Dachdecker-Handwerk braucht Nachwuchs – Innung erhöht Ausbildungszuschuss und wirbt für den Beruf

Vöhl-Basdorf. Der Fachkräftenachwuchs stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Dachdecker-Innung Waldeck-Frankenberg im Café Kutscherhus. Obermeister Dimitri Demmer-Koutroulis begrüßte die Mitglieder, Ehrenmitglieder sowie Vertreter der Beruflichen Schulen und des Landesinnungsverbandes. Der Innung gehören 27 Mitgliedsbetriebe an, in denen derzeit 24 Auszubildende vom ersten bis zum dritten Lehrjahr ausgebildet werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass dringend mehr junge Menschen für das Dachdecker-Handwerk gewonnen werden müssen. Nach Angaben der Beruflichen Schulen könnten künftig zu geringe Ausbildungszahlen den Berufsschulstandort gefährden. „Wir bilden heute die Fachkräfte aus, die unsere Dächer morgen bauen. Jeder neue Auszubildende ist eine Investition in die Zukunft unserer Betriebe und unserer Region“, betonte Obermeister Dimitri Demmer-Koutroulis. Um die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe weiter zu stärken, beschlossen die Mitglieder einstimmig, den Ausbildungskostenzuschuss für neu eingestellte Auszubildende von 500 auf 1.000 Euro anzuheben.

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Ausbildungsleiter Christoph Eiselt berichtete über die intensive Begleitung der Lehrlinge. Neben der überbetrieblichen Ausbildung, Zwischen- und Gesellenprüfungen ergänzten zusätzliche Fachschulungen sowie ein freiwilliger Stützunterricht an zehn Samstagen zur Vorbereitung auf die Gesellenprüfung das Ausbildungsangebot. „Unsere Auszubildenden profitieren von einer Ausbildung, die weit über den Unterricht hinausgeht. Zusätzliche Lehrgänge und eine intensive Prüfungsvorbereitung gehören bei uns selbstverständlich dazu“, sagte Eiselt. Die Innung wirbt weiterhin intensiv um Nachwuchs. Jugendliche mit Haupt- oder Realschulabschluss können noch bis 1. November 2026 ins erste Ausbildungsjahr einsteigen. Abiturientinnen, Abiturienten und Studienabbrecher können unter bestimmten Voraussetzungen direkt im zweiten Ausbildungsjahr beginnen.

Auch finanziell bietet die Ausbildung attraktive Perspektiven: Die tarifliche Ausbildungsvergütung startet bei 1.000 Euro im ersten Lehrjahr und steigt bis auf 1.400 Euro im dritten Lehrjahr. Nach der Gesellenprüfung stehen vielfältige Karrierewege offen – vom Meister (Bachelor Professional) über den Gebäudeenergieberater bis zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung. Der Meisterbrief qualifiziert für die Leitung eines Betriebs und eröffnet zugleich den Weg an eine Hochschule. Neben der Nachwuchsförderung setzt die Innung auch auf die Weiterbildung ihrer Mitgliedsbetriebe. Im September führt eine Unternehmerreise nach Andernach und Koblenz mit einem umfangreichen Fachprogramm zu Arbeitssicherheit, Absturzsicherung und Rettungstechniken. Zum Abschluss informierte Eric Dinges vom Landesverband über aktuelle Neuerungen bei Absturzsicherung, Wärmeschutz und dem sicheren Umgang mit Asbest. Kontakt: Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, Telefon 05631 9535-100, E-Mail info@khkb.de.

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