Arbeitsmarkt fehlt der Elan
Korbach. Nur geringfügige Änderungen der Arbeitslosigkeit bringt der Oktober für den Bezirk der Arbeitsagentur Korbach mit sich. 8547 Arbeitslose waren in den beiden zugehörigen Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder registriert, 13 weniger als im September (minus 0,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,5 Prozent. Erstmals seit einem Dreivierteljahr zeigt allerdings der Jahresvergleich wieder einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, aktuell um 138 Personen seit Oktober 2025 (plus 1,6 Prozent). Die Quote vor einem Jahr hatte 4,4 Prozent betragen. „In diesem Jahr hat nach der Sommerpause recht früh eine leichte Belebung des Arbeitsmarktes eingesetzt. Der Schwung hat jedoch nicht bis in den Oktober gereicht, denn die Arbeitslosigkeit ist aktuell weniger stark gesunken als in den vergangenen fünf Jahren“, kommentiert der Korbacher Agenturleiter Volker Breustedt. „Bei den Jobcentern sehen wir sogar einen minimalen Anstieg, der in den vergangenen Jahren nicht zu beobachten war. Die leicht verbesserten Konjunkturaussichten machen sich also auf dem Arbeitsmarkt noch nicht bemerkbar. Für einen deutlichen Aufschwung brauchen wir eine nachhaltige Erholung, damit die Betriebe vermehrt Personal einstellen. Ein positives Signal sieht Breustedt auf dem Stellenmarkt: Der Bestand an offenen Stellen liege zwar weiterhin niedriger als vor einem Jahr. „Aber im Vergleich mit 2025 wurden in diesem Jahr von Januar bis Oktober 6 Prozent mehr Stellen gemeldet, das könnte eine wieder steigende Zuversicht bei den Unternehmen widerspiegeln.“
Die einzelnen Personengruppen zeigen im Jahresvergleich eine unterschiedliche Entwicklung. Bei Ausländern hat sich die Arbeitslosenzahl seit Oktober 2025 deutlich um 84 bzw. 3,0 Prozent verringert, bei Männern um 7 (minus 0,1 Prozent). Bei den Jüngeren unter 25 Jahren gab es hingegen einen Anstieg um 86 (plus 9,7 Prozent), bei den Frauen um 145 (plus 3,9 Prozent) und bei den Älteren ab 50 Jahren um 49 (plus 1,6 Prozent). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat innerhalb eines Jahres um 85 auf 2468 zugelegt (plus 3,6 Prozent). In den beiden Rechtskreisen hat sich die Arbeitslosigkeit seit September unterschiedlich entwickelt. Bei der Arbeitsagentur (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III) waren 3740 Arbeitslose gemeldet, 23 weniger als im Vormonat (minus 0,6 Prozent). Bei den Jobcentern in den beiden Landkreisen (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II) waren 4807 Arbeitslose registriert (plus 10, plus 0,2 Prozent). Im Jahresvergleich verlief die Entwicklung umgekehrt: Während die Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur seit Oktober 2025 um 184 bzw. 5,2 Prozent gestiegen ist, ist sie bei den Jobcentern im gleichen Zeitraum um 46 gesunken (minus 0,9 Prozent). Der Bestand an offenen Stellen im Agenturbezirk hat sich seit September um 18 auf 2393 erhöht, das sind 246 weniger als vor einem Jahr. Gestiegen auf 5496 ist allerdings die Zahl der seit Jahresanfang neu gemeldeten Stellen, das sind 312 bzw. 6 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Bis zum 26. Oktober haben weniger als 3 Betriebe im Agenturbezirk neu Kurzarbeit angezeigt, daher werden aus Gründen der statistischen Geheimhaltung keine konkreten Zahlen genannt. Vor einem Jahr waren es 14 Betriebe mit bis zu 214 betroffenen Mitarbeitenden gewesen.
Die Arbeitsmarktzahlen in den Landkreisen
In Waldeck-Frankenberg waren im Oktober 4048 Menschen arbeitslos gemeldet, 14 mehr als im September (plus 0,3 Prozent) und 96 mehr als vor einem Jahr (plus 2,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat bei 4,6 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Der Bestand an offenen Stellen hat sich seit September um 35 auf 1530 verringert, das sind 17 weniger als vor einem Jahr.
Korbach mit Bad Wildungen. 1729 Personen ohne Arbeit waren im Oktober in Korbach und Bad Wildungen registriert, 36 mehr als im September (plus 2,1 Prozent) und 9 mehr als im Oktober 2025 (plus 0,5 Prozent). Die Quote lag bei 4,1 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als vor einem Monat und der gleiche Wert wie im Oktober 2025.
Geschäftsstelle Frankenberg. 1352 Arbeitslose verzeichnete die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, 29 weniger als im September (minus 2,1 Prozent) und 33 weniger als im Oktober 2025 (minus 2,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent, das sind jeweils 0,1 Prozentpunkte weniger als vor einem Monat und vor einem Jahr.
Geschäftsstelle Bad Arolsen. In der Geschäftsstelle Bad Arolsen ist die Zahl der Arbeitslosen um 7 auf 967 gestiegen (plus 0,7 Prozent), das sind 120 mehr als vor einem Jahr (plus 14,2 Prozent). Die Quote betrug wie im September 5,4 Prozent und lag damit 0,6 Prozentpunkte höher als im Oktober 2025.
Im Schwalm-Eder-Kreis waren im Oktober 4499 Arbeitslose registriert, 27 weniger als im September (minus 0,6 Prozent) und 42 mehr als im Vorjahresmonat (plus 0,9 Prozent). Die Quote stagnierte bei 4,5 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,4 Prozent gelegen. 863 offene Stellen waren im Schwalm-Eder-Kreis gemeldet, 53 mehr als im September und 229 weniger als vor einem Jahr.
Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 2276 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, ein Plus von 18 gegenüber September (plus 0,8 Prozent) und von 127 gegenüber dem Vorjahr (plus 5,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 4,8 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im September und 0,3 Prozentpunkte höher als im Oktober des Vorjahres.
Geschäftsstelle Melsungen. Die Geschäftsstelle Melsungen verzeichnete innerhalb eines Monats einen Anstieg um 3 auf 1192 Arbeitslose (plus 0,3 Prozent), das waren 54 weniger als im Oktober 2025 (minus 4,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 4,6 Prozent, vor einem Jahr hatte sie 4,8 Prozent betragen.
Geschäftsstelle Schwalmstadt. 1031 Menschen auf Jobsuche zeigte die Oktober-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 48 weniger als im September (minus 4,4 Prozent) und 31 weniger als im Oktober des Vorjahres (minus 2,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank von 4,0 auf 3,8 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 3,9 Prozent.

