Feuersalamander erwachen aus ihrer Winterruhe – Gefahr durch Hautpilz Bsal bleibt

Bad Wildungen. Mit den ersten milden und feuchten Frühlingstagen werden die Feuersalamander wieder aktiv. Nach der Winterpause sind die auffällig schwarz gelb gefärbten und überwiegend nachtaktiven Tiere vor allem bei feuchter Witterung unterwegs und lassen sich besonders in den Abendstunden beobachten. Das auch bei Ausflüglern beliebte Helenen- und Sondertal beherbergt im bundesweiten Vergleich eine besonders große Population von Feuersalamandern. Gerade deshalb ist es wichtig, diesen Lebensraum zu schützen, denn die Bedrohung durch den Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) besteht weiterhin. Eingeschleppt durch den Tierhandel aus Asien breitet sich der Krankheitserreger seit einigen Jahren in Europa aus und führt bei Feuersalamandern meist innerhalb kurzer Zeit zum Tod. Eine wirksame Behandlung für wildlebende Tiere gibt es bislang nicht. Seit 2024 wird der Pilz auch im angrenzenden Nationalpark Kellerwald Edersee nachgewiesen und könnte künftig auch benachbarte Lebensräume erreichen.


Wie der Pilz in neue Gebiete eingeschleppt werden kann, zeigt auch ein Beispiel aus Bielefeld. Dort wurde der Hautpilz im vergangenen Jahr im Botanischen Garten nachgewiesen, einem stark besuchten Erholungsraum. Der Erreger bedroht nun eine der größten bekannten Feuersalamanderpopulationen Deutschlands. Eine Einschleppung durch menschliche Aktivitäten gilt als wahrscheinlich, da Sporen über Erdpartikel an Schuhsohlen oder Fahrradreifen in neue Lebensräume gelangen können. „Gerade weil wir im Helenen- und Sondertal eine außergewöhnlich große Feuersalamanderpopulation haben, tragen wir eine entsprechend große Verantwortung für ihren Schutz“, kommentiert Klimaschutzmanager Maximilian Malte Paul. „Ach wenn es bislang kaum wirksame Maßnahmen gibt, können Besucherinnen und Besucher mit einfachen Hygienemaßnahmen dazu beitragen, dass sich der Hautpilz nicht weiter ausbreitet.“


Die Stadt Bad Wildungen bittet daher Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Region um Mithilfe, damit ein solches Szenario wie im Nationalpark Kellerwald-Edersee oder in Bielefeld hier möglichst verhindert werden kann. Besonders wichtig ist es, auf den Wegen zu bleiben, Hunde anzuleinen und Feuersalamander nicht anzufassen. Schuhe und Fahrräder sollten vor und nach Waldbesuchen von grobem Schmutz befreit werden. Die im vergangenen Jahr eingerichteten Desinfektionsstationen an den Zugängen zum Naturschutzgebiet Sondertal werden weiterhin betrieben und regelmäßig mit Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis befüllt. Zusätzlich stehen Hufkratzer bereit, mit denen sich Erde von Schuhsohlen entfernen lässt. Da es bislang keine wirksame Behandlung für wildlebende Feuersalamander gibt, sind vorbeugende Hygienemaßnahmen entscheidend. Wer einen toten Feuersalamander entdeckt, der nicht offensichtlich dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen ist, wird gebeten, den Fund über das Meldeportal www.feuersalamander-hessen.de zu melden.

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– Kids for nature