Fritzlar. Fachschule für Agrarwirtschaft Fritzlar des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) ehrt Absolventinnen und Absolventen bei feierlichem Abschluss. An der Fachschule für Agrarwirtschaft Fritzlar des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) haben in diesem Jahr 15 Absolventinnen und Absolventen ihre Ausbildung zur „Staatlich geprüften Betriebswirtin bzw. zum Staatlich geprüften Betriebswirt der Fachrichtung Agrarwirtschaft“ erfolgreich abgeschlossen. Am 26. Juni 2026 wurden die Leistungen der Studierenden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung auf Gut Laar in Zierenberg gewürdigt und die Abschlusszeugnisse überreicht.
Ausbildung in Fritzlar: Starke Basis für die Zukunft
Katrin Walmanns, kommissarische Direktorin des LLH, gratulierte den Absolventinnen und Absolventen und hob die Bedeutung ihrer Ausbildung für die Zukunft der Landwirtschaft hervor. Sie betonte: „Mit Ihrem Abschluss halten Sie heute nicht nur ein Zeugnis in den Händen. Sie dokumentieren damit Ihr Fachwissen, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.“ Der Abschluss markiere zugleich das Ende eines wichtigen Lebensabschnitts und den Beginn neuer beruflicher Herausforderungen.

Landwirtschaft sei heute ein sich stetig wandelnder Beruf, in dem Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Tierwohl und Ressourcenschutz von zentraler Bedeutung sind. Zugleich habe sich das Fundament nicht verändert: Verantwortung für Boden, Pflanzen, Tiere und Menschen sowie der Blick auf den wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe. Entscheidend sei die Fähigkeit, Veränderungen anzunehmen und den eigenen Betrieb kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Ausbildung in Fritzlar habe hierfür eine solide Grundlage geschaffen, auf der die Absolventinnen und Absolventen nun aufbauen könnten.
Erfolg entsteht nicht allein durch Einsatz
In der traditionellen Rede des Schulleiters stellte Dr. Jörg Bauer den kreativen sowie diskussionsfreudigen Charakter der Klasse heraus. Durch zahlreiche Ideen und kritische Nachfragen habe diese intensiv zur inhaltlichen Auseinandersetzung beigetragen. Besonders prägend sei die Vielfalt innerhalb der Klasse gewesen: Unterschiedliche Lebenswege, verschiedene berufliche Erfahrungen und Perspektiven hätten eine Gemeinschaft entstehen lassen, in der gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Lernen im Mittelpunkt standen.
Ein Themenkomplex habe dabei mehr Raum eingenommen als in den vorherigen Jahrgängen: Zeitmanagement, Arbeitsbelastung und Resilienz. „Erfolg entsteht nicht allein durch Einsatz, sondern auch durch die Fähigkeit, Prioritäten zu erkennen, Grenzen zu setzen und auf die eigene Gesundheit zu achten“, erklärte Jörg Bauer und appellierte: „Die Landwirtschaft braucht leistungsstarke Fachkräfte, aber vor allem Menschen, die langfristig mit Freude, Kraft und Begeisterung ihren Weg gehen und das auch nach außen hin verkörpern.“ Den Absolventinnen und Absolventen bescheinigte Bauer, in den vergangenen zwei Jahren eindrucksvoll gezeigt zu haben, dass sie die künftigen Herausforderungen meistern können. Beglückwünscht wurde die Abschlussklasse auch von den weiteren Ehrengästen Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes und Michael Kraft vom Agrartechnikerverband (ATV) Fritzlar.
Innovative Projektarbeiten vorgestellt
Zudem wurden je ein Arbeitsprojekt und ein Gründungsvorhaben aus der Schulzeit präsentiert. Michel Herbst gab Einblick in sein Projekt „Ertragssteigerung im Kartoffelanbau“, in dem er sich mit der Reduktion von Drahtwurmfraß und der Steigerung vermarktungsfähiger Ware im Ökolandbau befasste. Dabei erläuterte er nicht nur die fachlichen Schwerpunkte seines Projekts, sondern berichtete auch über seine persönlichen Erfahrungen aus der Versuchsdurchführung. Im Anschluss wurde den Gästen ein Gründungsvorhaben aus dem Fach Unternehmensführung präsentiert. Unter dem Titel „Marienkäfervermehrung im Schweinestall“ stellte Sara Ohlwein ihr Unternehmenskonzept vor, das die Produktion natürlicher Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung mit der Umnutzung eines leerstehenden Ferkelaufzuchtsabteils verbindet.
Abschied mit Blick nach vorn
Bevor die Anwesenden die Abschlussfeier bei einem gemeinsamen Essen ausklingen ließen, blickte Klassensprecherin Jana Wiedelbach in ihrer Rede auf den Schulalltag an der Fachschule Fritzlar zurück und hob den Wert der zweijährigen Ausbildung hervor. Die Schulzeit habe nicht nur neues Fachwissen vermittelt, sondern auch Erfahrungen, Erinnerungen und insbesondere die Gemeinschaft mit den Menschen geprägt. Zugleich richtete Wiedelbach den Blick in die Zukunft: „Es wird nicht immer alles richtig sein, nicht immer alles glatt laufen. Wir werden Rückschläge einstecken müssen, aber am Ende sind es genau diese Erfahrungen, die uns formen und weiterbringen werden.“

Nach der feierlichen Zeugnisüberreichung wurden die besten Absolventen geehrt: Michel Herbst schloss als Drittplatzierter mit einem Notendurchschnitt von 2,1 ab. Gefolgt von Ferdinand Mönnekes mit 1,3 und der Jahrgangsbesten Tina Humburg, die ihren Abschluss mit 1,2 erhielt.
Die Absolventinnen und Absolventen 2026
Aaron Bitter (Burgwald-Bottendorf), Andreas Dersch (Frankenberg-Dörnholzhausen), Veronica Geene (Steinheuterode), Michel Herbst (Münchhausen-Oberasphe), Dennis Hofmann (Wetter), Tina Humburg (Warburg-Wormeln), Paul Morell (Hofgeismar), Ferdinand Mönnekes (Beverungen), Julian Münch (Fritzlar-Haddamar), Sara Ohlwein (Gudensberg-Dorla), Mathis Schumacher (Marburg-Michelbach), Antonius Schwiddessen (Warburg-Bonenburg), Stefanie Sprenger (Hofgeismar), Philipp von Starck (Zierenberg-Laar) und Jana Wiedelbach (Hünfeld-Michelsrombach). Mit dem Abschluss sind die 15 jungen Fachkräfte nun bestens für anspruchsvolle Aufgaben in der Agrarwirtschaft qualifiziert und starten in das Berufsleben.














