Hatzfeld (Eder)/Dirk Junker. Wie sieht die Zukunft des ländlichen Raums aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines intensiven Arbeitsgesprächs zwischen Hatzfelds Bürgermeister Dirk Junker und Henrik Eckhardt, Geschäftsführer der Bäckerei Eckhardt (#ederbäcker). Die Bäckerei Eckhardt ist einTraditionsbetrieb, der mit rund 230 Mitarbeitenden und einem weitreichenden Filialnetz zu den wichtigen Arbeitgebern der Region zählt. Das Ergebnis des Austauschs ist eine klare Botschaft an die Politik in Wiesbaden und Berlin: Der Mittelstand braucht Entlastung bei Energiekosten und Bürokratie, um seine Innovationskraft zu erhalten.
Innovation durch Künstliche Intelligenz
Dass Tradition und High-Tech sich nicht ausschließen, beweist der „Ederbäcker“ eindrucksvoll. Henrik Eckhardt stellte dem Bürgermeister vor, wie das Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) nutzt, um Retouren zu minimieren. „Der Hatzfelder Traditionsbetrieb präsentierte innovative Lösungen: Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Backplanung werden Retouren gesenkt und Ressourcen geschont. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung und man sieht, dass man mit geschicktem Einsatz von KI auch im Mittelstand viel bewirken kann. Hier zeigt ein Hatzfelder Unternehmen, wie Digitalisierung praktisch funktioniert – nicht als Spielerei, sondern als Instrument zur Ressourcenschonung.“
Energiepolitik und Bürokratie
Einigkeit herrschte bei den kritischen Themen. Beide Gesprächspartner mahnten an, dass günstige Energiepreise nicht nur für Großkonzerne gelten dürfen. „Ein Industriestrompreis, der den Mittelstand ausklammert, verzerrt den Wettbewerb“, so Junker. Gerade für Bäckereien mit dezentralen Produktionsstätten sind bezahlbare Energiepreise eine Existenzfrage. Der Mittelstand als Rückgrat unserer Wirtschaft benötigt wettbewerbsfähige Preise. Bezahlbare Energie muss vor Ort gewonnen und verbraucht werden. So können wir mit lokaler Energie nicht nur unsere Betriebe und Orte versorgen, sondern in Krisensituationen widerstandsfähiger sein. Bürokratische Hindernisse auf diesem Weg müssen durch schnelle und klare Priorisierung auf den Genehmigungsebenen umgehend beseitigt werden. Mut zur Entscheidung! Mut zum Handeln, damit wir auch morgen noch etwas von unserem Handwerk haben.
Arbeitswelt und Tourismus
Auch der Wandel der Arbeitswelt wurde thematisiert. Flexible Teilzeitmodelle seien heute essenziell, um Fachkräfte zu gewinnen und Familie und Beruf zu vereinbaren. Gleichzeitig wirkt sich der Strukturwandel auf das Kaufverhalten aus: Die „Genussräume“ der Bäckerei reagieren auf geänderte Essgewohnheiten und profitieren massiv vom Eder-Radweg. Der Radweg ist mehr als eine Freizeitstrecke, er ist ein harter Wirtschaftsfaktor. Die Synergieeffekte zwischen Tourismus und lokalem Handwerk stärken unsere gesamte Region.














