Junker und FRANK Original fordern pragmatische Lösungen bis 2030
Hatzfeld-Reddighausen(pm). Die wirtschaftliche Lage der heimischen Industrie ist ernst. Das ist das zentrale Ergebnis eines Arbeitsbesuchs von Bürgermeister Dirk Junker beim Traditionsunternehmen FRANK Original in Reddighausen. Im Dialog mit Geschäftsführer Dr. Frank Grote wurde deutlich: Der ländliche Raum kämpft mit Standortnachteilen, die ohne massives politisches Umsteuern die Zukunft der regionalen Arbeitsplätze gefährden.
Bestmögliche Lösungen für die Landwirtschaft – trotz widriger Umstände
Seit Generationen verfolgt FRANK Original ein klares Ziel: Den Landwirten weltweit die besten Lösungen für ihre tägliche Arbeit anzubieten. Doch die Fähigkeit, diesen Qualitätsanspruch vom Standort Hatzfeld aus zu halten, wird zunehmend untergraben.
Die drei Hauptbelastungen für das Unternehmen
Im Gespräch mit Bürgermeister Junker benannte Frank Grote drei kritische Felder, die das Unternehmen massiv unter Druck setzen:
1. Energiepreise: Trotz bereits umgesetzter umfassender Maßnahmen zur Energieeinsparung und Eigenproduktion bleiben die Kosten am Standort Deutschland im internationalen Vergleich wettbewerbsfeindlich.
2. Bürokratie: Eine überzogene Bürokratie in allen Bereichen sowie langwierige und komplexe Genehmigungsverfahren lähmen die Innovationskraft.
3. Mangelnde Flexibilität: Die starren Rahmenbedingungen bei der Gestaltung von Arbeitsmöglichkeiten erschweren es, adäquat auf die jeweilige Unternehmenslage zu reagieren.
Investitionsstopp in Deutschland: Ein deutliches Signal
Die Konsequenzen aus diesen Rahmenbedingungen sind bereits Realität. FRANK Original wird aufgrund der unternehmensfeindlichen Bedingungen in Deutschland in keine neuen Werke mehr investieren. Der Fokus verschiebt sich stattdessen auf den außereuropäischen Markt. Dr. Grote begründet diesen harten Schritt kurz und bündig: „Wettbewerbsnachteile in Deutschland sind schlicht und ergreifend zu groß!“
Die Zeit bis 2030 als entscheidendes Fenster
Dirk Junker und Frank Grote warnten eindringlich vor einer Deindustrialisierung der Region. Dr. Grote fand hierfür eine deutliche Zeitmarke: „Wenn bis 2030 keine vernünftigen Lösungen umgesetzt sind, dann braucht man sich danach keine Gedanken mehr um Arbeitsplätze in der Region zu machen.“
Maßnahmenpaket
Um den Standort zu retten, schlagen Junker und Dr. Grote konkrete Schritte vor:
1. Unmittelbar: Schnelle und klare Priorisierung von industriellen und handwerklichen Vorhaben durch, großzügige Ausschöpfung von Handlungsspielräumen auf den Entscheiderebenen bei Kreis und Regierungspräsidium. Stichwort: „Verfahrensbeschleunigung“! Mut zum Handeln und Mut zur Entscheidung sind essenzielle Voraussetzungen zur Sicherung unserer Unternehmen. Günstige Energie darf kein Privileg der Großindustrie sein. Der Mittelstand als Rückgrat unserer Wirtschaft benötigt wettbewerbsfähige Preise. Bezahlbare Energie muss vor Ort gewonnen und verbraucht werden. So können wir mit lokaler Energie nicht nur unsere Betriebe und Orte versorgen, sondern in Krisensituationen widerstandsfähiger sein. Hierfür sind umgehend die Voraussetzungen zu schaffen.
2. Bis zu einem Jahr: Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen, die der Wirtschaftsförderung und Unternehmenssicherung zumindest temporär oberste Priorität einräumen. Einrichtung von Wirtschaftsförderzonen im Ländlichen Raum (z. Bsp.: Oberes Edertal) sind ein Nachteilsausgleich, der es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ermöglicht, ihr Überleben zu sichern.
3. Ab einem Jahr: Die WI-Bank muss den Landkreis Waldeck-Frankenberg als C-Fördergebiet mit Zuschüssen bis zu 30% für KMU anerkennen. Hierfür sind die Voraussetzungen zu schaffen.

















