Bad Wildungen. Mit der Renaturierung des Wälzebachs sowie der ökologischen Umgestaltung des Feuerlöschteichs setzt die Stadt Bad Wildungen ein umfassendes Zeichen für Natur-, Klima- und Hochwasserschutz. Die Maßnahmen erstrecken sich über mehrere Abschnitte und werden schrittweise umgesetzt.
Feuerlöschteich: Vom Betonbecken zum Naturraum
Am Feuerlöschteich wurde die vormals stark technisch geprägte Anlage grundlegend umgestaltet. Das alte Betonbecken sowie das bisherige Einlaufbauwerk wurden vollständig zurückgebaut. Im Anschluss erfolgte eine naturnahe Modellierung des Geländes. Neben der ökologischen Aufwertung erfüllt der Bereich künftig auch eine wichtige Funktion im Hochwasserschutz. Bei Starkregenereignissen kann Wasser gezielt zurückgehalten werden, wodurch angrenzende Flächen entlastet werden. Bereits in den letzten Wochen entwickelte sich der ehemalige Feuerlöschteich zu einem beliebten Aufenthaltsort. Die neugeschaffene Fläche wurde mit einer artenreichen Blumenwiese eingesät. Schon jetzt ist die Fläche um den ehemaligen Feuerlöschteich ein gern genutzter Treffpunkt für Groß und Klein. Besonders für Kinder bietet sich hier ein naturnaher Spielraum rund um und mit dem Element Wasser. Die Anlandungen und Verschlammungen im weiteren Gewässerverlauf werden von der Firma Böwingloh & Helfbernd noch entfernt. Die Restarbeiten zur Erneuerung des Einlaufbauwerks erfolgen ebenfalls durch die Baufirma.
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Renaturierung von Wälzebach und Feuerlöschteich
Wälzebach: Naturnahe Entwicklung auf ganzer Strecke
Auch am Wälzebach sind die Fortschritte deutlich erkennbar. Im Bereich oberhalb der Kläranlage konnten die Renaturierungsmaßnahmen größtenteils abgeschlossen werden. Der Bach verläuft nun wieder in einer natürlichen, mäandrierenden Form durch die Aue und bietet durch unterschiedliche Strukturen vielfältige Lebensräume. Zur weiteren ökologischen Aufwertung wurden sogenannte Himmelsteiche angelegt. Diese schaffen zusätzliche Lebensräume für Amphibien sowie Insekten und tragen gleichzeitig dazu bei, Wasser in der Fläche zu halten und sind somit ein wichtiger Beitrag zum Wasserrückhalt in den Sommermonaten. Wertvolle Vegetationsbestände wie Seggen konnten erhalten und in das neue Konzept integriert werden. Aktuell ist dieser Bereich noch unbegrünt und die Natur darf sich frei entwickeln. Auch der Durchlass zur Kläranlage wurde bereits naturnah umgebaut. Eine deutlich größere Nennweite des Durchlasses ermöglicht eine Substratauflage auf der Betonsohle des Durchlasses. Somit wird auch Kleinstlebewesen die Durchwanderung der Durchlässe ermöglicht.
Synergien im Grenzbereich zu Bad Zwesten
Ein weiterer Abschnitt der Renaturierung wurde im Grenzbereich zur Nachbargemeinde Bad Zwesten umgesetzt. Hier verlief der Wälzebach ursprünglich sehr nah an der Straße, was langfristig zu Unterspülungen führte. Durch die Neuverlegung des Bachlaufs wurde dieser Bereich entschärft. Der Wälzebach fließt nun in größerem Abstand zur Straße und ebenfalls in einer naturnahen, mäandrierenden Struktur. Neben der Sicherung der Infrastruktur entsteht so zusätzlicher Raum für die natürliche Gewässerentwicklung.
Baupause zum Schutz der Tierwelt
Aufgrund der Brut- und Setzzeiten für Vögel, Fische und weitere Tierarten werden die Arbeiten in den kommenden Monaten vorübergehend unterbrochen. Diese Pause dient dem Schutz sensibler Lebensphasen und ist ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Umsetzung. Ende Juli nimmt die beauftragte Baufirma Böwingloh & Helfbernd die Arbeiten wieder auf und beginnt mit dem Um- und Rückbau einiger Durchlässe und Überfahrten, sodass das Gewässer künftig für Fische und andere Wasserorganismen durchgängig passierbar ist. Auch Restarbeiten und Instandsetzungsarbeiten werden noch ausgeführt. Im Herbst wird dann ein weiterer großer Abschnitt des Wälzebachs in seinen naturnahen Zustand zurückgeführt.
Förderung durch das Landesprogramm „100 Wilde Bäche für Hessen“
Das Gesamtprojekt wird im Rahmen des Landesprogramms „100 Wilde Bäche für Hessen“ unterstützt. Ziel dieses Programms ist es, Fließgewässer in Hessen wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen und ihre ökologische Funktion nachhaltig zu stärken.
Ein Gewinn für Mensch und Natur
Mit der Renaturierung von Wälzebach und Feuerlöschteich entsteht in Braunau ein zusammenhängendes, ökologisch wertvolles Gewässersystem. Gleichzeitig werden wichtige Funktionen wie Hochwasserschutz, Klimaanpassung und Naherholung gestärkt.














