Arbeitsmarkt zeigt ein geteiltes Bild: Insgesamt leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Korbach

Korbach. Mit einer unterschiedlichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich die beiden Landkreise im Bezirk der Arbeitsagentur Korbach im April. Während in Waldeck-Frankenberg die Arbeitslosenzahl im Vergleich mit Vormonat und Vorjahr gesunken ist, stagnierte sie im Schwalm-Eder-Kreis gegenüber März und lag höher als vor einem Jahr. In Waldeck-Frankenberg waren im April 3989 Menschen arbeitslos gemeldet, 174 weniger als im März (minus 4,2 Prozent) und 271 weniger als vor einem Jahr (minus 6,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 4,5 Prozent, vor einem Monat hatte sie 4,7 und vor einem Jahr 4,8 Prozent betragen „In Waldeck-Frankenberg sehen wir die saisonübliche Entwicklung mit einer Belebung des Arbeitsmarktes im Frühjahr“, kommentiert der Korbacher Agenturleiter Volker Breustedt. „Erfreulicherweise ist auch ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist zu beobachten. Die Wirtschaft zeigt sich also derzeit robust gegenüber den aktuellen Herausforderungen.“ Im Schwalm-Eder-Kreis waren im April 4713 Arbeitslose registriert, 1 weniger als im März (minus 0 Prozent) und 227 mehr als im Vorjahresmonat (plus 5,1 Prozent). Die Quote betrug wie im März 4,7 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,5 Prozent gelegen. Einen einzelnen Grund für diese Entwicklung gibt es laut Breustedt nicht, er verweist jedoch auf eine recht hohe Auspendlerzahl. „Mehr als 40 Prozent der Beschäftigten aus dem Schwalm-Eder-Kreis pendeln zur Arbeit in benachbarte Regionen, insbesondere in Stadt und Kreis Kassel sowie den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Beschäftigungsabbau in benachbarten Kreisen hat daher immer deutliche Auswirkungen auf den Schwalm-Eder-Kreis.“

Zusammengenommen ergibt sich im gesamten Agenturbezirk Korbach somit nur eine leichte Frühjahrsbelebung: 8702 Arbeitslose waren in den beiden Landkreisen, 175 weniger als im März (minus 2 Prozent) und 44 weniger als vor einem Jahr (minus 0,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag im April mit 4,6 um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im März und auf dem gleichen Wert wie im April 2025. Der insgesamt geringe Rückgang der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk ist nach den Worten Breustedts der Stimmung in der Wirtschaft geschuldet. „Das zeigt sich auch daran, dass wir im Vergleich mit dem Vorjahr im Bereich der Arbeitslosenversicherung – also bei der Arbeitsagentur – rund 5 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet hatten, während es bei den Jobcentern 4,5 Prozent weniger waren. Angesichts der durch die globalen Entwicklungen hervorgerufenen Unsicherheit halten sich die Unternehmen mit Einstellungen noch zurück.“ Erneut ist im Agenturbezirk bei fast allen Personengruppen die Arbeitslosigkeit rückläufig, insbesondere bei den Jüngeren bis 25 Jahren (minus 4,5 Prozent) und den Männern (minus 2,7 Prozent). Bei Frauen, Ausländern und Älteren ab 50 Jahren sank die Arbeitslosigkeit jeweils um circa 1 Prozent. Bei den Langzeitarbeitslosen gab es hingegen einen Anstieg um 37 auf 2490 im Monatsvergleich (plus 1,5 Prozent), und um 158 im Jahresvergleich (plus 6,8 Prozent).

In beiden Rechtskreisen ist die Arbeitslosigkeit binnen eines Monats zurückgegangen, allerdings vorwiegend bei der Arbeitsagentur (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III). Dort waren 3800 Arbeitslose gemeldet, 170 weniger als im Vormonat (minus 4,3 Prozent). Die beiden Jobcenter im Landkreis (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II) zählten 4902 Arbeitslose, 5 weniger als im März (minus 0,1 Prozent). Anders sieht es beim Vergleich mit dem April des Vorjahres aus: Dabei ist bei der Arbeitsagentur ein Anstieg zu verzeichnen (um 185 Personen, 5,1 Prozent), während die Jobcenter einen Rückgang um 229 Arbeitslose (minus 4,5 Prozent) aufweisen. 2109 offene Stellen waren zum Stichtag im Agenturbezirk gemeldet, das sind 78 mehr als im März und 236 weniger als im April 2025. In Waldeck-Frankenberg hat sich der Bestand an offenen Stellen seit März um 62 auf 1251 erhöht, das sind 124 weniger als vor einem Jahr. 858 offene Stellen waren im Schwalm-Eder-Kreis gemeldet, 16 mehr als im März 2026 und 112 weniger als vor einem Jahr. Im Agenturbezirk haben bis zum 27. April 5 Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, von der maximal 49 Beschäftigte betroffen sein können. Vor einem Jahr waren es 4 Betriebe mit bis zu 64 betroffenen Mitarbeitenden.

 

 

Die Arbeitsmarktzahlen in den Geschäftsstellen

Waldeck-Frankenberg

Korbach mit Bad Wildungen: 1712 Personen ohne Arbeit waren im April in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 109 weniger als im März und 110 weniger als vor einem Jahr (jeweils minus 6 Prozent). Die Quote von 4,1 Prozent liegt jeweils 0,2 Prozentpunkte niedriger als im März 2026 und im April 2025.

Geschäftsstelle Frankenberg: 1376 Arbeitslose verzeichnete die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, 58 weniger als März (minus 4,0 Prozent), und 161 weniger als vor einem Jahr (minus 10,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent, vor einem Jahr hatte sie noch 5,3 Prozent betragen.

Geschäftsstelle Bad Arolsen: In der Geschäftsstelle Bad Arolsen gab es kaum Änderungen: Die Zahl der Arbeitslosen ist um 7 auf 901 gesunken (minus 0,8 Prozent), das ist der gleiche Wert wie vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag unverändert zu Vormonat und Vorjahr bei 5,1 Prozent,

Schwalm-Eder-Kreis

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg: 2322 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, 21 mehr als im März (plus 0,9 Prozent) und 245 mehr als vor einem Jahr (plus 11,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat von 4,8 auf 4,9 Prozent, vor einem Jahr hatte sie noch bei 4,4 Prozent betragen.

Geschäftsstelle Melsungen: In der Geschäftsstelle Melsungen änderte sich wenig: Es war ein Anstieg um 1 auf 1263 Arbeitslose zu verzeichnen (plus 0,1 Prozent), gegenüber dem Vorjahr sind das 7 mehr (plus 0,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag wie im März dieses Jahres und im April 2025 bei 4,9 Prozent.

Geschäftsstelle Schwalmstadt: 1128 Menschen auf Jobsuche zeigte die April-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 23 weniger als im März (minus 2,0 Prozent) und 25 weniger als im April des Vorjahres (minus 2,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 4,2 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im vorigen Monat und im vorigen Jahr.