Freundschaft kennt keine Grenzen
Frankenberg/Manningtree. Über das Fronleichnamswochenende vom 4. bis 7. Juni 2026 führte die traditionelle Jedermannsfahrt der Partnerschaftsvereinigung Frankenberg (Eder) e. V. sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die englische Partnerstadt Manningtree. Im Mittelpunkt der Reise standen die Begegnungen mit den Gastfamilien, gemeinsame kulturelle Erlebnisse sowie die Pflege der seit Jahrzehnten bestehenden deutsch-britischen Freundschaft. Die diesjährige Fahrt war dabei in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Um die Reisekosten für die Teilnehmer möglichst niedrig zu halten, erklärte sich der Vorsitzende der Partnerschaftsvereinigung, Björn Jäger, kurzfristig bereit, den Kleinbus selbst zu fahren. Durch dieses ehrenamtliche Engagement konnte die Fahrt wirtschaftlich durchgeführt werden und erneut Interessierten die Möglichkeit bieten, die Partnerstadt kennenzulernen. Nach der Ankunft am Donnerstagabend wurden die Gäste herzlich von ihren Gastfamilien aufgenommen. Schnell zeigte sich erneut, dass die Städtepartnerschaft zwischen Frankenberg und Manningtree weit mehr ist als ein offizieller Austausch zwischen zwei Kommunen – sie lebt von den persönlichen Freundschaften, die über viele Jahre entstanden sind. Der Freitag führte die Reisegruppe zunächst nach Flatford und Dedham in das landschaftlich reizvolle Dedham Vale. Bei einer gemeinsamen Bootsfahrt auf dem River Stour konnten die Teilnehmer die idyllische Landschaft genießen, die bereits den berühmten englischen Maler John Constable inspirierte. Anschließend verbrachten Gäste und Gastgeber die Mittagszeit gemeinsam in den Cafés und Pubs der Region, bevor das Munnings Museum besucht wurde, das dem bekannten britischen Künstler Sir Alfred Munnings gewidmet ist.
Ein besonderer Höhepunkt war anschließend die Besichtigung des Partnership Anniversary Garden in Manningtree. Der im Jahr 2021 gemeinsam mit der Partnerschaftsvereinigung Frankenberg entstandene Garten erinnert dauerhaft an die langjährige Städtepartnerschaft. Die Anlage wird von den ehrenamtlichen „Street Keepers“ gepflegt, die mit großem Engagement auf den Einsatz von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln verzichten und stattdessen einen wertvollen Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und viele weitere Insekten geschaffen haben. Der Garten verbindet auf eindrucksvolle Weise Umweltbewusstsein, ehrenamtliches Engagement und internationale Freundschaft und wurde den Gästen mit großem Stolz vorgestellt. Der gemeinsame Abend klang im traditionsreichen The Crown bei einem typisch englischen Abendessen in geselliger Runde aus. Am Samstag stand der Besuch des beeindruckenden Colchester Castle auf dem Programm. Das auf den Fundamenten eines römischen Tempels errichtete Schloss zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Großbritanniens und vermittelte den Teilnehmern spannende Einblicke in die Geschichte Englands. Den Nachmittag verbrachten die Gäste gemeinsam mit ihren Gastfamilien individuell. Einige besuchten das Roman and Medieval Festival, andere erkundeten das Kunstzentrum Firstsite oder die historische Altstadt von Colchester. Den Abschluss der Reise bildete ein gemeinsames Abendessen im historischen Mistley Tea Room.

