AFK Frankenberg im Austausch mit Landrat van der Horst

Frankenberg/Eder(pm). Über 40 Unternehmerinnen und Unternehmer des Arbeitskreises der Wirtschaft für Kommunalfragen Frankenberg/Eder (AFK) nutzten die Gelegenheit zum
persönlichen Austausch mit Landrat Jürgen van der Horst im Rahmen des jüngsten Unternehmertreffs. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die geplante Fusion der beiden kommunalen Krankenhäuser in Korbach und Frankenberg, die von Landrat van der Horst als notwendig und unumgänglich bezeichnet wurde. Die wirtschaftliche Lage der beiden Kliniken ist ernst. Gemeinsam verzeichnen sie ein jährliches Defizit von rund 13 Millionen Euro, das derzeit vollständig von den Kommunen getragen wird. Durch die Zusammenführung soll ein gemeinsames Krankenhaus mit zwei Standorten entstehen, das medizinisch und organisatorisch zukunftssicher aufgestellt ist. Der Umstrukturierungsprozess ist auf drei Jahre angelegt. Er wird von medizinischen und organisatorischen Fachgruppen begleitet. Ein gemeinsames Leitungsteam, abgestimmte medizinische Konzepte und eine integrierte IT-Infrastruktur sollen künftig eine moderne, verlässliche Versorgung gewährleisten.
Weitreichende Herausforderungen auch in den Bereichen Energie, Digitalisierung und Bildung
Im weiteren Verlauf des Abends beleuchtete der Landrat weitere drängende Themen für die  Zukunft des Landkreises. Für die notwendige Transformation der Stromnetze werden bis zum
Jahr 2045 Investitionen von rund einer Milliarde Euro benötigt. Der gegenwärtige, unkoordinierte Ausbau von Batteriespeichern ist aus seiner Sicht ein deutliches Zeichen für fehlende Steuerung auf übergeordneter Ebene. Mit einer kreisweiten Wärmeplanung will der Landkreis dem entgegenwirken.


Auch im Bereich Digitalisierung bestehe erheblicher Nachholbedarf. Trotz technischer Möglichkeiten scheiterten viele digitale Verwaltungsleistungen an umständlichen Identifikationsverfahren oder veralteten Abläufen. In der Bildungsinfrastruktur setzt der Landkreis auf neue Kooperationen mit Nachbarkreisen, um berufliche Fachklassen langfristig zu sichern. Schulgebäude sollen künftig als flexible Lernorte gestaltet werden, die modernen pädagogischen Anforderungen gerecht werden.


AFK-Vorsitzender Klaus Cronau lobt offenen Austausch
AFK-Vorsitzender Klaus Cronau würdigte den offenen und sachlichen Austausch sowie das klare Engagement des Landrats für notwendige strukturelle Reformen. Aus Sicht des AFK handelt es sich bei der Krankenhausfusion um einen komplexen und tiefgreifenden Veränderungsprozess, der hohe Anforderungen an Organisation, Kommunikation und Führung sowie die Entwicklung eines tragfähigen Versorgungskonzepts werden dabei als zentrale Erfolgsfaktoren angesehen, um die stationäre Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zukunftssicher zu gestalten. Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dabei wurden unter anderem die Themen Fachkräftesicherung, Zukunftsperspektiven für junge
Menschen und die strategische Steuerung öffentlicher Investitionen diskutiert.