Neue Ära: Dersch-Turian folgt auf Gaertner
Haina(pm). Stefanie Dersch-Turian ist seit 1. Oktober Pflegedirektorin der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina. Sie hat die Nachfolge von Gudrun Gaertner angetreten, die nach mehr als 30 Jahren in der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina, davon 29 Jahre als Pflegedirektorin, zum 31. Januar 2026 in den Ruhestand wechselt. In einem Festakt im Kapitelsaal von Vitos Haina stellte sich die 50-Jährige den Gästen aus Gesundheitswesen und Politik vor. Zuvor hatte Jochen Schütz, Vitos Konzerngeschäftsführer Personal und Finanzen, die bei Vitos schon erfahrene, aber bei Vitos Haina neue Führungskraft offiziell in der größten hessischen Maßregelvollzugseinrichtung begrüßt: „Vitos Gießen-Marburg hat dich nur ungern zu Vitos Haina ziehen lassen, denn durch deinen transparenten und partizipativen Führungsstil hast du dir die Anerkennung deiner Mitarbeitenden erworben.“ Stefanie Dersch-Turian lebe Führung im besten Sinne, indem sie Ziele vorgebe und dann dem Team vertraue, einen Weg zu diesem Ziel zu finden. Gerne biete sie dabei Unterstützung an. „Du bist bestimmt, aber immer freundlich, wertschätzend und zugewandt. Von dieser Führungskompetenz wird der Pflegedienst der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina eindeutig profitieren“, sagte Schütz.
Beste Voraussetzungen für neue Aufgabe
In den nächsten fünf Jahren wird etwa jeder zehnte im Pflegedienst der forensischen Klinik eingesetzte Mitarbeitende in den Ruhestand eintreten. Dem gegenüber stehen rund 200 neue pflegerische Mitarbeitende, die seit 2023 in der Klinik eingestellt wurden. Dem Onboarding komme somit eine besondere Bedeutung zu, sagte Konzerngeschäftsführer Schütz und verwies auf die besondere Expertise der neuen Pflegedirektorin, deren Ergebnis der Masterarbeit im Studiengang „Management im Gesundheitswesen“ ein Framework zum Onboarding und zur Einarbeitung von Stations- und Teamleitungen ist. „Mit deinem Führungsstil, deinem Blick für die Belange der Mitarbeitenden, deiner Fokussierung auf die Fort- und Weiterbildung bringst du die besten Voraussetzungen für deine neue Aufgabe als Pflegedirektorin mit“, betonte Jochen Schütz abschließend. Der Pflegedienst der „KFP Haina“ ist die größte Organisationseinheit von Vitos Haina. Insgesamt arbeiten weit mehr als 250 Pflegende in der Klinik, in der aktuell rund 250 psychisch kranke Rechtsbrecher behandelt werden. Die Vitos Klinik für forensische
Psychiatrie Haina ist die zentrale Aufnahmeeinrichtung für alle nach § 63 Strafgesetzbuch im hessischen Maßregelvollzug untergebrachten psychisch kranken Rechtsbrecher.
Zwei Meilensteine in einem Jahr
Dr. Philipp Kirchner, Geschäftsführer von Vitos Haina, bezeichnete die Einstellung der Pflegedirektorin als einen zweiten wichtigen Meilenstein der Klinik für forensische Psychiatrie Haina im Jahr 2025. „Mit der Inbetriebnahme des Ersatzneubaus haben wir ein modernes Umfeld geschaffen, das hervorragende Voraussetzungen für professionelle, sichere und zukunftsorientierte Versorgung bietet.“ Doch der Neubau und die sanierten Bestandsgebäude bildeten nur den Rahmen aus Beton und Steinen. „Entscheidend sind die Menschen“, sagte der Geschäftsführer. Und der Pflegedirektorin als Führungskraft der größten Berufsgruppe komme deshalb eine besondere Bedeutung zu. „Der Wechsel in der Klinikleitung ist ein wichtiger Marker in der 48-jährigen Geschichte der Klinik für forensische Psychiatrie Haina.
