Sprachsensibel beraten: Hessencampus veranstaltete Fortbildung

Korbach(nh). In der Beratung von Personen mit geringen Deutschkenntnissen ist es wichtig, ein Bewusstsein für sprachliche Barrieren zu entwickeln. Zu diesem Thema hat der Fachdienst Schulen des Landkreises im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Hessencampus Waldeck-Frankenberg eine Fortbildung „Sprachsensibel beraten“ angeboten. Darin lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, den eigenen Sprachgebrauch in der Beratung zu reflektieren – und Strategien und Handlungsmöglichkeiten verständlicher Sprache im Kontext von Beratung aufzuzeigen. Bereits der Einstieg in das Thema war sehr eindrücklich: Die Teilnehmenden wurden auf Spanisch begrüßt, erhielten einen Personalfragebogen in einer ihnen unbekannten Sprache, welcher ihnen schlussendlich auch noch auf Spanisch erklärt wurde. Diesen sollten sie als Seminaraufgabe bearbeiten. „Diese Übung hat die Teilnehmer dafür sensibilisiert, wie frustrierend und verunsichernd Sprachbarrieren für Menschen sein können“, so die Referentin Tatiana La Mura Flores von der IQ Fachstelle für Berufsbezogenes Deutsch in Hamburg. „Insbesondere für geflüchtete Menschen ist dies aber tagtäglich Realität.“ Mit der Fortbildung sollte bei den Teilnehmenden aus Schule und anderen Institutionen, die Menschen mit geringen Deutschkenntnissen beraten, ein Bewusstsein für die Kommunikation in Beratungen entwickelt werden.
In vielen Übungen konnten sich die Teilnehmenden ihren Sprachgebrauch bewusst machen und erhielten hilfreiche Tipps für die Beratung mit Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind – beispielsweise auch, langsam und in ganzen Sätzen zu sprechen, die Wortwahl zu überdenken und Synonyme für Fremdworte zu finden, die das Satzverständnis erleichtern. Die Idee für das Seminar entstand aus einem Fachtag, den der Hessencampus im vergangenen September zum Thema „Wie erreiche ich sie? – (Sozial-) Pädagogische und beratende Arbeit mit neuzugewanderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ veranstaltet hat. Neben dieser Veranstaltung werden noch weitere Fortbildungen zum Themenbereich „Integration von Geflüchteten“ angeboten. Im Mai findet beispielsweise noch eine Veranstaltung zum Thema „Traumatisierte Flüchtlingskinder in Schule und Unterricht“ sowie eine Veranstaltung im Juni zum Thema „Soziale Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen” statt. Weitere Informationen zum Kursangebot gibt es online unter www.hessencampus-waldeck-frankenberg.de . Der Hessencampus ist ein landesweiter Verbund von Institutionen und engagierten Akteuren rund um die Bildung und Weiterbildung für Erwachsene. Dazu gehören allgemeine und berufliche Bildung, das Nachholen von Schulabschlüssen, Erweiterung des Wissens und der Fähigkeiten für die persönliche Lebensgestaltung, für soziale, kulturelle und politische Teilhabe. Hessencampi arbeiten landesweit in 21 Städten und Landkreisen. Sie orientieren sich am regionalen Bedarf sowie an den spezifischen Rahmenbedingungen.

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