Abschluss des Klimabonus-Projektes in der Region Burgwald-Ederbergland

Modellprojekt mit starker regionaler Wirkung endet

Cölbe-Schönstadt(pm). Am 11. Februar 2026 wurde das Klimabonus-Projekt auf Hof Fleckenbühl offiziell verabschiedet. Bereits zum 31. Dezember 2025 waren die regionale Klimawährung und der regionale Klimafonds eingestellt worden. Die Veranstaltung markierte den öffentlichen Schlusspunkt eines innovativen Modellprojektes, das seit 2019 in der Region Burgwald-Ederbergland sowie in der Universitätsstadt Marburg aktiv war. Rund 50 Gäste – darunter Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der beteiligten Kommunen, Vertreter der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg sowie aus zahlreichen Partnerinitiativen und -unternehmen – informierten sich über die Ergebnisse aus sechs Jahren Projektarbeit. Das Projektteam zog dabei eine positive Bilanz: Seit 2019 brachte der Klimabonus tausende Bürger der Region mit konkreten Klimaschutzmaßnahmen in Berührung. Veranstaltungen wie das „Klimadinner“ stärkten Bewusstsein und Vernetzung, während die regionale Klimawährung nachhaltige Investitionen direkt förderte. Aus dem regionalen Klimafonds und durch Projektpartner wie der Universitätsstadt Marburg, wurden insgesamt rund 85.000 Klimabonusscheine an Privathaushalte ausgeschüttet, wobei ein Klimabonus einem Euro entsprach. Durch die Unterstützung
privater Klimaschutzmaßnahmen, vielfältige Klimabildungsveranstaltungen sowie die Renaturierung eines Moores im Burgwald konnten vor Ort CO₂-Emissionen von über 12.000 Tonnen eingespart werden.


Rüdiger Heß, 1. Vorsitzender des Trägervereins Region Burgwald-Ederbergland e.V., eröffnete die Veranstaltung und blickte auf die Entwicklung des Projektes zurück: „Mit dem Klimabonus haben wir Neuland betreten. Unser Ziel war es, Klimaschutz vor Ort konkret erlebbar zu machen und regionale Wertschöpfung mit nachhaltigem Handeln zu verbinden.“ Mit Blick auf das Projektende ergänzte er: „Angesichts multipler Herausforderungen in verschiedensten Bereichen hat der Klimaschutz in der Politik leider nicht mehr die höchste Priorität, entsprechende öffentliche Förderungen werden zurückgestellt.“ Gleichzeitig betonte Heß, dass Klimaschutz ein Querschnittsthema sei.

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Der Klimabonus habe mit seiner Verknüpfung von lokaler Wertschöpfung, innovativen Veranstaltungsformaten und gemeindegrenzen überschreitender Förderung eindrücklich gezeigt, wie integrierter Klimaschutz gelingen könne. In einem eigenen Redebeitrag dankte Dr. Jens Ried, Bürgermeister der Gastgeberkommune Cölbe und langjähriger Begleiter des Projektes, dem Klimabonus-Team für dessen Engagement. Seine Gemeinde habe „mit Freuden bei allem, was der Klimabonus angeboten habe, mitgemacht“, so Ried. Eine Fortführung des Projektes hätte er persönlich sehr begrüßt. Das Ende des Projektes komme zur Unzeit, so die Einschätzung des Projektteams. Noch im Jahr 2025 konnte erfolgreich nachgewiesen werden, dass sich der regionale
Klimafonds durch Klimabeiträge lokaler Unternehmen ausreichend füllen ließ, um sämtliche Förderanfragen zu bedienen. Auch für die Zukunft bestand ein großes Interesse potenzieller Spenderinnen und Spender, während das Klimabonus Netzwerk sich zusehendes auch in den ländlichen Bereichen der Region etablierte. Luisa Bischoff, Geschäftsführerin des Region Burgwald-Ederbergland e.V., drückte ebenfalls ihr Bedauern über das Projektende aus. Zugleich verwies sie auf weiter bestehende Fördermöglichkeiten: „Die Unterstützung nachhaltiger Projekte – etwa von Veranstaltungsformaten wie den Klimadinnern – ist im Rahmen der europäischen LEADER-Förderung weiterhin möglich.“ Seit 1994 sei der Verein in der Region aktiv und habe in dieser Zeit über 10 Millionen Euro an Fördermitteln für Projekte vor Ort eingeworben. „Bioökonomie und lebenslanges Lernen gehören zu unseren Förderzielen mit den höchsten Förderquoten. Wer entsprechende Projekte angehen möchte, kann auf unsere Unterstützung zählen.“ Neben der fachlichen Einordnung der Projektergebnisse bot die Abschlussveranstaltung Raum für Austausch und Vernetzung. Auch wenn Klimawährung und Klimafonds nun beendet sind, bleibt das Klimabonus-Projekt als starkes Netzwerk und als Beispiel für innovative, regionale Klimaschutzansätze in Erinnerung.

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