Feuersalamander melden und wichtige Daten liefern

Mitmach-Art der Hessischen Biodiversitätsstrategie

Bad Wildungen(pm). Der Feuersalamander ist nicht nur Höhlentier des Jahres 2023, sondern auch eine sogenannte Mitmach-Art der Hessischen Biodiversitätsstrategie. Unter dem Motto „Gemeinsam forschen: Dem Feuersalamander auf der Spur!“ hat das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Hessen e. V. (AGAR) und der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen ein Feuersalamander-Meldenetz ins Leben gerufen. In dem Citizen-Science-Projekt können Bürger zu Forschern werden und Wissenschaftler unterstützen, indem sie sich aktiv beteiligen und wichtige Daten liefern. „Eine tolle Möglichkeit auch für Familien mit Kindern, um spielerisch in die Wissenschaft einzutauchen und auf Entdeckungstour im Wald zu gehen“, sagt Lea Schmidt, Biologie-Studentin der JLU Gießen und derzeit Umweltpraktikantin im Nationalpark Kellerwald-Edersee.

Für den Feuersalamander ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee mit seinen tausend Quellen ein wahres Paradies. Er fühlt sich in feuchten Laubmischwäldern der Mittelgebirge mit ihren kühlen Quellbächen und Quelltümpeln besonders wohl. Der Lurch ist in Hessen weit verbreitet, aber kommt er wirklich noch häufig vor? Dieser Frage möchten die Projektkoordinatoren mit Hilfe der Bevölkerung auf den Grund gehen. Mit seiner lackschwarzen, glänzenden Hautoberfläche und seinem leuchtend gelben Muster ist der Feuersalamander ein auffälliger Blickfang. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, kann ihn kaum übersehen. Wird ein Feuersalamander entdeckt, sollte der Fundort auf einer Karte markiert und seine Sichtung über das Internet-Meldeportal oder die kostenlose App „Feuersalamander in Hessen melden!“ dokumentiert werden – mit Funddatum und im besten Falle auch einem Foto. Alle Informationen dazu sind unter https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/feuersalamander abrufbar.

Jeder Fund liefert wertvolle Informationen zur Beurteilung der Situation der Feuersalamander in Hessen. Je mehr Bürgerinnen und Bürger nach Feuersalamandern Ausschau halten und Funde melden, desto aufschlussreicher wird die Bestandserfassung. Wer im feuchten Wald unterwegs ist, einen Feuersalamander entdeckt, ihn meldet und Freunden davon erzählt, um sie auch über das Meldenetz zu informieren, hilft am meisten beim Citizen-Science-Projekt. Von Interesse sind zufällige Alltagsfunde – auch Totfunde beispielsweise auf Wegen oder Straßen.

Studentin Lea Schmidt hat gemeinsam mit ihrer Arbeitsgruppe des Instituts für Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität Gießen die Junior Ranger während des Bundesweiten Treffens im Nationalpark Kellerwald-Edersee über Bsal – einen Hautpilz, der für Feuersalamander tödlich sein kann – informiert. An der Desinfektionsschleuse zeigte Schmidt, wie die Junior Ranger, die unter anderem auch aus der Eifel kamen, wo es einen Hotspot von Bsal gibt, sich die Schuhe desinfizieren können, um keine Sporen ins hessische Schutzgebiet zu tragen und somit eine potentielle Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Foto: Nationalpark Kellerwald-Edersee

Bei der Sichtung eines Feuersalamanders gelten ein paar Regeln: Den Tieren sollte niemals nachgestellt werden. Das ist für alle Waldbewohner immer mit Stress verbunden. Auch sie anzufassen oder gar auf die Hand zu nehmen, ist nicht erlaubt. Feuersalamander sondern über ihre Haut eine giftige Substanz ab. „Somit ist der direkte Kontakt nicht nur für das Tier unangenehm, sondern kann auch für Menschen schädlich sein“, erklärt Schmidt. Zusätzliche Vorsicht ist geboten, da der „Salamanderfresser“ genannte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) auch hessische Feuersalamander bedroht. Ursprünglich kam der Hautpilz nur in Asien vor und war für die dort lebenden Schwanzlurche eine nicht tödliche Infektion. Vermutlich nach dem Import infizierter Tiere aus dem asiatischen Raum nach Europa, kam die Krankheit über die Niederlande auch nach Deutschland. Es gibt einen Hotspot in der Eifel. Auch in Hessen wurde Bsal im Juni 2023 an einem Kammmolch in der Tongrube Wembach in der Nähe von Darmstadt nachgewiesen. Einen mit Bsal in Verbindung stehenden Todesfall eines Amphibiums hat es in Hessen aber bislang nicht gegeben. „Wir hoffen, dass das auch so bleibt und sind auch dabei auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Schmidt. Tote Feuersalamander, die nicht überfahren wurden, sollten genauer betrachtet werden und wenn möglich aus der Nähe fotografiert werden, um gegebenenfalls Hinweise auf die Hautkrankheit zu erhalten und gezielt nachzusuchen.