Ökobetriebe beweisen Innovationskraft und verantwortungsvolle Tierhaltung

Neumorschen(pm). Das Augenmerk der Sommertour vom hessischen Staatsminister Jung lag am Mittwoch, 21.08.2024, auf dem Schwerpunkt Weidetierhaltung mit innovativer hofnaher Schlachtung und angeschlossener Direktvermarktung. Nicht umsonst wurden hierzu zwei ökologisch wirtschaftende Betriebe ausgesucht. Tim Treis, Sprecher der Vereinigung ökologischer
Landbau dazu: „Eines, was den Ökolandbau kennzeichnet ist der Wille, die Entwicklung des eigenen Betriebes selbst in die Hand zu nehmen. Direktvermarktung und ab-Hof-Verkauf sind Dinge, die vornehmlich auf Ökobetrieben entwickelt wurden“. Mit Gut Fahrenbach wurde ein Betrieb gewählt, der aufgrund seiner Leistungen einer der diesjährigen Sieger des Bundeswettbewerbes Ökologischer Landbau geworden ist. Betriebsleiter Sven Gabriel auf Gut Fahrenbach erklärt, was ihm und seiner Frau in der Leitung ihres Betriebes besonders wichtig ist: „Wir empfinden große Verantwortung für das, was wir tun, weswegen wir die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung selbst in die Hand nehmen. So können wir sicherstellen, dass wir die Qualitäten erhalten und steigern, die wir haben wollen und unsere Tiere so leben, wie es angemessen ist“. Auf Gut Fahrenbach werden 240 ha nach den Richtlinien des Biolandverbandes bewirtschaftet und 75 Mutterkühe der Rasse Aberdeen Angus mit all ihren Nachkommen gehalten.


Als nächstes wurde der Bioland Betrieb Gut Giesenhagen in Großalmerode besucht. Auf dem familiär geführten Betrieb leben auf 180 ha ökologisch bewirtschafteter Fläche 400 Schafe mit ihren Lämmern, eine kleine Herde Wasserbüffel, Hühner in mobilen Ställen und saisonal Gänse und Enten in Weidehaltung. Die Erzeugnisse werden überwiegend ab Hof und über regionale Partner vermarktet. Der Betrieb liegt in Nordhessen in einer für Hessen typischen Mittelgebirgslage. Geprägt von Wiesen und Weiden in schwierigem Gelände. „Diese Flächen kann man nur mit Weidetieren pflegen und offenhalten“, so Burkhard Ernst, Betriebsleiter von Gut Giesenhagen, „dadurch erhalten wir Artenvielfalt, betreiben Klimaschutz und erzeugen auch noch regionale Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung.“ Sein Appell an Minister Jung ist damit deutlich: “Hessen braucht Weidetierhalter und regionale Schlachtstätten, um diese nachhaltige Wirtschaftsform aufrecht zu erhalten.“ Tim Treis ergänzt dazu: „völlig zu Recht werden diese beiden Betriebe durch den Besuch von Minister Jung in ihren Leistungen gewürdigt. Ökologische Landwirtschaft zeichnet sich durch eine große Vielfalt, aktive und gestaltungsfreudige Betriebsleitern und multiplen Leistungen für Natur und Gesellschaft aus. Minister Jung hat heute eine großartige Gelegenheit sich davon zu überzeugen. Als Vereinigung ökologischer Landbau hoffen wir, dass der Termin dazu beiträgt, sich auch zukünftig als Land für die Wirtschaftsform des
Ökolandbau stark zu machen“.

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