Korbach. Nach über 26 Jahren im Dienst des Landkreises Waldeck-Frankenberg, davon fast die gesamte Zeit als Kreisbrandinspektor (KBI), wurde Gerhard Biederbick im Rahmen eines Festakts in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche hochrangige Gäste aus Politik, Verwaltung und den Hilfsorganisationen waren zusammengekommen, um seine herausragenden Verdienste um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu würdigen.
Beispielloser Einsatz für Brand- und Katastrophenschutz
Landrat Jürgen van der Horst schätzte den scheidenden KBI als eine tragende Säule des Gefahrenschutzes in der Region. „Mit Gerhard Biederbick verlässt uns nicht nur ein ausgewiesener Experte und eine Führungspersönlichkeit, sondern auch ein Mensch, der den Brandschutz und den Katastrophenschutz im Landkreis Waldeck-Frankenberg über Jahrzehnte geprägt und entscheidend weiterentwickelt hat. Sein strategischer Weitblick, seine unerschütterliche Ruhe in Krisensituationen und sein unermüdlicher Einsatz für die Belange der Feuerwehren sind beispiellos. Er hinterlässt große Fußstapfen und ein hervorragend vorbereitetes Feld für seine Amtsnachfolge.“
Verleihung des Silbernen Brandschutzverdienstzeichens
Die Bedeutung des Wirkens von Gerhard Biederbick wurde durch die Anwesenheit des Staatssekretärs des Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz Martin Rößler unterstrichen. In seiner Laudatio betonte er die landesweite Relevanz von Gerhard Biederbicks Arbeit: „Seit rund 50 Jahren sind Sie in der freiwilligen Feuerwehr tätig. Vor 50 Jahren hatten wir turbulente Zeiten und trotzdem, haben Sie Ehrenamt, Beruf und Familie miteinander verbinden können. In Ihrem Amt als Kreisbrandinspektor hatten Sie dabei Strahlkraft. Strahlkraft, die weit über die Landkreisgrenzen hinaus, wenn nicht sogar über die Landesgrenzen hinaus, Wirkung hatte.“ Als besondere Anerkennung für seine außergewöhnlichen Leistungen verlieh der Staatssekretär Gerhard Biederbick daher das Silberne Brandschutzverdienstzeichen als Steckkreuz.

Zahlreiche Ehrungen und anerkennende Grußworte
Im Laufe des Abends, der musikalisch vom Musikzug der Feuerwehr Waldeck-Sachsenhausen umrahmt wurde, sprachen zahlreiche Weggefährten dem scheidenden Kreisbrandinspektor ihre Anerkennung aus. Die Grußworte des Korbacher Stadtbrandinspektors Carsten Vahland und des Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Gordon Kalhöfer machten die hohe Wertschätzung deutlich, die Gerhard Biederbick bei den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren genießt. Dr. Christoph Weltecke, in seinen Funktionen als Vize-Präsident des Landesfeuerwehrverbandes und des Deutschen Feuerwehrverbandes, überreichte Gerhard Biederbick nach seinen anerkennenden Worten zudem die Silberne Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Hessen und die Silberne Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

Auch das Technische Hilfswerk (THW), vertreten durch Dirk Gernand und Jan Seemke, dankte für die exzellente Zusammenarbeit und verlieh ihm die Ehrenplakette des THW. Grußworte von Bürgermeister Stefan Kieweg, der die Anerkennung in Vertretung für alle Bürgermeister und die Bürgermeisterin des Landkreises übermittelte, sowie von der Dekanin des Evangelischen Kirchenkreises Twiste-Eisenberg Eva Brinke, die besonders Wertschätzend über die Zusammenarbeit im Bereich der Notfallseelsorge sprach, rundeten den Reigen der Würdigungen ab.
Ruhige Hand und große Kompetenz
Der Erste Kreisbeigeordnete und Brandschutzdezernent Karl-Friedrich Frese hob darüber hinaus die vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Kreisverwaltung hervor: „Gerhard Biederbick war nicht nur Kreisbrandinspektor, sondern auch ein umsichtiger und geschätzter Fachdienstleiter. Seine Fähigkeit, komplexe Verwaltungsabläufe mit den praktischen Erfordernissen des Rettungsdienstes, Brand- und Katastrophenschutzes zu vereinen, war beeindruckend. Er war ein Kollege, auf dessen Wort man sich immer verlassen konnte und der seinen Fachdienst mit ruhiger Hand und großer Kompetenz führte.“ Unter den weiteren Gästen befanden sich unter anderem Regierungspräsident Mark Weinmeister zusammen mit weiteren Vertretern aus dem Regierungspräsidium, der Kreistagsvorsitzende Rainer Hesse und Mitglieder des Landtags.
Ein Leben für die Sicherheit
Der heute 61-jährige Gerhard Biederbick, der verheiratet und Vater von zwei Kindern ist, fand schon früh seinen Weg zur Feuerwehr – zu Beginn noch als ehrenamtliches Mitglied bei der Feuerwehr Willingen-Usseln. Nach seinem Wehrdienst war er zunächst in der Privatwirtschaft als technischer Berater und Planer für Heizungstechnik tätig. Seine eigentliche Berufung fand er jedoch im Feuerwehrdienst. Nach der Ausbildung zum Brandinspektoranwärter an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel trat er in 2000 seinen Dienst beim Landkreis Waldeck-Frankenberg an und wurde kurz darauf zum Kreisbrandinspektor ernannt. Seit 2005 leitete er den Fachdienst Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz. Zum 1. Oktober 2026 beginnt für Gerhard Biederbick nun die Freistellungsphase, nachdem er beantragt hatte, von seinen Ämtern entbunden zu werden, um einen reibungslosen Übergang und die Regelung der Nachfolge zu gewährleisten, die Philip Windisch antreten wird. In seinen bewegenden Abschlussworten dankte Gerhard Biederbick allen Wegbegleitern, seiner Familie und den ehrenamtlichen Einsatzkräften für die jahrelange Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen.




