Menschen zu helfen, das ist doch Weihnachten

Sie sagen Danke: Landrat Manfred Müller (hinten mittig im Bild mit Paket in der Hand), links neben ihm Uwe Hoffmann, Vorsitzender der Tafel Paderborn, und die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Michael freuen sich über die die vielen gespendeten Weihnachtspäckchen. Bildnachweis: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Michaela Pitz

Aktion „Frohe Weihnachten für alle“ der Tafel Paderborn – über 800 Päckchen verteilt

Kreis Paderborn(krpb). Nieselregen, graue Wolken, ein Himmel, der bis zum Boden reicht. Der Dezember sieht an diesem Morgen nicht nach Weihnachten aus. Menschen warten vor dem Gymnasium St. Michael in Paderborn. Viele von ihnen sind verunsichert, blicken sichtbar beklommen zur Eingangstür. Denn wer hier ansteht, hat kaum das Nötigste zum Leben. Drinnen in der Turnhalle stapeln sich Weihnachtspäckchen. Uwe Hoffmann, Vorsitzender der Tafel Paderborn, gibt das Signal: „So, kann losgehen“. Die Türen öffnen sich: Einen ganzen Tag lang händigen die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafel und die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums jene Päckchen aus, die einen Tag zuvor gespendet wurden. Für ein „Weihnachten für alle“, so auch das Motto der alljährlichen Weihnachtspäckchenaktion.

Landrat Manfred Müller ist seit 2009 Schirmherr der Tafel Paderborn. Er nimmt sich auch an diesem Morgen etwas Zeit, um die Päckchen mit auszugeben. „Ich bin sehr dankbar für das alles hier. Für die liebevoll dekorierten Päckchen und Spendenbereitschaft der Menschen, für die vielen Helferinnen und Helfer, die diese Aktion möglich machen“, sagt er. Die 14-jährige Franziska, Felicitas und Johanna sind das erste Mal dabei. Die Freude, mitzumachen, sieht man ihnen an. „Wir haben auch zu Hause geschaut, ob wir nicht noch Spielzeug haben, das wir spenden können“, sagt Franziska. „Wir brauchen das doch nicht mehr, andere aber schon“, meint sie. Die Idee hatten viele: Jede Menge Spielzeug liegt auf den Tischen bereit, zusätzlich zu den Lebensmittelpaketen. „Ich finde das schön, den Menschen hier so nah zu sein, sichtbar helfen zu können. Das ist doch Weihnachten“, meint Felicitas. Und sie und Johanna entschuldigen sich fast dafür, dass sie weiter machen müssen, damit alles verteilt werden kann.

Klaus-Peter und Vera tragen die blauen T-Shirts der Tafel Paderborn. „Jeder gibt, was er kann“, steht drauf. Beide engagieren sich seit Jahren und sind bei jeder Weihnachtspäckchenaktion dabei. „Wir bekommen ein Lächeln zurück. Das ist für uns Weihnachten“, betont Vera. Die Frau neben ihr strahlt. „Meine Tochter malt so gern“, erzählt sie. Jemand scheint das geahnt zu haben und hat auch einen Malkasten gespendet. Ein Mann fragt schüchtern, ob er auch ein bisschen Kaffee haben kann. Der fehlt in seinem Päckchen. „Möchten Sie lieber löslichen Kaffee oder Filterkaffee“, fragt Klaus-Peter. Er hakt so sensibel nach, weil er weiß, dass viele nicht einmal eine Kaffeemaschine zu Hause haben. Geschweige denn einen dieser modern designten Kaffeevollautomaten, der für andere so selbstverständlich ist wie der tägliche Gang in den Supermarkt, um den Kühlschrank zu füllen. Die so genannten Kunden der Tafel können das nicht. Sie stehen jeden Tag an einer Abgabestelle an. Ist das nicht sehr schwer, ja beschämend, um Essen bitten zu müssen? „Beschämend ist, dass es in diesem reichen Land eine solche Armut gibt“, sagt Klaus-Peter aufgebracht. Eigentlich sollte es eine solche Einrichtung wie die Tafel nicht geben müssen, meint er.

Uwe Hoffmann hat diese Tafel in Paderborn gegründet und stimmt ihm zu. Auf seinem Zettel hat er vermerkt, wie viele Päckchen er heute braucht, damit wirklich niemand mit leeren Händen nach Hause geht. „Wir haben 825 Haushalte zu versorgen. 843 Kinder leben darin“, rechnet er vor. Am Ende des Tages hat er die Gewissheit: „Auf Paderborn ist Verlass. Alles ist verteilt. Wir konnten über 800 Päckchen aushändigen. Herzlichen Dank und Frohe Weihnachten“.

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