Frankenberg(pm). Der öffentliche Auftakt zur Dorfentwicklung ist gemacht: In einem hybriden Format mit Teilnehmenden vor Ort im Dorfgemeinschaftshaus Röddenau und online zugeschalteten Personen haben die Stadt Frankenberg, der Landkreis und das beauftragte Planungsbüro das weitere Verfahren vorgestellt. Jeweils rund 40 Anmeldungen hatte es im Vorfeld dafür gegeben. Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß begrüßte alle herzlich – zu Hause und im Saal. „Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, direkt nach dem Auslaufen der einen Dorfentwicklung direkt wieder mit der Gesamtstadt ins Programm aufgenommen zu werden.“ Die von der Verwaltung erarbeitete Bewerbung sei in Wiesbaden sehr gut angekommen. „Es ist eine Chance für Frankenberg“, ist Heß überzeugt und schränkte gleich ein: „Es geht um alle Stadtteile unter 6.000 Einwohner, die Kernstadt ist dort raus.“ Es gehe bei der Dorfentwicklung nicht um eine neue Parkbank an dem einen oder anderen Ort, sondern um große Fragen. „Wo will ich 2030, 2040 leben? Wie wollen wir vorangehen? Wie kann ich auch als Privatperson tätig werden?“ Wichtig sei, möglichst viele Menschen zu gewinnen, mitzumachen. „Ich freue mich, mit Ihnen allen Ideen zu entwickeln!“
Dr. Jürgen Schewe vom Planungsbüro AG Stadt aus Kassel und Theresia Schneider vom Landkreis Waldeck-Frankenberg stellten in der Folge die Rahmenbedingungen und das weitere Vorgehen vor. Als Einstieg in die Dorfentwicklung ist ein sogenanntes IKEK zu erarbeiten, ein Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept. Es ist so etwas wie der Zukunftsplan für die Stadt. Schwerpunkte des IKEK-Prozesses sind Themen wie Wohnen, städtebauliche Entwicklung, bürgerschaftliches Engagement vor Ort, Daseins- und Grundversorgung, Flächen- und Energieverbrauch, Tourismus, Infrastruktur und Mobilität. Um private Sanierungs- und Fördervorhaben geht es maßgeblich erst nach Genehmigung und Beschluss des IKEK durch die fördernde WI-Bank und die Frankenberger Stadtverordnetenversammlung. „Das ist voraussichtlich ab Frühjahr 2023 der Fall“, wie Architektin Theresia Schneider erklärte. Sie betreut die Frankenberger Dorfentwicklung vonseiten des Landkreises Waldeck-Frankenberg und erläuterte Ablauf und Ziele der Fördermaßnahmen. Ausnahme bilden Maßnahmen an Kulturdenkmalen. Sie können bereits jetzt gefördert werden, Ansprechpartnerin ist hierfür Theresia Schneider. Private Maßnahmen erhalten eine Förderung von 35 % der förderfähigen Nettokosten – bis zu 45.000 Euro. Bei Kulturdenkmalen beträgt die Maximalsumme der Förderung 60.000 Euro.
Die nächsten Schritte: Bis Ende April läuft eine Online-Befragung zu Wünschen und Wahrnehmungen, bei der alle Frankenbergerinnen und Frankenberger aufgerufen sind, teilzunehmen – besonders natürlich die Menschen aus den Stadtteilen. Der Link zur Umfrage ist auf der städtischen Webseite www.frankenberg.de zu finden. Am 23. Mai findet das 1. öffentliche IKEK-Forum statt. Dort werden die ersten Ergebnisse der Bestandsanalysen vorgestellt, über die kommunalen Zielvorstellungen diskutiert und Arbeitsgruppen für den weiteren Prozess gebildet. „Machen Sie mit, damit für die einzelnen Stadtteile gute Ergebnisse entstehen“, rief Schewe zur Beteiligung auf. Zwei weitere öffentliche Foren werden folgen, danach muss das erarbeitete IKEK von der WI-Bank genehmigt und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden. Voraussichtlich ab Frühjahr 2023 beginnt die Umsetzungs- und Förderphase sowohl für die kommunalen wie auch für die privaten Vorhaben, die dann bis zum 31. Dezember 2018 läuft.

