Zukunft der Landwirtschaft wird im Reallabor gestaltet
Berlin/Hessen. Wie kann die Landwirtschaft wirtschaftlich tragfähig bleiben, gleichzeitig Klima, Boden und Wasser schützen und dabei gesellschaftliche Erwartungen erfüllen? Mit der feierlichen Eröffnung des Innovationszentrums für Agrarsystemtransformation (IAT) im Futurium Berlin ist am 17. März 2026 der Startschuss für ein bundesweit bedeutendes Zukunftsprojekt gefallen. In den kommenden Jahren werden in insgesamt fünf „Reallaboren“, zwei in Brandenburg und drei in Hessen, praxisrelevante Lösungen für zentrale Herausforderungen der Land- und Ernährungssysteme entwickelt und unter realen Bedingungen getestet. Das IAT ist ein innovatives Modell, das Wegbereitung und Forschung auf neue Weise verknüpft: Es denkt Landwirtschaft nicht nur im Hinblick auf einzelne Betriebe, sondern als Regionalsystem, in dem Produktion, Verarbeitung, Vermarktung, Klima-, Boden- und Wassermanagement miteinander verknüpft sind. In diesem Rahmen werden Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten, kommunalen Partnern, Verbänden und Wissensnetzwerken Lösungsansätze erarbeiten, die in der Praxis bestehen und längerfristig wirken.
Von der Idee zur praxistauglichen Lösung
Im hessischen Mittelpunkt stehen die „Intensivierte Ökologische Landwirtschaft“, „Integrierte Pflanze-Tier-Agrarsysteme“ und „Multifunktionale und klimaresiliente Weinbausysteme“. Entscheidend ist dabei ein klarer Perspektivwechsel: Aus vielversprechenden Lösungsvorschlägen für neue Technologien, Produkte oder Vermarktungsmodelle werden erst dann echte Innovationen, wenn sie sich unter realen betrieblichen Bedingungen bewähren. Deshalb richtet das IAT den Blick konsequent auf die Praxis – auf die konkreten Bedarfe der Akteurinnen und Akteure vor Ort, auf bestehende Hemmnisse in der Umsetzung und Finanzierung sowie auf die Frage, welche Ansätze sich am Ende tatsächlich als wirtschaftlich und organisatorisch tragfähig erweisen.
Damit greift das Projekt genau jene Herausforderungen auf, die landwirtschaftliche Betriebe tagtäglich bewegen: Welche Maßnahmen funktionieren unter Standortbedingungen in Hessen? Welche Investitionen rechnen sich langfristig? Und wie kann Transformation so gestaltet werden, dass sie Planungssicherheit schafft statt zusätzlicher Risiken?
Forschung, Beratung und Praxis wirksam verzahnen
Gerade hier kommt dem Wissenstransfer eine Schlüsselrolle zu. Damit die in den Reallaboren entwickelten Lösungen in der Fläche wirksam werden, braucht es starke regionale Strukturen und eine enge Verzahnung von Forschung, Beratung und Praxis. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) kann mit seiner fachlichen Expertise, seinem Versuchswesen und seinem direkten Draht zu den Betrieben maßgeblich dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete, umsetzbare Handlungsoptionen für hessische Betriebe zu übersetzen. Die Agrarsystemtransformation entsteht nicht im Labor allein – sie gelingt im Zusammenspiel von Wissenschaft, landwirtschaftlicher Praxis und einer leistungsfähigen Beratung. Mit dem Innovationszentrum für Agrarsystemtransformation wird dafür ein wichtiger Rahmen geschaffen – auch und gerade für Hessen.





















