Korbach(pm). Die Koalition aus CDU und SPD im Kreistag Waldeck-Frankenberg setzt ein deutliches Zeichen für mehr Beteiligung junger Menschen in der Kommunalpolitik: Am 15. September 2025 steht ein gemeinsamer Antrag zur Einrichtung eines Kinder- und Jugendparlaments auf der Tagesordnung des Kreistags. Eingebracht wurde der Antrag auf Initiative der SPD-Fraktion und wird von der CDU-Fraktion ausdrücklich unterstützt. Mit diesem Antrag soll der Kreisausschuss beauftragt werden, die Gründung eines Kinder- und Jugendparlaments in Waldeck-Frankenberg in die Wege zu leiten. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche systematisch an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen, die sie unmittelbar betreffen – von Bildung und Freizeitgestaltung bis hin zu Mobilität, Digitalisierung und Klimaschutz. „Wir wollen junge Menschen ermutigen, ihre Meinung zu sagen – und dafür sorgen, dass diese Meinungen auch gehört und ernst genommen werden“, betont Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. „Ein Jugendparlament ist keine Symbolpolitik, sondern ein praktischer Beitrag zur Stärkung der Demokratie von unten. Wer früh mitreden darf, engagiert sich später verantwortungsvoll.“ Der Antrag sieht vor, dass der Kreisausschuss ein Konzept zur Ausgestaltung des Jugendparlaments erarbeitet. Dazu gehört u. a. die Frage, wie die Mitglieder gewählt werden, wie häufig Sitzungen stattfinden sollen und welche Mitspracherechte das Parlament im Kreistag oder in Ausschüssen erhalten kann.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christel Keim (SPD) erklärt: „Wir versprechen uns als Kreis wertvolle Impulse. Denn wer kennt die Lebensrealität junger Menschen besser als sie selbst? Ein Jugendparlament gibt uns einen direkten Zugang zu ihren Ideen, Sorgen und Visionen. Und ich bin überzeugt: Das macht unsere Politik nicht komplizierter, sondern besser.“
Dass der Antrag auf breite Unterstützung trifft, ist Ausdruck der vertrauensvollen Zusammenarbeit in der Großen Koalition im Kreistag. Auch aus der CDU-Fraktion wurden im Vorfeld zahlreiche konstruktive Anregungen aufgenommen, um das Beteiligungsformat möglichst nachhaltig und wirksam zu gestalten. Der gemeinsame Antrag ist das Ergebnis intensiver Abstimmungen in den vergangenen Monaten – und orientiert sich an erfolgreichen Beispielen aus anderen hessischen Landkreisen und Städten.
Die Koalition möchte mit dem Antrag zudem ein klares Signal an Schulen, Jugendzentren, Vereine und freie Träger senden: Die politische Teilhabe junger Menschen soll nicht nur gefördert, sondern strukturell verankert werden. Dabei spielt auch die Kooperation mit bestehenden Einrichtungen wie der Kreisjugendpflege, Jugendbildungsstätten und Sozialarbeit eine wichtige Rolle. In einem ersten Schritt sollen Kinder und Jugendliche aktiv in die Entwicklung des Jugendparlaments eingebunden werden – z. B. über Workshops, Online-Befragungen oder offene Jugendforen. Der Zeitplan sieht vor, dass bis Mitte 2026 die konzeptionellen Grundlagen stehen sollen, damit die erste Wahl und die konstituierende Sitzung des Jugendparlaments im Laufe des Jahres 2026 stattfinden können.
„Die Demokratie beginnt vor Ort – und sie beginnt am besten früh. Mit diesem Antrag machen wir ernst damit, die Jugend nicht nur zu informieren, sondern einzubinden“, so Kalhöfer-Köchling abschließend. Die SPD- und CDU-Fraktion laden bereits jetzt alle Interessierten ein, sich an dem Entwicklungsprozess zu beteiligen. Der Antrag wird am 15. September im Kreistag beraten – mit dem Ziel, den Weg für ein starkes und lebendiges Jugendparlament in Waldeck-Frankenberg freizumachen.

