Von der Fachpraktikerin im Malerhandwerk zur Gesellin

Korbach(pm). Das Maler- und Lackiererhandwerk zählt zu den vielseitigsten Gewerken im deutschen Handwerk. Bundesweit gibt es rund 39.700 Betriebe, zudem wurden im vergangenen Jahr knapp 6.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig eine verlässliche Begleitung junger Menschen während der Ausbildung ist. Ein gelungenes Beispiel dafür ist Emily Helmecke. Sie hat Anfang Januar ihre Ausbildung zur Maler- und Lackiererin mit guten Leistungen in der Theorie und sehr guten Leistungen in der Praxis abgeschlossen – und das mit vorgezogener Prüfung. Zuvor absolvierte sie zwei Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BVB und BVB Reha) und anschließend die Fachpraktikerausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk. Nach deren erfolgreichem Abschluss entschied sie sich bewusst für die Vollausbildung zur Gesellin. „Die Fachpraktikerausbildung ist eine staatlich anerkannte, praxisorientierte Qualifikation und ein wichtiger Einstieg ins Handwerk“, erklärt Birgitt Leonhäuser-Karok, Sozialpädagogin beim BFH. Sie vermittle grundlegende Fertigkeiten und schaffe gerade für junge Menschen mit Unterstützungsbedarf berufliche Stabilität. Auch die Agentur für Arbeit Korbach, welche die Maßnahmen bezahlt hat, sieht in diesem Weg einen wichtigen Baustein der Förderung. Bernd Wilke, Geschäftsführer der Agentur, betont: „Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und Fachpraktikerausbildungen bereiten junge Menschen systematisch auf eine qualifizierte Ausbildung vor und erleichtern den Einstieg in den Ausbildungsmarkt.“

Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung ist die praktische Gesellenprüfung, die Emily erfolgreich absolvierte. Für ein Balance-Hotel entwarf und realisierte sie ein Gestaltungskonzept für den Lounge-Bereich mit Sondertechniken, Fototapete und Lackierarbeiten. „Emily Helmecke hat sich während ihrer gesamten Ausbildungszeit fachlich wie persönlich außergewöhnlich gut entwickelt. Sie arbeitet strukturiert, übernimmt Verantwortung und meistert auch anspruchsvolle Aufgaben lösungsorientiert“, beschreibt Susanne Bräutigam, Ausbilderin beim BFH, ihre Entwicklung. Besonders schätzt Emily die kreative Seite ihres Berufs: „Am schönsten ist es, wenn aus einem Raum etwas völlig Neues entsteht.“ Kreativtechniken wie Metallico mit Glasperlen gehören zu ihren Lieblingsarbeiten. Mehrere Praktika, unter anderem bei Malermeister Stieglitz in Lichtenfels, ermöglichten ihr früh den Einblick in den betrieblichen Alltag. Nach ihrem Abschluss strebt sie dort auch eine feste Anstellung an. Zudem engagiert sich Emily ehrenamtlich für ein Tierheim.

Die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen, die Fachpraktikerausbildung sowie die anschließende Vollausbildung wurden vollständig durch die Agentur für Arbeit finanziert. Träger der Maßnahmen ist das Berufsförderungswerk des Handwerks gGmbH (BFH), das im Netzwerk der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg tätig ist. Maria Djambazov, Operative Leitung des BFH, betont: „Wenn fachliche Anleitung, persönliche Unterstützung und Vertrauen zusammenkommen, können junge Menschen ihr Potenzial voll entfalten.“ Der Weg von Emily Helmecke zeigt: Das Maler- und Lackiererhandwerk bietet kreative Arbeit, sichtbare Ergebnisse und echte berufliche Perspektiven – besonders dann, wenn Ausbildung individuell begleitet wird.

Kontakt: Berufsförderungswerk des Handwerks gGmbH (BFH)
Tanja Falcone – Koordinatorin externes Qualifizierungsmanagement
Tel.: 05631 9535182, Mobil: 0162 1840250, E-Mail: falcone@bfh-korbach.de.