Pflege als Kernbereich im Maßregelvollzug
Dr. Kirchner führte aus, dass die Pflegedirektorin unmittelbaren Einfluss auf die Kernbereiche der Maßregelvollzugseinrichtung habe: „Pflegekräfte prägen den Alltag der Patientinnen und Patienten, sie geben Sicherheit, Orientierung und Stabilität. Sie begleiten Veränderungsprozesse, sie schaffen Vertrauen und bilden das Rückgrat der multiprofessionellen Zusammenarbeit. Unserem Auftrag der Sicherung und Besserung können wir nur nachkommen, wenn wir auf eine starke Pflege bauen können.“ Die Pflegedirektorin sei aber auch dafür verantwortlich, dass die größte Berufsgruppe den Arbeitsplatz als attraktiv empfände und gerne in der Forensik arbeite. „Mitarbeitende wollen nicht nur geführt werden. Sie wollen wachsen, mitgestalten und sich einbringen. Führung bedeutet heute mehr denn je, Entwicklungsräume zu schaffen, Potenziale zu erkennen und Menschen zu befähigen. Wer Menschen in der Pflege halten möchte, braucht nicht nur gute Arbeitsbedingungen, sondern auch Anerkennung, Vertrauen und Perspektiven. Es geht um sichere Strukturen, aber auch um eine Kultur, in der Wertschätzung gelebter Alltag ist.“
Neue Impulse für die Hainaer Klinik
Dass es Vitos Haina gelungen sei, auf dieser so zentralen Position einen nahtlosen Übergang zu organisieren, habe ihn sehr erfreut, sagte Ärztlicher Direktor Dr. Sven Krimmer, der mit Pflegedirektorin Stefanie Dersch-Turian und Geschäftsführer Dr. Philipp Kirchner die Klinikleitung bildet. „Ich bin wirklich glücklich, mit Stefanie Dersch-Turian eine so geeignete und qualifizierte Kollegin an meiner Seite zu haben.“ Mit Gudrun Gaertner verliere die Klinik sicherlich viel Erfahrung, mit Stefanie Dersch-Turian habe die Klinik jedoch eine erfahrene Kollegin gewonnen, die neue Impulse aus anderen klinischen Bereichen mitbringe. „Mutig, offen, reflektiert und gemeinsam“ – so werde sie den ersten Abschnitt auf ihrem Weg in der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina gehen, sagte Stefanie Dersch-Turian in ihrer Antrittsrede und griff die von Geschäftsführer Dr. Kirchner definierten Meilensteine auf. „Ein Neubau allein verändert noch nichts – aber die Art und Weise, wie wir darin zusammenarbeiten, kann die Qualität unserer Versorgung nachhaltig prägen.“
Krankheitsbedingte Gefährlichkeit reduzieren
Der konzeptionellen Weiterentwicklung der Pflege misst Dersch-Turian besondere Bedeutung zu. „Im Maßregelvollzug sind wir mit einem einzigartigen Spannungsfeld konfrontiert: dem hoheitlichen Auftrag von Besserung und Sicherung, der sozialen Kontrolle und der pflegerischen Fürsorge. Unser Ziel ist: Wir wollen krankheitsbedingte Gefährlichkeit reduzieren – auf ein Maß, das gesellschaftlich tragbar ist. Dazu brauchen wir moderne, freiheits- und rehabilitationsorientierte Konzepte.“ Sie freue sich darauf, gemeinsam mit allen Kolleginnen und Kollegen der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina gemeinsam das nächste Kapitel zu schreiben: „In einem neuen Gebäude, mit neuen Konzepten, aber getragen von den zeitlosen Werten Würde,
Respekt, Verantwortung und Menschlichkeit.“
Zur Person: Stefanie Dersch-Turian
Stefanie Dersch-Turian ist von Vitos Gießen-Marburg zu Vitos Haina gewechselt. In der Schwestergesellschaft war sie seit 2013 angestellt. Sie arbeitete zunächst als Krankenschwester in der Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit und wechselte 2019 als Assistentin zum Pflegedirektor des Vitos Klinikums Marburg und leitete den Fachbereich Klinische Versorgungsassistenz. Seit April 2022 war Stefanie Dersch-Turian zunächst stellvertretende Pflegedirektorin und Leitende Pflegekraft der Psychosomatik, ehe sie im Dezember 2022 die Pflegerische Standortleitung am Standort Marburg übernahm und damit auch den Pflegedienst in der Jugendforensischen Klinik Marburg verantwortete. Sie verfügt über den Bachelorabschluss in Psychiatric Nursing and Social Management und den Masterabschluss in Management im Gesundheitswesen.





