Bauern dürfen Umweltprobleme nicht leugnen

Symbolbild: moritz320 auf Pixabay

NABU: Steuergeld nur für klima- und umweltverträgliche Landwirtschaft

Wetzlar/Wiesbaden(pm). Der NABU Hessen fordert die heute in Wiesbaden protestierenden Bauern dazu auf, die großen Umweltprobleme nicht auszublenden und sich gemeinsam mit Verbraucherinnen und Verbrauchern für eine nachhaltigere Landwirtschaft einzusetzen. „Die Sorgen von Landwirtinnen und Landwirten sind verständlich. Viele fühlen sich dem Preisdruck und steigenden Umweltanforderungen kaum gewachsen. Doch es bringt nichts, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Die Umweltprobleme lassen sich nicht leugnen: Bestäuber verschwinden in Rekordtempo, die typischen Feldvogelarten sind dramatisch eingebrochen. Unser Grundwasser ist mit Nitrat belastet und die Klimabilanz der Landwirtschaft unverändert schlecht. Darüber müssen wir einen Dialog führen“, erklärte NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler.

Die Landesregierung habe sich in Berlin und Brüssel für eine gerechtere Agrarpolitik einzusetzen, die tragfähige Brücken zwischen Natur, Bauern und Verbrauchern schlägt. „Unsere Steuergelder müssen endlich bei jenen Landwirtinnen und Landwirten ankommen, die umwelt- und klimafreundlich produzieren wollen“, so Eppler. Rund 60 Milliarden Euro stehen für die Agrarförderung pro Jahr in Brüssel bereit. Dieses Geld dürfe keine Turbo-Landwirtschaft mehr fördern. Stattdessen müsse es gerechter und nachhaltiger verteilt werden. Gerade kleine und mittlere Betriebe würden von Zuschüssen für mehr Natur- und Umweltschutz enorm profitieren.

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Die Landesregierung müsse darüber hinaus die regionale Vermarktung stärken und bessere Anreize für mehr Artenvielfalt in der Feldflur schaffen. Als großes Defizit sieht der NABU an, dass bestehende Förderinstrumente des Naturschutzes für Landwirte zu kompliziert und bei ihnen kaum bekannt seien. „Die Förderung des Artenschutzes muss so einfach gestrickt sein, dass man einen Antrag in einer Stunde ausfüllen kann“, so Eppler. Naturschutz- und Landwirtschaftsverwaltung hätten ihre Arbeit künftig besser zu koordinieren.

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