Historische Landnutzung im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Das Luftbild zeigt einen Bereich südlich des Ahornkopfs im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Neben den unterschiedlichen Baumarten sind als Linien lediglich  Wegeverläufe erkennbar. Foto: Nationlpark Kellerwald-Edersee /nh

Bad Wildungen(nh). Die Reihe Vortrag & Forum wird im Nationalparkamt fortgeführt. Das Nationalparkamt Kellerwald-Edersee lädt am Donnerstag, den 23. Februar, herzlich in seinen Vortragssaal in Bad Wildungen, Laustraße 8, ein. Nationalpark-Mitarbeiter Werner Fortmann-Valtink wird über historische Landnutzungen im heutigen Buchengroßschutzgebiet berichten. Er wird die Arbeitsverfahren sowie die aktuellen Untersuchungsergebnisse veranschaulichen und aufzeigen, woran Nationalparkbesucher ehemalige Köhlerplatten oder Ackerterrassen auch nach Jahrhunderten noch erkennen können. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr 30 . Es ist keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt frei. Trotz seiner heutigen Naturnähe und Geschlossenheit weist das Waldgebiet des Nationalparks Kellerwald-Edersee eine Vielzahl kulturhistorischer Spuren auf. Der Nutzungsdruck auf die ursprünglichen ausgedehnten Urwälder führte ab dem 11. Jahrhundert auch im heutigen Nationalparkgebiet periodisch zur Rodung des Waldes und Gründung von Siedlungen mit Acker- und Weideflächen. Viele dieser Siedlungsversuche wurden wieder aufgegeben. Die Rodungsfluren wurden entweder als Hutungen weiter genutzt, wie beispielsweise am Fahrentriesch, oder der Wiederbewaldung überlassen.

Hochgenaue Laserscanaufnahmen bieten die Voraussetzungen, historische, teils jahrhundertealte Nutzungsspuren unter dem heutigen Wald „sichtbar“ zu machen und vollständig zu kartieren. Dieser Scan zeigt denselben Ausschnitt wie das Luftbild. Neben den Wegeverläufen sind als Kreise jetzt auch die historischen Meilerplatten deutlich zu erkennen. Foto: Nationlpark Kellerwald-Edersee

Im Zuge der frühindustriellen Entwicklung des Hüttenwesens und der Holzkohleindustrie ab dem 16. Jahrhundert stieg die Nachfrage nach Holz stark an. Die Bereitstellungsverfahren des Energieträgers Holz haben deutliche Spuren im Gelände hinterlassen. Davon zeugen bis heute die runden Meilerplatten in den Wäldern des Nationalparks, die von geübten Augen leicht zu erkennen sind. Werner Fortmann-Valtink, Mitarbeiter im Sachgebiet Forschung, Naturschutz und Planung im Nationalparkamt, begibt sich gemeinsam mit den Zuhörern auf eine spannende Zeitreise. Er beleuchtet die historische Landnutzung im Kellerwald und stellt das verwendete Arbeitsverfahren sowie die aktuellen Untersuchungsergebnisse vor. Der anschauliche Fachvortrag von Werner Fortmann-Valtink wird durch ebenso spannende Ausführungen des hiesigen Heimatforschers Friedrich Hoffmann ergänzt. Die Zuhörer dürfen sich durch die Kombination dieser zwei Referenten auf einen informativen und zeitgleich unterhaltsamen Abend freuen.

 

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