Kassel/Lohfelden. Schnellere Infrastrukturprojekte, wirtschaftlich tragfähige Elektromobilität und eine engere Zusammenarbeit zwischen Logistik und Industrie: Diese Themen prägen den heutigen elften LogistikTAG Nordhessen. Mit 175 Anmeldungen bringt die Veranstaltung Unternehmen, Politik und Forschung unter dem Leitmotiv „Logistikstandort Nordhessen 2030 – Transformation gemeinsam gestalten“ zusammen. Veranstalter sind das Regionalmanagement Nordhessen gemeinsam mit MoWiN.net e.V. und der House of Logistics and Mobility (HOLM) GmbH. Gastgeber ist Daimler Truck im Mercedes-Benz Trucks Nutzfahrzeugezentrum Kassel. Der stellvertretende Ministerpräsident und hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori diskutierte am Vormittag mit Kai Georg Bachmann, Geschäftsführer des Regionalmanagements Nordhessen, und HOLM-Geschäftsführer Michael Kadow über die Perspektiven der Region. Beim
anschließenden Ausstellerrundgang informierte sich der Minister über Angebote und Lösungen der beteiligten Unternehmen. Die Diskussion machte deutlich: Nordhessen verfügt durch seine zentrale Lage, die Nähe zu industriellen Auftraggebern und die dezentrale Energieversorgung über gute Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Logistikstandorts. Zugleich müssen notwendige Infrastrukturmaßnahmen schneller umgesetzt werden. Besonders der Brückenbau stand dabei im Fokus. Im Austausch wurde betont, dass eine Beschleunigung möglich ist und konsequent verfolgt werden muss.
„Nordhessen ist eine der wichtigsten Logistikdrehscheiben Deutschlands. Die Branche sichert hier zehntausende Arbeitsplätze und ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region.
Unser Anspruch ist klar: Wir wollen diese Stärke sichern und Nordhessen fit für die Logistik von morgen machen. Dafür setzen wir auf moderne Infrastruktur, Digitalisierung, klimafreundliche
Antriebe und gut ausgebildete Fachkräfte. Mit dem Hessenfonds, gezielter Innovationsförderung und einer vorausschauenden Flächenplanung schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass
Unternehmen hier investieren und neue Arbeitsplätze entstehen können. Denn für mich ist entscheidend, dass der wirtschaftliche Wandel nicht an den Menschen vorbeigeht, sondern ihnen
neue Perspektiven eröffnet“, erklärt Kaweh Mansoori. Für das Regionalmanagement steht die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Branchen im Mittelpunkt. „Wir wollen, dass aus dem Wandel neue Aufträge, Investitionen und Arbeitsplätze in Nordhessen entstehen. Dafür müssen wir die Stärken unserer Logistikunternehmen mit dem Know-how aus Industrie und Forschung zusammenbringen. Der LogistikTAG schafft dafür den persönlichen Austausch: Hier finden Unternehmen Partner, mit denen sie neue Lösungen in die Praxis bringen und Wertschöpfung in der Region halten können“, sagt Kai Georg Bachmann.
Elektrische Nutzfahrzeuge wirtschaftlich einsetzen
Das weitere Tagesprogramm greift konkrete Anwendungsfragen auf. Bei der Elektromobilität geht es darum, unter welchen technischen und wirtschaftlichen Bedingungen elektrische Nutzfahrzeuge im Alltag eingesetzt werden können. Beiträge von HÜBNER, Kirchner Solar Group, ZUFALL und Daimler Truck sowie Fahrzeugdemonstrationen verbinden die Diskussion mit praktischen Einblicken. „Die Transformation hin zu einer CO₂-neutralen Logistik ist in vollem Gange. Mit unseren batterieelektrischen Trucks stehen die Produkte bereits heute zur Verfügung. Der Erfolg dieser Transformation hängt jedoch nicht allein von der Fahrzeugtechnologie ab. Ebenso entscheidend sind ein flächendeckender Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie wirtschaftliche
Rahmenbedingungen, die den Einsatz emissionsfreier Nutzfahrzeuge für unsere Kunden attraktiv machen. Der LogistikTAG bietet die ideale Plattform, um gemeinsam mit Speditionen, Verladern,
Politik und Partnern über die nächsten notwendigen Schritte zu diskutieren“, sagt Leonhard Niemann, Leiter des Daimler Truck Nutzfahrzeugzentrums Kassel.
Medizinische Drohnenlogistik und widerstandsfähige Lieferketten
Welche Möglichkeiten Drohnen für die medizinische Versorgung eröffnen, ist ein weiterer Schwerpunkt. Prof. Dr. Irina Berger vom Klinikum Kassel und Dr. Astrid Szogs von Hamburg Aviation beleuchten mögliche Transporte medizinischer Schnellschnitte und die Anforderungen an solche Anwendungen. Vertreter von HÜBNER, Volkswagen Kassel und Continental Korbach widmen sich im Nachmittagsprogramm der Frage, wie Unternehmen ihre Lieferketten widerstandsfähiger gestalten und Versorgung sowie Produktion absichern können. Die begleitende Ausstellung und die Vorstellung junger Unternehmen ergänzen das Fachprogramm. Sie bieten Gelegenheit, Lösungen kennenzulernen, Geschäftskontakte zu knüpfen und Partner für gemeinsame Vorhaben zu finden. Damit verbindet der LogistikTAG die Diskussion über die Zukunft des Standorts mit dem direkten Austausch zwischen den Akteuren, die diese Entwicklung gestalten.







