Mehr Vögel in Dörfern und Städten-Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel 2014 in Hessen

Zaunkönig

Wetzlar(nh). Bei der diesjährigen Stunde der Gartenvögel wurden in Hessen knapp 60.000 Vögel in über 1.800 Gärten beobachtet. Im gesamten Bundesland beteiligten sich über 2600 Naturfreunde an der Mitmachaktion im Namen der Bürgerwissenschaft („Citizen Science“). Nach zehn Aktionsjahren zeigen sich nun erste langfristige Trends: „Immer mehr Vogelarten zieht es aus der freien Landschaft in Dörfer und Städte“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Am Beispiel des Feldsperlings lasse sich beobachten, dass typische Feldvögel vermehrt im Siedlungsbereich auftauchten. Dies deute darauf hin, dass ihre Lebensbedingungen in der Agrarlandschaft immer schlechter würden.

 

Der ländliche Vetter des Haussperlings nimmt im Agrarland ab, in Städten und Dörfern dagegen konstant zu. Lag der Feldsperling im Jahr 2006 mit durchschnittlich 0,21 gezählten Vögeln pro Garten auf Platz 22 der am häufigsten beobachteten Vögel in Hessen, so steigerte er sich bis 2014 kontinuierlich auf Platz 14 mit durchschnittlich 0,70 gezählten Vögeln pro Garten. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Gärten und Parks als Rückzugsgebiete für die Natur. „Um den Feldvögeln im Siedlungsbereich zu helfen, sollten alle Naturfreunde ihre Gärten naturnah gestalten und auf den Einsatz von Giften verzichten“, so Eppler. Naturnahe Gärten stellten wichtige Lebensräume für viele Vogelarten dar, die in der ausgeräumten Agrarlandschaft kaum noch ein Auskommen fänden.

An der Reihenfolge der vier häufigsten Gartenvögel in Hessen hat sich in diesem Jahr dagegen nichts geändert. Den Spitzenrang belegt nach wie vor der Spatz, gefolgt von Amsel, Kohlmeise und Blaumeise. Die weiteren sechs Plätze werden in diesem Jahr von Elster, Star, Mauersegler, Mehlschwalbe, Grünfink und Ringeltaube eingenommen. Deutschlandweit haben knapp 40.000 Vogelfreunde mehr als 930.000 Vögel gezählt.

Die „Stunde der Gartenvögel“ feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Zur Interpretation der Daten weist der NABU darauf hin, dass Veränderungen der Zählergebnisse nicht zwangsläufig mit Veränderungen der Vogelbestände gleichzusetzen sind. „Deswegen ist es so wichtig, Langzeitdaten zu sammeln, mit denen sich punktuelle Beeinträchtigungen wie das Wetter von nachhaltigen Einflüssen trennen und Bestandstrends erkennen lassen“, begründet Eppler den alljährlichen Aufruf. Die bundesweiten und hessenspezifischen Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ sind auf einer interaktiven Karte im Internet unter www.nabu-hessen.de zu finden.

Die nächste große NABU-Mitmachaktion ist die „Stunde der Wintervögel“ vom 9. bis 11. Januar 2015.

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