Haina(pm). Apotheker Peter Niemeyer von der Kloster Apotheke Haina lud die Gesundheitspolitikerin Dr. Daniela Sommer(SPD) in seine „Apotheke vor Ort“ ein. Die Einladung nutzte Sommer, um sich mit dem Experten im Rahmen ihrer Sommertour auszutauschen. Sie sagte: „Was die Apotheken vor Ort leisten, kann kein Versandhandel! Die Beratung, das Netzwerk, das Miteinander sind hier wesentlicher Kern des Erfolges in der Arzneimittelversorgung sowie der Patientensicherheit. Die Apotheke vor Ort ist ein sozialer Treffpunkt für Gesundheit mit fachlicher Kompetenz und empathischer Kommunikation. Die Apotheke in Haina gibt es 2024 seit 186 Jahren und ist seit 85 Jahren als Familienbetrieb in vierter Generation für die Patientinnen und Patienten ein verlässlicher und seriöser Partner. Dafür ein herzliches Dankeschön.“ Niemeyer und Sommer tauschten sich unter anderem über die angestrebte Reform des Bundesgesundheitsministerium (BMG) aus. Bundesgesundheitsminister Lauterbach will mit der Reform das Honorar der Apotheken anpassen und umverteilen sowie Änderungen der Apothekenstruktur erreichen. Die angepeilten Änderungen sollen die Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum sichern sowie dem weiter anwachsenden Fachkräftemangel entgegentreten. Der Entwurf der Reform wird seit Monaten kontrovers diskutiert.
Niemeyer erläutert der heimischen Abgeordneten, die wirtschaftliche Entwicklung und Situation der Apotheken: Im Jahr 2004 wurde das Apothekenhonorar auf 8,10 Euro pro rezeptpflichtigem Arzneimittel festgelegt. 2013 wurde es erstmalig nach zehn Jahren auf 8,35 Euro erhöht. Seither ist das Apothekenhonorar nicht mehr angepasst worden, obwohl Verhandlungen dazu gesetzlich vereinbart waren. Apotheken geraten dabei immer mehr unter wirtschaftlichen und finanziellen Druck und in letzter Zeit werden immer wieder Nachrichten von Schließungen bekannt. Der engagierte Apotheker schlägt vor, um Apotheken vor Ort zu unterstützen und zu entlasten, das Honorar anzupassen, Skontierungen wieder zu erlauben sowie den Kassenabschlag abzuschaffen. Er sagte: „Ich wünsche mir auch zukünftig meine Patientinnen und Patienten frei und kompetent beraten zu können und dabei allen Mitarbeitern endlich wieder das bezahlen zu können, was sie mit ihrem täglichen Einsatz verdienen.“ Neben der Forderung nach der Anpassung des Honorars und Anerkennung der Wertigkeit der Arbeit der Apotheke vor Ort, wurde zudem der Fachkräftemangel in den Fokus gerückt. Daniela Sommer konnte berichten, dass die Koalition aus CDU und SPD befürworte, dass sich in Nordhessen eine weitere PTA-Schule ansiedelt, um dort die dringend benötigten Fachkräfte von morgen auszubilden und sagte abschließend: „Apotheken gehören zur unverzichtbaren Infrastruktur. Die flächendeckende Versorgung darf nicht gefährdet werden, denn viele Patientinnen und Patienten sind auf die Beratung und Versorgung vor Ort angewiesen!“, davon ist Dr. Daniela Sommer überzeugt. Jedoch sei eine Reform wichtig, da sind sich Niemeyer und Sommer einig, aber sie müsse praktikabel sein und die flächendeckende Versorgung, insbesondere die Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum, sichern.





