Wiesbaden. Die gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Daniela Sommer, ruft zur Teilnahme am vdek-Zukunftspreis 2026 auf. Unter dem Motto „Gesundheit für alle Geschlechter – gendersensible Versorgung gezielt stärken“ werden innovative Projekte und Ideen gesucht, die die Gesundheitsversorgung geschlechtersensibel weiterentwickeln. „Geschlecht spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung, Diagnose und Behandlung vieler Erkrankungen. Umso wichtiger ist es, dass unsere Gesundheitsversorgung die unterschiedlichen Bedürfnisse von Menschen stärker berücksichtigt“, betont Sommer. „Ich ermutige daher ausdrücklich alle Engagierten aus Hessen, ihre Projekte einzureichen und damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit im Gesundheitswesen zu leisten.“ Noch bis zum 16. April 2026 können sich Akteurinnen und Akteure aus allen Bereichen des Gesundheitswesens bewerben – darunter Institutionen, Vereine, Initiativen, Ehrenamtliche sowie Unternehmen und Start-ups. Gesucht werden insbesondere Ansätze, die geschlechterspezifische Unterschiede in Prävention, Diagnostik und Therapie berücksichtigen und innovative Lösungen bieten, um Menschen frühzeitig für Gesundheitsrisiken zu sensibilisieren. Auch digitale Anwendungen können hierbei eine wichtige Rolle spielen.
Hintergrund ist, dass sich Symptome, Krankheitsverläufe und Therapieansprechen häufig je nach Geschlecht unterscheiden. Diese Unterschiede sind sowohl biologisch als auch durch soziale Faktoren wie Lebens- und Arbeitsbedingungen geprägt. Gleichzeitig werden Vorsorge- und Präventionsangebote unterschiedlich genutzt – ein Umstand, der gezielte, gendersensible Ansätze erforderlich macht. Sommer verweist auf den Herzinfarkt als Beispiel hin: „Ein anschauliches Beispiel für geschlechterspezifische Unterschiede in der Medizin ist der Herzinfarkt: Während Männer häufig die „klassischen“ Symptome wie starke Brustschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm zeigen, treten bei Frauen oft unspezifischere Beschwerden wie Übelkeit, Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Atemnot auf. Dadurch wird ein Herzinfarkt bei Frauen nicht selten später erkannt. Auch in der Prävention bestehen Unterschiede: Frauen unterschätzen ihr Risiko häufiger, zudem wirken bestimmte Risikofaktoren wie Rauchen oder psychosozialer Stress bei ihnen anders oder stärker. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wichtig eine gendersensible Gesundheitsversorgung ist, die sowohl unterschiedliche Symptome als auch verschiedene Lebensrealitäten gezielt berücksichtigt. Daher freue ich mich, dass der Preis die geschlechtssensible Versorgung in den Fokus rückt.“
Die besten Projekte dazu werden von einer unabhängigen Jury unter Vorsitz von Uwe Klemens ausgewählt und mit einem Preisgeld von insgesamt 25.000 Euro ausgezeichnet. „Der vdek-Zukunftspreis ist eine wichtige Plattform, um innovative Ideen sichtbar zu machen und gute Ansätze in die Breite zu tragen. Gerade im Bereich der geschlechtersensiblen Versorgung gibt es noch viel Potenzial, das wir gemeinsam heben sollten“, so Daniela Sommer abschließend. Interessierte können ihre Bewerbung bis einschließlich 16. April 2026 per E-Mail an zukunftspreis@vdek.com einreichen. Weitere Informationen, Teilnahmebedingungen sowie das Bewerbungsformular sind online abrufbar.
Hintergrund
Der vdek-Zukunftspreis wird seit 2010 von den Ersatzkassen verliehen. Ziel ist es, Projekte zu fördern, die die Gesundheitsversorgung verbessern, ehrenamtliches Engagement stärken und innovative Modelle bekannter machen.