Während des gesamten Aufenthalts fanden zahlreiche Gespräche über die Zukunft der Städtepartnerschaft statt. Besonders großes Interesse bestand auf beiden Seiten an einem Jugend- und Fußballaustausch, bei dem Kinder und Jugendliche aus Frankenberg und Manningtree künftig gemeinsam Sport treiben und internationale Freundschaften knüpfen könnten. Beide Partnerschaftsvereine möchten diese Idee in den kommenden Monaten weiterentwickeln. Der Vorsitzende der Partnerschaftsvereinigung Frankenberg (Eder) e. V., Björn Jäger, zeigte sich begeistert von der Gastfreundschaft der englischen Freunde: „Die Herzlichkeit unserer Gastgeber ist jedes Mal beeindruckend. Aus einer Städtepartnerschaft sind über die Jahrzehnte echte Freundschaften entstanden. Genau diese persönlichen Begegnungen machen Europa lebendig.“ Mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung in Europa betonte Jäger die besondere Bedeutung der Städtepartnerschaften: „Gerade in einer Zeit, in der sich viele Menschen wieder stärker voneinander abgrenzen, setzen Städtepartnerschaften ein wichtiges Zeichen. Sie fördern gegenseitiges Verständnis, bauen Vorurteile ab und stärken unsere demokratischen Werte. Demokratie lebt vom Dialog – und genau diesen Dialog ermöglichen Städtepartnerschaften seit Jahrzehnten.“

Besonders beeindruckt zeigte sich Jäger vom Partnership Anniversary Garden: „Mich hat besonders beeindruckt, mit welchem ehrenamtlichen Engagement sich die Bürgerinnen und Bürger in Manningtree für ihre Stadt einsetzen. Der Partnership Anniversary Garden ist dafür ein wunderbares Beispiel. Freundschaft endet nicht bei offiziellen Empfängen – sie lebt vom gemeinsamen Anpacken.“ Die Vorsitzende der Manningtree and District–Frankenberg Partnership Association, Emmanuelle Amming, freute sich über den Besuch aus Deutschland: „Unsere Partnerschaft lebt seit vielen Jahren von Offenheit, Herzlichkeit und gegenseitigem Respekt. Jeder Besuch stärkt die Freundschaften zwischen unseren Städten. Besonders freue ich mich, dass wir über neue Projekte wie einen Jugend- und Fußballaustausch sprechen konnten. Solche Begegnungen schaffen Verbindungen, die ein Leben lang bestehen bleiben.“ Auch die Bürgermeisterin der kleinsten Stadt Englands, Ruth Stocks, begrüßte die Delegation herzlich: „Manningtree ist zwar die kleinste Stadt Englands, aber wir sind stolz auf unsere große internationale Freundschaft mit Frankenberg. Städtepartnerschaften zeigen, dass selbst kleine Städte einen wichtigen Beitrag zur Verständigung zwischen den Menschen leisten können. Es ist uns immer eine Freude, unsere deutschen Freunde willkommen zu heißen.“ Björn Jäger dankte am Ende der Reise ausdrücklich den Gastgebern und Organisatoren auf englischer Seite: „Ohne das großartige ehrenamtliche Engagement unserer Freunde in Manningtree wären solche Begegnungen nicht möglich. Ihnen gilt unser herzlicher Dank für die perfekte Organisation und die außergewöhnliche Gastfreundschaft.“ Die Partnerschaftsvereinigung Frankenberg (Eder) e. V. versteht sich seit vielen Jahren als Brücke zwischen den Menschen und organisiert regelmäßig Begegnungen mit den Partnerstädten. Dabei stehen nicht nur kulturelle Veranstaltungen im Mittelpunkt, sondern vor allem persönliche Freundschaften, gegenseitiges Verständnis und die Förderung des europäischen Gedankens.
Der Vorsitzende Björn Jäger lädt deshalb weitere Interessierte herzlich ein: „Unsere Partnerschaft lebt von Menschen, die Freude an internationalen Begegnungen haben und Europa aktiv mitgestalten möchten. Jeder ist herzlich eingeladen, Mitglied der Partnerschaftsvereinigung Frankenberg (Eder) e. V. zu werden – unabhängig vom Alter oder von Sprachkenntnissen. Wer Offenheit und Interesse mitbringt, ist bei uns genau richtig.“ Die Jedermannsfahrt nach Manningtree hat erneut eindrucksvoll gezeigt, dass Städtepartnerschaften weit mehr sind als offizielle Kontakte zwischen Kommunen. Sie verbinden Menschen, schaffen Vertrauen, fördern gegenseitiges Verständnis und leisten einen wertvollen Beitrag für Frieden, Demokratie und ein starkes Europa – auch über den Ärmelkanal hinweg. Die Partnerschaftsvereinigung Frankenberg (Eder) e. V. freut sich über neue Mitglieder, die diese lebendige Freundschaft aktiv mitgestalten möchten.

