Korbach. In der Fusion des Kreiskrankenhauses Frankenberg mit dem Stadtkrankenhaus Korbach zum Klinikum Waldeck-Frankenberg (KWF) ist ein weiterer Meilenstein erreicht: Im Juni wurden die notwendigen Verträge zur Zusammenführung unterzeichnet und notariell beurkundet.
Verträge unterzeichnet
Beurkundet wurde in einem ersten Schritt der Anteilskauf- und Abtretungsvertrag, durch den das Kreiskrankenhaus das Stadtkrankenhaus Korbach übernimmt. Unterschrieben wurde er durch die Geschäftsführung Anne Bülling, Bürgermeister Stefan Kieweg und den Ersten Korbacher Stadtrat Bernd Richter-Schluckebier. Zum anderen wurde dann in einem zweiten Schritt der Verschmelzungsvertrag beurkundet, durch den Stadtkrankenhaus und Kreiskrankenhaus schließlich zum Klinikum Waldeck-Frankenberg verschmelzen. Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung erfolgte durch die Frankenberger Geschäftsführerin Anne Bülling, den Korbacher Geschäftsführer Sassan Pur, den Ersten Kreisbeigeordneten des Landkreises Karl-Friedrich Frese und den Kreisbeigeordneten Gerd Frese.
Verschmelzung im Handelsregister angemeldet
Unmittelbar nach der Unterzeichnung und Beurkundung beider Verträge wurde die Verschmelzung beider Häuser notariell beim Handelsregister in Marburg angemeldet. Die dortige Eintragung ist dann der letzte und finale Schritt der Fusion der beiden Häuser. Erst dann ist der Zusammenschluss auch rechtlich abgeschlossen. Das wird voraussichtlich noch einige Wochen dauern.
Gleichberechtige Interessen im neuen Aufsichtsrat
Im Rahmen des Termins gab es aber eine weitere wichtige Vereinbarung, die von allen Beteiligten unterschrieben wurde – und zwar der Stimmbindungsvertrag. Er regelt die Zusage des Landkreises, dass die Stadt Korbach künftig drei Mitglieder des Aufsichtsrats des Klinikums Waldeck-Frankenberg stellen wird. Damit soll sichergestellt werden, dass die Interessen von Süd- und Nordkreis im Aufsichtsrat des neuen Klinikums gleichberechtigt vertreten sind – jetzt und künftig.
Mitbestimmung und geordnete Überleitung
„Die Verträge sind nun formell unterzeichnet und die Eintragung beim Handelsregister wird umgehend beantragt“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Karl-Friedrich Frese anlässlich der Vertragsunterzeichnung im Korbacher Kreishaus. Wichtig sei es allen Beteiligten, mit der Verschmelzung die medizinische Versorgung vor Ort langfristig zu sichern und die entstehenden Synergien zum Wohl der Patientinnen und Patienten zu nutzen. „Arbeitsplätze und die Rechte von Arbeitnehmenden bleiben selbstverständlich geschützt“, bekräftigt Landrat Jürgen van der Horst weiter. „Es sind gemeinsam mit den Vertretungen der Mitarbeitenden verbindliche Vereinbarungen zur Mitbestimmung und zur geordneten Überleitung der getroffen worden.“ Die Fusion wird handels- und steuerrechtlich rückwirkend zum 1. Januar 2026 wirksam.
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Ein Krankenhaus an zwei Standorten
Parallel läuft bereits seit Jahresanfang der Transformationsprozess auf der Arbeits- und Organisationsebene der beiden Kliniken zu einem Krankenhaus an zwei Standorten weiter: In zahlreichen Besprechungsformaten wird mit den Ärzten und den Leitungskräften der Pflege an der Umsetzung des medizinischen Zielbildes für das Klinikum Waldeck-Frankenberg gearbeitet. Sämtliche Beschäftigte sind in den Fusionsprozess eingebunden und konnten beispielsweise ihre Anregungen mehrfach in Veranstaltungen für alle Mitarbeitenden einbringen. Das Ziel bleibt: Ein Krankenhaus an zwei Standorten zu werden.
Moderne Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum
Zentrales Element des Prozesses ist die passgenau entwickelte Medizinstrategie, die die Bedarfe der Menschen in der Region berücksichtigt und die Leistungen an beiden Standorten unter einem Dach vereint. Ziel ist es, ein starkes, überregional wirksames Angebot zu schaffen, das den Anforderungen der modernen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum gerecht wird.
Investitionen bis 2030
Mit Unterstützung aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Landes sind zudem umfangreiche Investitionen an beiden Standorten bis 2030 vorgesehen. Geplant sind die Erneuerung der Zentralen Notaufnahme in Korbach, die Erweiterung und Renovierung der ZNA in Frankenberg, die Sanierung von OP-Bereichen sowie der Ausbau der Intensivstation und der Stroke Unit-Kapazitäten. Außerdem ist der Ausbau der Neurologie mit innovativer Medizintechnik zur Früherkennung von Schlaganfällen geplant. Das Land hat signalisiert, dass beide Standorte auch nach der Fusion Sicherstellungshäuser bleiben. Die vorgesehenen Fördermittel tragen zusätzlich zur Modernisierung der medizinischen Infrastruktur bei. Nach der Fusion werden beide Häuser
zudem in Verhandlungen mit den Krankenkassen treten, um Zuschläge für unterschiedliche Leistungsbereiche gezielt zu verhandeln.
Den gesamten Landkreis im Blick behalten
Die Fusion der beiden Häuser in Korbach und Frankenberg ist ein wichtiger Schritt, um die Gesundheitsversorgung in Waldeck-Frankenberg zu sichern. Der Fokus werde laut Landrat und Erstem Kreisbeigeordnetem aber nicht allein auf diesem Projekt liegen. „Wir werden auch weiterhin die nicht kommunal geführten Krankenhäuser, medizinischen Angebote und die Versorgungsstrukturen für den gesamten Landkreis im Blick behalten, um gemeinsam mit allen Leistungsanbietern ein gutes und verlässliches Angebot für die Menschen in der Region anbieten zu können.“

