Verzweiflung, Wut und Schuldgefühl – bei einer Essstörung leidet die gesamte Familie

Andrea Schadomsky vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises berät Angehörige von Essgestörten. Foto: Kreis Paderborn, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Meike Delang

Angebot für Angehörige von Essgestörten beim Gesundheitsamt des Kreises

Kreis Paderborn(krpb). Die Mutter quält schon am Morgen der Gedanken ans gemeinsame Abendessen. Denn sie weiß, es wird wieder Streit über Essen, Gewicht und Figur geben. Der Partner steht verzweifelt vor dem leeren Kühlschrank, den er doch erst am Tag zuvor gefüllt hat. Und die Geschwister fürchten sich vor dem Tag, wenn die Schwester wieder aus der Klinik kommt. „Wenn junge Menschen unter einer Essstörung leiden, dann leidet die ganze Familie mit“, weiß Andrea Schadomsky vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreisgesundheitsamtes Paderborn. Häufig hat sie weinende Angehörige am Telefon, die einfach nicht mehr weiterwissen. Deswegen bietet der Kreis nun ein neues Eltern- und Angehörigenprogramm an: „Was zählt?! – Gemeinsam Wege aus der Essstörung finden“.

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„Sie sehen ihrem Kind oder ihrem Partner buchstäblich dabei zu, wie sie oder er sich zu Tode hungert“, erzählt Schadomsky, die weiß, welche Verzweiflung, aber auch Schuldgefühle und Wut auf die Angehörigen einprasseln. Das neue Angebot hilft Betroffenen, die Krankheit und ihre Ursachen besser zu verstehen. Sie lernen, wie sie den Erkrankten besser unterstützen, sich aber auch besser abgrenzen können, und ermöglicht den Austausch mit anderen Eltern. Bis zu zehn Personen können an dem Programm teilnehmen, dass sich über fünf Abende erstreckt. Entwickelt wurde es von der „Werkstatt Lebenshunger e.V.“.

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Das erste Treffen von „Was zählt?!“ findet am Donnerstag, 2. April von 18 bis 20 Uhr im Seminarraum des Kreisjugendamtes, Bleichstraße 39 in Paderborn statt. Danach folgen die weiteren Treffen im Zweiwochen-Rhythmus. Die Anmeldefrist läuft bis zum 15. März. „Nach den fünf Abenden startet eine neue Angehörigen-Gruppe. Daher können sich auch gerne Betroffene melden, die im April keine Zeit haben, aber gerne an dem zweiten oder dritten Durchgang teilnehmen möchten“, erläutert Andrea Schadomsky. Das Angebot ist kostenlos. Anmeldung unter 05251 3085379 oder per Mail an SchadomskyA@kreis-paderborn.de

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