Europäische Orgelbücher um 1625

Hatzfeld(pm). Am Sonntag, 21.09.2025, 17.00 Uhr, findet in der romanischen Emmauskapelle in Hatzfeld ein Orgelkonzert an der historischen Rindt-Orgel statt. Léon Berben, ein ausgewiesener Experte für historische Aufführungspraxis wird an der Rindt-Orgel ein Konzert spielen, das unter dem Titel „Europäische Orgelbücher um 1625“ steht. Um 1625 wurden in mehreren Europäischen Ländern Orgelbücher gedruckt. Wie die Facultad Organica von Fr. Correa de Arauxo, das Tabulaturbuch Vater unser und die Ricercar-Tabulatur von J. U. Steigleder, die Flores de Musica von Coelho und die Tabulatura Nova von S. Scheidt. Diese Publikationen waren teils wegweisend und von allerhöchster Qualität und großartigem musikalischen Inhalt. Im Konzert wird eine Auswahl aus diesen Büchern gespielt, ergänzt mit Werken aus Frankreich von L. Couperin und F. Roberday. Léon Berben darf am Cembalo und an der Orgel als Meister seines Fachs gelten. Darüber hinaus weisen ihn umfassende Kenntnisse in Musikgeschichte und historischer Aufführungspraxis als einen der führenden Köpfe seiner Generation der »Alten Musik«-Szene aus. Sein Repertoire umfasst Clavierwerke zwischen 1550 und 1790. Ferner schrieb er als Co-Autor für die Enzyklopädie Die Musik in Geschichte und Gegenwart.

Intensives Quellenstudium und stete Forschungsarbeit verleihen der Interpretationskunst von Léon Berben einen besonderen Rang. Seine Solo-CD-Aufnahmen auf historischen Orgeln und Cembali wurden von der Fachpresse hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem »Diapason d’Or«, dem »Choc« von Le Monde de la Musique und dem Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik. Er studierte Orgel und Cembalo in Amsterdam und Den Haag als letzter Schüler von G. Leonhardt wie auch bei R. Jiskoot, T. Koopman und T. Mathot, und schloss sein Studium mit dem Solistendiplom ab.

Er ist als Titular-Organist verbunden an der historischen Orgel der St.-Andreas Kirche in Ostönnen – nach derzeitigem Forschungsstand eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt (c.1425/1586/1721) – und betreut in dieser Funktion die dortige Konzertreihe mit. Er ist senior organist in residence an der Pieterskerk in Leiden (NL) mit der van Hagerbeer-Orgel aus 1643.
Seit 2000 war er als Cembalist bei Musica Antiqua Köln (Reinhard Goebel) tätig. In dieser Eigenschaft gastierte er in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien und spielte zahlreiche CDs für Deutsche Grammophon/Archiv Produktion ein. Seit der Auflösung des Ensembles Ende 2006 verfolgt er eine ausgedehnte Solo-Karriere, die ihn auf renommierte internationale Festivals führte. Der Eintritt beträgt 13,00 € an der Abendkasse.