Ausgebucht und gefragt: Bauhandwerk setzt auf Qualifikation – trotz rückläufiger Bauzahlen

21 Teilnehmer im Vorarbeiter-Lehrgang

Korbach(pm). Trotz spürbar rückläufiger Bauzahlen investiert das Bauhandwerk in Waldeck-Frankenberg gezielt in Weiterbildung und Führungskompetenz. Der Vorarbeiter-Lehrgang im Tiefbau der Bau-Innung Waldeck-Frankenberg ist in diesem Jahr mit 21 Teilnehmern vollständig ausgebucht. Ursprünglich im zweijährigen Turnus geplant, wurde der Lehrgang aufgrund der hohen Nachfrage bereits nach einem Jahr erneut angeboten. Schon im Vorjahr konnten nicht alle Interessenten berücksichtigt werden. Diese Entwicklung steht im deutlichen Kontrast zur aktuellen Lage der Bauwirtschaft: Hessenweit ist die Zahl der Baugenehmigungen zuletzt deutlich zurückgegangen, insbesondere im Wohnungsbau. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Organisation und Dokumentation auf den Baustellen. Gut qualifizierte Vorarbeiter gewinnen damit weiter an Bedeutung. An zehn intensiven Lehrgangstagen mit insgesamt 80 Unterrichtseinheiten bereiteten sich erfahrene Fachkräfte im Lehrbauhof Korbach gezielt auf ihre künftige Rolle als Baustellen-Führungskräfte vor. Vermittelt wurden unter anderem Bauablauf- und Kostenplanung, Aufmaß und Abrechnung, rechtliche Grundlagen im Bauwesen, Arbeitssicherheit sowie Grundlagen der Mitarbeiterführung und Kommunikation. Ergänzt wurden diese Inhalte durch praxisnahe bautechnische Themen aus dem Tiefbau, darunter Straßen- und Kanalbau, Vermessung in Theorie und Praxis, Betontechnologie, Baustellensicherung sowie der fachgerechte Einsatz von Maschinen und Geräten.

Erfolgreiche Prüfungen und zufriedene Teilnehmer: Nach zwei anspruchsvollen Wochen fand am Samstag, 14. Februar 2026, die Abschlussprüfung statt. 20 der 21 Teilnehmer haben die Prüfung erfolgreich bestanden. Ein Teilnehmer konnte die Prüfung nicht bestehen. Dieses Ergebnis unterstreicht zugleich das hohe fachliche Niveau und den Qualitätsanspruch des Lehrgangs, der die Teilnehmenden gezielt auf die verantwortungsvolle Rolle als Vorarbeiter vorbereitet. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten entscheidet die Qualität auf der Baustelle“, betont Obermeister Ulrich Mütze. „Vorarbeiter sind das Bindeglied zwischen Bauleitung und Kolonne. Wer hier gezielt qualifiziert, sichert Abläufe, Qualität und Termintreue.“ Neben der fachlichen Ebene spielt auch die Mitarbeiterbindung eine zentrale Rolle. „Weiterbildung ist ein klares Zeichen der Wertschätzung“, erklärt Kai Bremmer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg. „Betriebe, die ihre Mitarbeiter fördern, halten sie langfristig im Unternehmen und stärken damit das Betriebsklima.“

Gleichzeitig bleibt der Nachwuchs ein entscheidendes Thema für die Branche. Das Bauhandwerk zählt bundesweit zu den Bereichen mit besonders niedrigen Arbeitslosenzahlen und bietet stabile Perspektiven. Regionale Betriebe suchen kontinuierlich interessierte Schülerinnen und Schüler für Praktika und Ausbildungsplätze. Darüber hinaus eröffnen sich vielfältige Weiterbildungswege – vom Vorarbeiter über Meister- und Technikerabschlüsse bis hin zum Studium im Baubereich. Die im Lehrgang absolvierten Unterrichtsstunden können auf weiterführende Qualifikationen wie Werkpolier oder Geprüfter Polier angerechnet werden. Der Vorarbeiter-Lehrgang leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und Zukunftsfähigkeit des Bauhandwerks in Waldeck-Frankenberg und der nordhessischen Region. Bei Interesse an zukünftigen Lehrgängen: Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, Telefon 05631 9535-100, E-Mail: info@khkb.de.