Welthospiztag 2020: Solidarität bis zuletzt

Archivbild: Besuch des Hospizes der SPD Waldeck-Frankenberg am 01.08.2018

Wiesbaden(pm). Dr. Daniela Sommer, gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, sagt zum Welthospiztag: „Sterben geht uns alle an. Hospize sind daher wichtige Einrichtungen, die Pflege und Begleitung in der letzten Lebensphase anbieten, um die Lebensqualität des sterbenden Menschen zu verbessern, seine Würde zu berücksichtigen und ihm ein selbst bestimmtes und würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen.“

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Das Motto des diesjährigen Welthospiztages „Solidarität bis zuletzt“, sei daher gut gewählt, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Dr. Sommer. Hospiz, erläutert die Gesundheitsexpertin, kommt von dem lat. hospitium „Herberge“, „Gastfreundschaft“. Ein Hospiz ist eine Einrichtung der Sterbebegleitung, die versucht den letzten Tagen mehr Leben zu geben. Stationäre Hospize sind kleine, eigenständige Einrichtungen mit in der Regel acht bis 16 Betten. Mit ihrer räumlichen Gestaltung und personellen Ausstattung gehen sie auf die besonderen Bedürfnisse schwer kranker, sterbender Menschen und ihrer Angehörigen ein. Das stationäre Hospiz in Frankenberg, für das sich die SPD im Kreis stark gemacht hatte, verfügt über acht Betten, die nahezu immer belegt sind.

Schon dies ist ein Indiz, wie wichtig die Errichtung für den Landkreis Waldeck-Frankenberg ist. Das Hospiz ist ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert und aufgebaut, jedoch ist der Personalschlüssel deutlich besser. Die Kosten für den Aufenthalt werden zu 95 % von den Kranken und Pflegekassen übernommen. Die restlichen 5 % müssen über Spenden finanziert werden. Im Hospiz stehen der Sterbende, im Hospiz Gast genannt und seine Angehörigen im Mittelpunkt. Die Pflege und Betreuung erfolgt rein nach den Wünschen und Bedürfnissen des Gastes. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu herkömmlichen Institutionen des Gesundheitswesens. Krankenhäuser und Pflegeheime, haben einen deutlich schlechteren Pflege-und Betreuungsschlüssel und können sich somit nicht so intensiv um diese Menschen kümmern, wie das im Hospiz möglich ist.

Dr. Sommer zitiert die National Hospiz Organisation: „Hospize bejahen das Leben. Hospize machen es sich zur Aufgabe, Menschen in der letzten Phase einer unheilbaren Krankheit zu unterstützen und zu pflegen, damit sie in dieser Zeit so bewusst und zufrieden wie möglich leben können. – Hospize wollen den Tod weder beschleunigen noch hinauszögern. Hospize leben aus der Hoffnung und Überzeugung, dass sich Patienten und ihre Familien auf den Tod vorbereiten können, dass sie bereit sind, ihn anzunehmen.

Voraussetzung hierfür ist, dass eine angemessene Pflege gewährleistet ist und es gelingt, eine Gemeinschaft von Menschen zu bilden, die sich ihrer Bedürfnisse verständnisvoll annimmt.“
Ihr Fazit ist: „Hospize, die ambulante Hospizarbeit und die Palliativarbeit erfüllen wichtige Funktionen. Der flächendeckende Ausbau von Hospiz- und Palliativangeboten ist wichtig, damit Menschen die letzten Tage und Wochen ihres Lebens in Würde, Geborgenheit und mit der richtigen medizinischen Versorgung verbringen können.“

Hintergrund
Der Welthospiztag, der die Aufmerksamkeit für hospizliche und palliative Belange auf internationaler Ebene erhöhen will, findet jährlich am zweiten Samstag im Oktober statt, dieses Jahr am 10. Oktober. Er wird von der Worldwide Hospice and Palliative Care Alliance (WHPCA) als Netzwerk von nationalen Hospiz- und Palliative Care Organisationen und weiteren Partnern veranstaltet und durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt.

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