Jusos Hessen-Nord und Waldeck-Frankenberg besuchen VEW-Windpark

Windenergie als Schlüssel der regionalen Energiewende

Korbach(pm). Beim Besuch des neuen Windparks Marke der Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH (VEW) informierten sich die Jusos Hessen-Nord gemeinsam mit den Jusos Waldeck-Frankenberg und der Landtagsabgeordneten und Vizepräsidentin des Hessischen Landtages Dr. Daniela Sommer über den aktuellen Stand des Ausbaus
der Windenergie in der Region. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, wie eine sozial gerechte, klimafreundliche und regional verankerte Energiewende gelingen kann. „Der Windpark Marke zeigt ganz konkret, wie die Energiewende vor Ort umgesetzt werden kann“, erklärte der Juso-Vorsitzende von Waldeck-Frankenberg Orry Truxer. „Windenergie ist eine der tragenden Säulen für eine klimaneutrale Zukunft. Sie ist effizient, nachhaltig und ermöglicht es uns, unabhängiger von fossilen Energieträgern und internationalen Krisen zu werden.“ Mit insgesamt 154 Windenergieanlagen und einer Leistung von etwa 305 Megawatt zählt Waldeck-Frankenberg zu den hessischen Landkreisen mit der höchsten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – direkt hinter dem Vogelsbergkreis und dem Main-Kinzig-Kreis. Die VEW-Windparks, zu denen auch die neuen Anlagen in Bühle und Marke gehören, erzeugen mit 27 Windenergieanlagen bis zu 222 Gigawattstunden Strom pro Jahr und können damit rechnerisch den Jahresbedarf von über 63.500 Haushalten mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh decken.


Auch  Daniela Sommer betonte die zentrale Rolle der Windkraft: „Der Ausbau der Windenergie ist unverzichtbar, wenn wir unsere Klimaziele erreichen und gleichzeitig eine sichere und bezahlbare Energieversorgung gewährleisten wollen. Projekte wie diese zeigen, dass Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit zusammengehören.“ Neben der Windenergie spiele auch der konsequente Ausbau der Photovoltaik eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Energiewende in der Region. „Wir müssen alle Potenziale nutzen“, so Sommer. „Dazu gehört insbesondere, die Dachflächen kreiseigener Gebäude konsequent für Photovoltaikanlagen auszubauen. Der dort erzeugte Strom kann zu Eigenversorgung genutzt oder ins Netz eingespeist werden. Das senkt langfristig Energiekosten, stärkt die regionale Energiewende und leistet einen konkreten Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen.“


Bürgerbeteiligung als Schlüssel zur Akzeptanz
Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs lag auf der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Energiewende. Patrik Rauner-Truxer von den Jusos Waldeck-Frankenberg machte deutlich: „Eine erfolgreiche Energiewende funktioniert nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Bürgergenossenschaften bieten die Möglichkeit, dass sich Bürger an Planung, Betrieb und Finanzierung von Wind- und Photovoltaikanlagen beteiligen und direkt davon profitieren.“  Sommer unterstrich diesen Ansatz: „Akzeptanz entsteht dort, wo Beteiligung möglich ist. Deshalb unterstützen wir Modelle mit Bürgergenossenschaften ausdrücklich. Sie stärken die Identifikation mit den Projekten, halten die Wertschöpfung in der Region und machen die Energiewende zu einem Gemeinschaftsprojekt.“

Wirtschaftlichkeit und regionale Wertschöpfung
Die Windenergie ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. Die Stromgestehungskosten für Windenergieanlagen an Land liegen zwischen 4,3 und 9,2 Cent pro Kilowattstunde und damit deutlich unter denen fossiler Energieträger. Moderne Gas- und Dampfturbinenkraftwerke haben Gestehungskosten von 10,9 bis 18,1 Cent, bei Kohlekraftwerken liegt die Spanne zwischen 15,1 und 25,7 Cent pro Kilowattstunde. Von den Windparks der VEW profitieren auch die Kommunen direkt: Durch Gewerbesteuereinnahmen, da VEW die Betreibergesellschaften in der Standortkommune gründet, sowie freiwillige Zahlungen nach § 6 EEG 2023 in Höhe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde und Pachteinnahmen leistet. Zudem arbeitet die VEW bevorzugt mit regionalen Unternehmen zusammen, was zusätzliche Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region schafft.


Orry Truxer dankte der VEW, dass sich die Jusos mit ihrer Abgeordneten die neuen Anlagen anschauen durften und sagte abschließend: „Der Besuch des Windparks Marke Breiter macht deutlich, dass der gezielte Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere von Windkraft – ein zentraler Baustein für eine klimafreundliche, bezahlbare und regional verankerte Energiezukunft ist.“ Die Jusos Hessen-Nord und die Jusos Waldeck-Frankenberg waren sich, gemeinsam mit Dr. Daniela Sommer, einig: Die Energiewende muss entschlossen weiter vorangetrieben werden – mit klaren politischen Rahmenbedingungen, innovativen Projekten und einer aktiven Beteiligung der Menschen vor Ort.