Alsfeld. Steigende Betriebskosten, klimatische Veränderungen, neue gesetzliche Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Unsicherheiten stellen landwirtschaftliche Betriebe vor vielfältige Herausforderungen. Umso wichtiger sind fundiertes Fachwissen, unternehmerische Kompetenz und gut ausgebildeter Berufsnachwuchs. Die Einjährige Fachschule für Landwirtschaft des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) in Alsfeld setzt hier ein Zeichen für Kontinuität und Zukunftsperspektiven: Am Montag, 19. Oktober, begann das neue Schuljahr mit 13 neuen Studierenden. Sie streben den Abschluss als „staatlich geprüfte Wirtschafterin bzw. staatlich geprüfter Wirtschafter der Fachrichtung Agrarwirtschaft“ an.„Eine praxisnahe landwirtschaftliche Weiterbildung ist angesichts der aktuellen Entwicklungen und Anforderungen in der Landwirtschaft wichtiger denn je. Ich freue mich, dass 13 Studierende ihre berufliche Zukunft an unserer Fachschule in Alsfeld gestalten“, betont Martin Grenzebach, Abteilungsleitung 2 „Bildung“ beim LLH.
Bewährtes Ausbildungskonzept mit Zukunft
Seit mehr als 150 Jahren begleitet die traditionsreiche Fachschule in Alsfeld angehende Landwirtinnen und Landwirte auf ihrem beruflichen Weg. Als Winterschule ist sie auf die besonderen Bedingungen der Landwirtschaft ausgerichtet: Die Studierenden können während der arbeitsintensiven Sommermonate auf Betrieben tätig sein und sich im Winter gezielt ihrer Weiterbildung widmen. Der Unterricht erstreckt sich auf zwei Winterhalbjahre, jeweils von Oktober bis April. Dieses bewährte Konzept verbindet praktische Betriebserfahrung mit fachlicher Vertiefung und betriebswirtschaftlicher Qualifizierung. Im Unterricht erweitern die neuen Studierenden nun ihre Kenntnisse unter anderem in Pflanzenbau, Tierhaltung, Betriebswirtschaft und Verfahrenstechnik. Dabei geht es nicht nur um fachliches Wissen, sondern auch darum, betriebliche Zusammenhänge zu verstehen, sachkundige Entscheidungen treffen zu können und die Zukunft der Landwirtschaft aktiv mitzugestalten. Die Fachschule Alsfeld leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung des landwirtschaftlichen Berufsnachwuchses in Hessen.
Philipp Hütsch übernimmt kommissarisch die Schulleitung
Mit Beginn des neuen Schuljahres übernimmt Philipp Hütsch zusätzlich zu seiner bisherigen Tätigkeit als Schulleiter der LLH-Fachschule für Agrarwirtschaft in Petersberg kommissarisch die Leitung der Fachschule Alsfeld. Nach seinem Masterabschluss in Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Pflanzenbau an der Justus-Liebig-Universität Gießen trat er 2013 eine Stelle im LLH als Lehrkraft an der Fachschule in Petersberg an. Darüber hinaus bewirtschaftet er seit 2019 den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb, der auf ökologischen Ackerbau, Sonderkulturen und Direktvermarktung ausgerichtet ist. Die Schulleitung in Petersberg übernahm Hütsch 2024. Die zusätzliche Aufgabe in der kommissarischen Leitung der Fachschule Alsfeld sieht Hütsch als Möglichkeit, die traditionsreiche Fachschule weiterzuentwickeln und zugleich von den Erfahrungen vor Ort zu profitieren. „Die Leitung der Fachschule Alsfeld, mit ihrer mehr als 150-jährigen Geschichte und der hessenweit einzigartigen Organisation als Winterschule, gibt mir die Möglichkeit, Strukturen mit langer Tradition weiterzuentwickeln, in die Moderne zu führen und von der langjährigen Erfahrung der Kolleginnen und Kollegen vor Ort zu lernen“, erklärt Hütsch.
Auch künftig soll die Fachschule die Studierenden dabei unterstützen, sich auf neue Anforderungen in der Landwirtschaft vorzubereiten. Dazu gehören neben Kenntnissen in den klassischen landwirtschaftlichen Fachgebieten auch unternehmerisches Denken und die Fähigkeit, auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren. Mit dem neuen Schuljahr und der kommissarischen Übernahme der Schulleitung setzt der LLH seine Bildungsarbeit am Standort Alsfeld fort und schafft eine verlässliche Grundlage für die Ausbildung der nächsten Generation landwirtschaftlicher Fachkräfte.






















