1000 Schutzschleifen gehen in nordhessische Betriebe

Polizeipräsident Marco Bärtl setzt ein Zeichen für Respekt und Solidarität

Kassel. Blau, Rot und Weiß, klein genug für jedes Revers: 1000 Schutzschleifen hat Nordhessens Polizeipräsident Marco Bärtl am Samstag auf dem Kasseler Königsplatz an Coralie Zilch übergeben. Die Geschäftsführerin von HESSENMETALL Nordhessen und Hauptgeschäftsführerin des Unternehmerverbands Nordhessen nahm die Anstecker stellvertretend für die Mitgliedsunternehmen beider Verbände entgegen. Nun gehen die Schutzschleifen in die Betriebe der Region. Damit unterstützen die beiden Verbände die Schutzschleifen-Kampagne des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz. Mitgliedsunternehmen können die Anstecker ab sofort über die Pressestelle im Haus der Arbeitgeberverbände Nordhessen beziehen. „Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sind zur Stelle, wenn Menschen Hilfe brauchen – rund um die Uhr, oft unter schwierigen Bedingungen. Dass ausgerechnet sie mit Respektlosigkeit und Gewalt konfrontiert werden, darf eine Gesellschaft nicht hinnehmen“, sagte Zilch bei der Übergabe. Bärtl warb dafür, die Kampagne aus den Behörden heraus in die Arbeitswelt zu tragen: „Respekt gegenüber Einsatzkräften entscheidet sich nicht in Erklärungen, sondern dort, wo Menschen jeden Tag zusammenarbeiten. Deshalb freue ich mich, dass die nordhessische Wirtschaft die Kampagne aufgreift und diese Schutzschleifen in regionale Betriebe gehen.“

Fast täglich Gewalt gegen Einsatzkräfte

Wie nötig das Signal bleibt, zeigt die Kriminalstatistik. 275 Straftaten gegen Einsatzkräfte registrierte das Polizeipräsidium Nordhessen im Jahr 2025, nach 308 Fällen im Jahr zuvor. Der Rückgang ändert wenig am weiterhin Besorgnis erregendem hohen Niveau: 528 Polizistinnen und Polizisten wurden im Dienst Opfer einer Straftat, etwa eines Widerstands oder tätlichen Angriffs, dazu 26 Beschäftigte von Rettungsdiensten und acht Einsatzkräfte der Feuerwehr. Bei der Vorstellung der Zahlen im März sprach Bärtl davon, dass in Nordhessen fast täglich Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit angegriffen werden. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Belegschaften zu: „In unseren Betrieben arbeiten jeden Tag viele tausend Menschen zusammen. Gerade dort lässt sich zeigen, dass wir hinter denen stehen, die uns schützen und helfen“, so Zilch.

Betriebe und Blaulichtfamilie sind enger miteinander verbunden, als es auf den ersten Blick scheint: Auch in nordhessischen Unternehmen engagieren sich Beschäftigte neben ihrem Beruf bei Freiwilligen Feuerwehren, Hilfsorganisationen oder im Technischen Hilfswerk. Die Beschäftigten und Betriebe tragen damit auch im Arbeitsalltag dazu bei, dieses wichtige ehrenamtliche Engagement zu ermöglichen. Die Übergabe der Schutzschleifen fand im Rahmen der Veranstaltung „Respekt zeigen – Respekt erfahren: Begegnungen mit der Blaulichtfamilie“. Mehr als 120 Einsatzkräfte aus zehn Organisationen stellten auf dem Königsplatz fünf Stunden lang ihre Arbeit vor, darunter Bundespolizei, Zoll, Feuerwehr Kassel, DLRG, ASB und Johanniter. Der Erlös des Kuchenverkaufs ging an das Kinderpalliativteam „Kleine Riesen Nordhessen“.

Hintergrund: Die Schutzschleife

Die Schutzschleife ist das Symbol einer Kampagne des Hessischen Innenministeriums. Die Farben Blau, Rot und Weiß stehen für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. Wer die Schleife als Anstecknadel oder Aufkleber trägt, zeigt seine Verbundenheit mit den Frauen und Männern, die sich beruflich oder ehrenamtlich für Sicherheit, Schutz und Hilfe einsetzen. Nach Angaben des Hessischen Innenministeriums wurden inzwischen rund 280.000 Schutzschleifen ausgegeben.