Bad Wildungen. Bei der Jahreshauptversammlung der Elektro-Innung Waldeck-Frankenberg standen Ausbildung und Prüfungen im Mittelpunkt. Obermeister Ralf Kummer-Schäfer berichtete von einem besonderen Jahr: Viele Auszubildende hätten ihre Sommerprüfung vorgezogen, während die Winterprüfung schwächer ausgefallen sei. „Wir müssen die Vorbereitung weiter verbessern – etwa durch frühzeitige Schulungen und eine engere Abstimmung zwischen Betrieb und Berufsschule“, so Kummer-Schäfer. Ein Thema war auch die Rückkehr des Gesellenbriefs (Schmuckbrief). In den vergangenen Jahren erhielten die Absolventen ausschließlich das vorgeschriebene Prüfungszeugnis. Nun soll wieder der klassische Gesellenbrief zusätzlich überreicht werden. „Der Gesellenbrief ist mehr als ein Dokument – er steht für Leistung, Stolz und die Zugehörigkeit zum Handwerk“, betonte Kummer-Schäfer. Das digitale Berichtsheft wurde als wichtiges Instrument zur strukturierten Dokumentation der Ausbildung hervorgehoben.
Kai Bremmer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, ordnete ein: „Eine stabile Ausbildungsqualität entscheidet sich nicht erst in der Prüfung, sondern im gesamten Prozess. Wer Ausbildung sauber dokumentiert, regelmäßig begleitet und frühzeitig gegensteuert, erhöht nachhaltig die Erfolgsquote und sichert Fachkräfte für die Region.“ Im Rahmen der Versammlung gab es zudem einen Fachimpuls von Carsten Sauerland zu aktuellen Entwicklungen der LED-Technik. Moderne Beleuchtung kann heute weit mehr als nur „hell machen“: In Werkhallen dimmt sich das Licht automatisch herunter, wenn Bereiche nicht genutzt werden – und fährt bei Bewegung sofort wieder hoch. Gleichzeitig passen intelligente Systeme die Lichtfarbe dem Tagesverlauf an und unterstützen so Konzentration und Leistungsfähigkeit. Das spart nicht nur deutlich Energie, sondern verbessert auch spürbar die Arbeitsbedingungen.
Mit Blick nach vorn kündigte Kummer-Schäfer die gemeinsame Tagung mit Elektro-, SHK- und Dachdecker-Innungen an: „Der Austausch der Gewerke stärkt die Zusammenarbeit auf der Baustelle.“ Die Innung zählt 86 Mitglieder und 110 Auszubildende sowie zwei weitere in verwandten Berufen. Eine Innungsfahrt zur Firma Hensel ist für den 8. und 9. Oktober 2026 geplant. Informationen: Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, 05631 9535100, info@khkb.de.






