Hilfe für den seltenen Kreuz-Enzian

Artenschutzprojekt des Landschaftspflegeverbandes Waldeck-Frankenberg

Waldeck/Edertal(pm). Um dem Artenrückgang entgegen zu wirken, hat der Landschaftspflegeverband (LPV) Waldeck-Frankenberg ein Wiederansiedlungsprojekt für den seltenen Kreuz-Enzian initiiert. Das Projekt läuft seit 2021 und findet in enger Kooperation mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee statt. Von zwei kleinen Restvorkommen im Landkreis wurden in 2021 Samen gesammelt, welche im Botanischen Garten Marburg zu Jungpflanzen herange­zogen und anschließend auf ausgewählten Kalk-Standorten im Landkreis ausgebracht wurden. Die Wiederan­siedlung war bereits so erfolgreich, dass erneut Samenmaterial gewonnen und im Frühjahr dieses Jahres weitere Pflänzchen ausgebracht werden konnten. Für eine erfolgreiche Wiederansiedlung des Kreuz-Enzians werden durch den LPV zudem Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume und des Lebens­raumverbundes umgesetzt. Die Art wächst auf extensiv beweideten Kalkmagerrasen, welche jedoch aufgrund ausbleibender oder unzureichender Pflege oftmals keinen geeigneten Lebensraum mehr dar­stellen.

Foto: LPV
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Grund ist, dass die Beweidung als tradi­tionelle Nutzungsweise von Magerrasen wirtschaft­lich unrenta­bel geworden ist. Mehrere Kalkmagerrasen im Raum Waldeck-Edertal konnten auf Initiative des LPV durch Entbuschungen, Mahd und anschließende Beweidung erfolgreich wiederhergestellt werden. Die Schafe und Ziegen stellen übrigens keine Gefahr für den Kreuz-Enzian dar, da dieser Bitterstoffe enthält und in der Regel nicht gefressen wird. Im Gegenteil: Durch den Tritt der Tiere entstehenden offene Bodenstellen in der Grasnarbe, in denen der Kreuz-Enzian keimen und aufwachsen kann. Doch warum diese Bemühungen? Maren Lange vom LPV Waldeck-Frankenberg, die das Artenschutzprojekt seit letztem Jahr feder­führend betreut, schildert: Die Sicherung regionaler Artvorkommen ist für den Erhalt der Artenvielfalt von großer Bedeutung. Biologische Vielfalt wiederum ist Voraussetzung für funktionie­rende Ökosysteme und somit Lebensgrundlage für uns Menschen. Das tolle an ebensolchen Projekten ist, dass nicht nur die Zielart selbst, sondern zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten von den Maßnahmen profitieren. So wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt im Landkreis geleistet.