Mit Ethik zum Erfolg

Gut besucht war die Präsentation der Gemeinwohlbilanzen von vier Unternehmen aus der Region. Foto:pr

LEADER Förderung ermöglicht neue Wege in der Wirtschaft

Marburg(pm). Vier mittelhessische Unternehmen präsentieren erstmals ihre Gemeinwohl-Bilanzen und zeigen, dass ethisches Wirtschaften möglich ist. Das Ziel steht fest: Eine Ökonomie zum Wohle aller! Vier mittelhessische Pionierunternehmen messen deshalb ihren Unternehmenserfolg auch mit einer Gemeinwohl-Bilanz. „Denn diese bildet den Erfolg unserer Arbeit dort ab, wo uns der Sinn unserer Arbeit hinführt, in eine Steigerung des Gemeinwohls“, so begründet Christoph Feist von der Fleckenbühler Landwirtschaft die Motivation fürs Unternehmen.

„Es ist sehr wertvoll, dass wir solche Unternehmen in unserer Region haben,“ freute sich Jens Ried,
der als designierter Bürgermeister der Gemeinde Cölbe die Veranstaltung zur Präsentation der
Gemeinwohl-Bilanzen eröffnete. Etwa 50 Interessierte kamen am 05.04.2019 auf Hof Fleckenbühl,
um über die Perspektive der Unternehmen mit der Gemeinwohl-Bilanzierung zu erfahren. Die
Region Burgwald-Ederbergland ist ein fruchtbarer Boden für ethisches Wirtschaften. Ermöglicht
durch eine LEADER Förderung konnte das Thema Wirtschaften fürs Gemeinwohl auf
verschiedenen Ebenen in der Region behandelt werden. Neben einer Studienreise, gab es eine
Regionalkonferenz und Informationsveranstaltungen für Unternehmen und Gemeinden.
Die Vorstellung der Gemeinwohl-Bilanzen war somit der öffentliche Abschluss dieses LEADERProjekts.
Beteiligt waren die gemeinnützige und mildtätige GmbH „Die Fleckenbühler“ (Bereich
Landwirtschaft), die Frankenberger Steuerberatungsgesellschaft Czeczatka & Werner, MarMed
GmbH (Praxisbedarf und Praxisausstattung für Tierarztpraxen) und der St. Elisabeth-Verein
Berufliche Bildung (StEBB). Ihre Erfahrungen haben Sie in einer gemeinsamen bei den
Unternehmen erhältlichen Broschüre zusammengefasst.

Durchweg positiv berichteten die Unternehmen vom Prozess der Bilanzierung. Auch wenn der
zeitliche Aufwand nicht zu unterschätzen sei, resümiert Rüdiger Müller von StEBB: „Es lohnt sich.
Durch die Gemeinwohl-Bilanzierung stellte ich überraschenderweise fest, dass wir in einigen
Bereichen nachhaltig handeln, von denen ich das gar nicht gedacht hätte.“ „Es ergaben sich auch
ganz neue Fragestellungen als wir anfingen unser Unternehmen nach GWÖ-Kriterien zu
bilanzieren“, erläuterte Steffen Werner von Czeczatka & Werner die Anfänge der Begleitung durch
die GWÖ-Berater. „Wir, im Besonderen aber Unternehmen können einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur „Enkeltauglichkeit“ der Welt leisten, wenn wir unser Handel entsprechend ausrichten“, beschreibt Peter Jacobs die persönliche Motivation als Geschäftsführer der MarMed GmbH.

„Mit der Gemeinwohl-Ökonomie streben wir einen Bewusstseinswandel an, in der Kooperation
anstatt Konkurrenz zum Leitmotiv wirtschaftlichen Denkens sein wird“, sagte der GWÖ-Berater
Dirk Posse und betonte, dass Geld wieder nur ein Zweck des Wirtschaftens, aber nicht dessen Ziel
sein sollte. „Mit der Gemeinwohl-Ökonomie wird das umgesetzt, was Schülerinnen und Schüler seit
einigen Monaten fordern: handeln, nicht reden“, ergänzt die GWÖ-Beraterin Ulrike Häußler, die
gemeinsam mit Dirk Posse die vier Unternehmen begleitet hat. Gemeinwohl-Ökonomie in der Region. Im Sommer wird eine neue Gruppe von Unternehmen sich auf den Weg zur Gemeinwohl-Bilanzierung begeben. Dazu findet am 09.05.2019 um 17.00 Uhr eine Auftaktveranstaltung statt. Mehr Informationen über Dirk Posse, GWÖ Regionalgruppe Lahn- Eder, lahn-eder@ecogood.org

Über die Gemeinwohl-Ökonomie
Die weltweit agierende Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung wurde 2010 ins Leben gerufen. Sie
basiert auf den Ideen des österreichischen Publizisten Christian Felber. Aktuell umfasst sie weltweit
rund 11.000 Unterstützer*innen, mehr als etwa 4.000 Aktive in über 150 Regionalgruppen, 31
GWÖ-Vereine, 500 bilanzierte Unternehmen und andere Organisationen, knapp 60 Gemeinden und
Städte sowie 200 Hochschulen weltweit, die die Vision der Gemeinwohl-Ökonomie verbreiten,
umsetzen und weiterentwickeln — Tendenz steigend! Seit Ende 2018 gibt es den Internationalen
GWÖ-Verband, in dem sich die neun nationalen Vereine abstimmen und ihre Ressourcen bündeln.
Informationen zur Gemeinwohl-Ökonomie www.ecogood.org und zur Regionalgruppe Lahn-Eder
http://www.ecogood.org/de/lahn-eder.

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