner Fortmann-Valtink, der für die datentechnische Verarbeitung und Kartographie verantwortlich ist. Gemeinsam mit Oliver Obermann, der die Vermessung, Aufstellung und Instandhaltung der Rettungspunkte im Gelände übernommen hat, wurde das Konzept Schritt für Schritt erarbeitet.

 Warum ein Rettungskonzept?

Das Rettungskonzept wurde für die besonderen Verhältnisse des Nationalparks entwickelt, mit dem Ziel, lokalen Rettungskräften ein unterstützendes Instrument zur schnellen Auffindung von Hilfsbedürftigen in unzugänglichem, teils abgelegenem Gebiet zur Verfügung zu stellen. Besucher des Nationalparks können so schneller notfallmedizinisch versorgt und ggf. gerettet werden. Dabei steht an erster Stelle die Rettung des Menschen, unter Wahrung der Unversehrtheit von Natur, Flora und Fauna des Nationalparks.

Wie funktioniert das neue Rettungskonzept?

Mit dem neuen „Läufer-Rettungskonzept“ wurde ein ergänzendes System geschaffen, das sich an der schon bestehenden, hessenweit ausgebauten Rettungskette-Forst orientiert, die hauptsächlich für im Wald arbeitende Menschen gedacht war. Zusätzlich, zu den schon bestehenden Schildern, wurden neue Tafeln an den Wegen und Plätzen angebracht und Pfosten, sogenannte „Läufer“, entlang der Rundwanderwege platziert, die auf der Vorder- und Rückseite mit eindeutigen Rettungspunktnummern versehen sind. Die Abstände der Rettungspunkte sind dabei deutlich enger gesteckt als bei dem alten System. Die Nennung der Nummer bei einem Notruf ermöglicht den Rettungskräften eine genaue Standortbestimmung und gewährleistet eine effektive und schnelle Rettung, nötigenfalls auch mit einem Spezialgerät. „Ein solches Rettungskonzept für Wildnis-Gebiete dürfte in Schutzgebieten überregional wohl einzigartig sein“, kommentiert Achim Frede, Planungsleiter im Nationalpark.

 Können Besucher sich vorab informieren?

Menschen, die körperlich eingeschränkt oder krank sind und trotzdem auf das Wandern nicht verzichten wollen, wird mit dem erweiterten Rettungskonzept anhand der neuen „Läufer“ eine Orientierungshilfe geboten. Damit auch spontane Wanderer informiert sind, sollen die Infotafeln an den Wanderparkplätzen schrittweise mit einer kurzen Erklärung zum Rettungskonzept versehen werden. Zu beachten ist, dass im Schutzgebiet die Netzversorgung nicht durchgehend gegeben ist.

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