Homberg/Efze(pm). Wie wirken sich neue Vorgaben aus Brüssel und Berlin auf den Alltag im Einzelhandel aus? Um darüber ins Gespräch zu kommen, hat die Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, Wiebke Knell, den Rewe-Markt Mohr in Homberg (Efze) besucht. Der Markt wird von Kai Mohr geführt, dessen Familie seit Generationen im Einzelhandel tätig ist, und verfügt über rund 2.500 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie einen 1.500 Quadratmeter großen Getränkemarkt. Insgesamt beschäftigt Rewe Mohr 90 Mitarbeitende aus zehn Nationen, arbeitet mit über 40 regionalen Lieferanten zusammen und betreibt eine eigene Metzgerei mit hauseigener Produktion direkt im Markt. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die aktuellen Herausforderungen, mit denen der Einzelhandel konfrontiert ist. Besprochen wurden unter anderem die geplante EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz, aus Sicht der Kaufleute teils überzogene Vorgaben zur Mehrwegpflicht, zunehmende bürokratische Auflagen sowie der anhaltende Fachkräftemangel.
Wiebke Knell betonte die große Bedeutung familiengeführter Betriebe für die regionale Nahversorgung, insbesondere im ländlichen Raum. „Gute Nahversorgung entsteht nicht durch Formulare, sondern durch engagierte Unternehmer. Politik muss aufhören, den Mittelstand mit praxisfernen Vorgaben zu belasten“, erklärte Knell.
Kai Mohr machte deutlich, dass gerade inhabergeführte Märkte immer stärker unter neuen Regelungen leiden. Zusätzliche Dokumentations- und Nachweispflichten kosten Zeit und Personal, das im Tagesgeschäft dringend gebraucht wird. Gleichzeitig werde es zunehmend schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu finden und langfristig zu binden. Abschließend unterstrich Knell, wie wichtig der direkte Austausch mit den Unternehmen ist, um politische Entscheidungen stärker an der Realität vor Ort auszurichten.

