Kassel(pm). Am Dienstag konstituierte sich die frisch gewählte Vollversammlung der Handwerkskammer Kassel in ihrer ersten Sitzung. Die 48 ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bilden als „Parlament des Handwerks“ das oberste Beschlussorgan der Handwerkskammer Kassel, die als Selbstverwaltungseinrichtung die Interessen des Handwerks für über 17.000 Betriebe und knapp 92.000 Beschäftigte im Kammerbezirk vertritt. Als Körperschaft öffentlichen Rechts übernimmt die Handwerkskammer hoheitliche Aufgaben des Staates und regelt u.a. die berufliche Ausbildung. Die neuen Mitglieder der Vollversammlung sind für fünf Jahre gewählt. Horst Zahn von der IG Metall Nordhessen wurde von den Mitgliedern der Vollversammlung als Vizepräsident der Arbeitnehmer wiedergewählt. Für Zahn bleiben die zukünftigen Themen der Handwerkskammer der Fachkräftebedarf, die Ausbildung junger Menschen sowie die Einführung der KI in das Handwerk.
Angesichts der anhaltend schwachen Konjunktur, dem Ausgang der jüngsten Wahlen und der wachsenden Bereitschaft, anderen Ansichten und Überzeugungen mit Gewalt zu begegnen, wünsche er sich als Vertreter der Arbeitnehmer*innen „eine Politik, die Probleme und Herausforderungen nicht nur benennt. Gefragt sind langfristige, grundsätzliche Lösungen. Die sollten sich aber an den Werten unserer demokratischen freiheitlichen Grundordnung orientieren.“ Jenny Huschke, Geschäftsführerin der DGB-Region Nordhessen, gratuliert allen neu- und wiedergewählten Mitgliedern der Vollversammlung: „Ehrenamtliches Engagement ist Aus-druck einer lebendigen Demokratie. Auch die Handwerkskammer ist ein wichtiger Ort für dieses Engagements. Denn hier setzen sich Ehrenamtliche für die Interessen der Arbeitnehmer*innen im Handwerk ein. Um dem Fachkräftebedarf im Handwerk zu begegnen und es für die Zukunft gut aufzustellen, braucht es neben diesem Engagement aber auch mehr Tarifverträge im Handwerk statt weniger. Derzeit profitieren im Handwerk nur 30% der Beschäftigten von einem Tarifvertrag. Um für Fachkräfte attraktiver zu werden, muss eine viel höherer Tarifbindung her. Hier sind die Arbeitgeber ganz klar am Zug.“





